Montag, 20. Juli 2020Der Tag

mit Barbara Mauersberg
Barbara Mauersberg
22:26 Uhr

Das war Montag, der 20. Juli

Liebe Leserinnen und Leser,

ein bisschen Selbstkritik am Abend: Sie haben heute keine wirklich schöne Tiermeldung zu lesen bekommen. Das will ich auf den letzten Metern noch nachholen. Diese hier hat sogar ein Happy End:

Schlange überlebt Verkehrsunfall

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Ehefrau verletzt, Schlange überlebt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Ringelnatter hat auf einer Straße im Oberbergischen Kreis für ein plötzliches Bremsmanöver und rund 10.000 Blechschaden gesorgt. Das Kriechtier hatte es sich im Ort Reichshof auf gerader Strecke auf dem Asphalt gemütlich gemacht, teilte die Polizei mit - offenbar für ein Sonnenbad. Ein Mann in einem Auto bemerkte die Schlange und bremste. Das Manöver überraschte allerdings seine Ehefrau, die in einem zweiten Wagen hinter ihm fuhr und nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Es kam zu einem Auffahrunfall. Die 25-Jährige kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus, den Schaden an den Autos schätzte die Polizei auf etwa 10.000 Euro. Die Ringelnatter überstand den Schreckmoment unverletzt - beim Eintreffen der Beamten lag sie noch unter dem Auto des Mannes. Ob die Frau Verständnis für die hochherzige Rettungsbremsung ihres Mannes hatte, ist nicht mitgeteilt worden. Vermuten wir einfach mal das Beste.

Und das sind die weltbewegenden Themen des Tages:

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und eine gute Nacht.

22:03 Uhr

Anwalt von erfundenem NSU-Opfer wegen Betrugs vor Gericht

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Der Prozess vor dem Aachener Landgericht beginnt am 7. August.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Rechtsanwalt einer erfundenen Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess steht von August an in Aachen wegen Betruges vor Gericht. Der Anwalt soll beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein angebliches Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten haben, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Dafür soll er von 2013 bis 2015 zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, teilte das Landgericht Aachen mit.

  • Beim NSU-Prozess soll ein echter, mittlerweile verstorbener Nebenkläger dem 52-jährigen Anwalt gefälschte Unterlagen des nicht existenten Opfers gegen eine Provision angeboten haben, sagte ein Gerichtssprecher.
  • Obwohl dem Anwalt klar gewesen sein soll, dass die Unterlagen wie etwa ein ärztliches Attest gefälscht waren, habe er sie beim Oberlandesgericht eingereicht.
  • Dem Anwalt werden unter anderem Betrug, versuchter Betrug, Urkundenfälschung und Anstiftung zur falschen Versicherung an Eides statt vorgeworfen.
21:34 Uhr

Motorrad kollidiert mit Longboard: Drei Jugendliche schwer verletzt

Drei junge Menschen sind bei einem Verkehrsunfall in Langwedel im Kreis Verden schwer verletzt worden. Aus bislang ungeklärter Ursache kollidierten ein 18-jähriger Motorradfahrer und seine 17 Jahre alte Mitfahrerin mit einer 15-Jährigen, die mit einem Longboard - einer Langvariante des Skateboards - unterwegs war. Das Motorrad prallte anschließend gegen ein am Fahrbahnrand abgestelltes Auto. Der Unfall geschah auf gerader Strecke. Die 15-Jährige musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden; der Motorradfahrer und seine Sozia wurden ebenfalls schwer verletzt mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

21:07 Uhr

Algerier bei Polizeieinsatz gestorben

*Datenschutz

Nach dem Tod eines Mannes während einer polizeilichen Festnahme haben die Behörden in Belgien Ermittlungen eingeleitet. Der 29-jährige Algerier sei am Sonntag in Antwerpen "sehr aufgeregt" aufgegriffen worden und habe bei der Festnahme das Bewusstsein verloren, sagte Polizeisprecher Sven Lommaert. Amateuraufnahmen zeigen, wie einer der Beamten dem Festgenommenen sein Knie auf den Rücken drückt. Der 29-Jährige habe vor dem Eintreffen der Polizei in einem Café in Antwerpen versucht, Menschen zu schlagen, sagte Lommaert. Demnach hatte der Mann bereits eine Kopfverletzung und stand offenbar "unter Drogeneinfluss".

  • Die Polizei überwältigte den Mann und legte ihm Handschellen an. Beim Eintreffen des Notarztes sei der Verdächtige bereits nicht mehr bei Bewusstsein gewesen, sagte Lommaert. Obwohl er wiederbelebt werden konnte, sei er später im Krankenhaus verstorben.
  • In den Onlinediensten sorgte der Tod des Mannes unter dem Hashtag #JusticeForAkram ("Gerechtigkeit für Akram") für Empörung. Im Internet kursierende Amateuraufnahmen von der Festnahme zeigten, wie ein Polizist auf dem Rücken des 29-Jährigen kniete.
  • Die Szene erinnert an den gewaltsamen Tod des Afromamerikaners George Floyd, der Ende Mai in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet wurde.
20:32 Uhr

Autobus voller Kinder stürzt von Bergstraße

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Vier Kinder und ein Erwachsener wurden verletzt, 29 Kinder saßen in dem Bus.

(Foto: Polizei)

Auf dem Weg in ein Ferienlager ist in der Slowakei ein Autobus von einer Bergstraße abgekommen und in einen Wald gestürzt. Vier Kinder und ein Erwachsener seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilten Polizei und Feuerwehr mit. Alle Verletzten seien außer Lebensgefahr, erklärte Bildungsminister Branislav Gröhling dem TV-Nachrichtensender TA3. Der Politiker hatte das Ferienlager für sozial benachteiligte Kinder eröffnen sollen und fuhr stattdessen an die Unfallstelle auf dem Gebiet der Berggemeinde Korytnica. In dem Bus befanden sich nach Polizeiangaben 29 Kinder und drei Erwachsene. Der Fahrer sagte im Fernsehen, er sei auf der steilen Bergstraße einem entgegenkommenden Lastwagen ausgewichen und dabei von der Fahrbahn abgekommen. Die Polizei bestätigte nach einem Test, dass der Fahrer keinen Alkohol im Blut gehabt habe.

20:22 Uhr

Rapperin Nicki Minaj bekommt ein Baby

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Die Rapperin Nicki Minaj und ihr Mann Kenneth "Zoo".

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Die Rapperin Nicki Minaj ist schwanger. Die Musikerin veröffentlichte mehrere Fotos auf Instagram, die sie mit Babybauch zeigen. "Liebe. Hochzeit. Kinderwagen", kommentierte die 37-Jährige zu einem davon. "Überwältigt von Aufregung und Dankbarkeit." Details teilte die Rapperin zunächst nicht mit. Erst im vergangenen Oktober hatte Minaj per Instagram bekanntgegeben, dass sie ihren Freund, den Rapper Kenneth "Zoo" Petty, geheiratet habe. Die in Trinidad und Tobago geborene und in den USA lebende Musikerin wurde 2010 mit dem Album "Pink Friday" bekannt. Weil ihr Ehemann ein verurteilter Sexualstraftäter ist, musste Minaj in der Vergangenheit von ihren Fans viel Kritik einstecken.

19:57 Uhr

Jede siebte Schwangere raucht weiter

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Vor allem Frauen mit niedrigem Bildungsniveau hören in der Schwangerschaft nicht auf zu rauchen.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Schwangerschaften bringen Frauen einer Studie zufolge in einem deutlich größeren Maß vom Rauchen weg als bisher angenommen. So rauchen auch 18 Jahre nach der Geburt des ersten Kinds Mütter seltener als vergleichbare Frauen ohne Kinder. Das ergab eine Untersuchung des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. Allerdings ergab die Studie auch, dass immer noch jede siebte Schwangere nach dem vierten Monat der Schwangerschaft rauche. Dies sei besonders häufig bei Frauen mit einem niedrigen Bildungsniveau der Fall. Studienautorin Katja Görlitz nannte dies "alarmierend".

  • Der Studie zufolge hörten viele Frauen schon mit dem Entschluss, Nachwuchs bekommen zu wollen, mit dem Rauchen auf. Deshalb sinke der Raucheranteil der Frauen schon einige Jahre vor der ersten Geburt signifikant.
  • Im Jahr der Geburt hatten 60 Prozent der Frauen, die vier Jahre vor der Geburt noch Raucherinnen waren, damit aufgehört.
  • Im zweiten Drittel einer Schwangerschaft sei das Aufhören am stärksten verbreitet, die Zahl der rauchenden Frauen sinke in dieser Phase um 75 Prozent.
19:24 Uhr

Schwarzer bei Festival abgewiesen - Türsteher gekündigt

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Was der Türsteher nicht ahnte: Der abgewiesene Vater von zwei Söhnen ist Polizeibeamter in NRW.

(Foto: Victor Ocansey/Facebook)

Nach einem mutmaßlich rassistischen Vorfall bei einem Open-Air-Festival in Münster ist einem Türsteher gekündigt worden. Er hatte einem schwarzen Polizeibeamten, der privat mit seinen beiden Söhnen unterwegs war, den Einlass verwehrt. "Der oder die Türsteher, die euch offensichtlich nur abgewiesen haben, weil ihr eine andere Hautfarbe als die weiße habt, wird/werden nie wieder an unserer Tür stehen", schrieb der Geschäftsführer des Clubs, auf dessen Gelände das DJ-Festival stattgefunden hat, bei Facebook an die betroffene Familie.

  • Auch der Party-Veranstalter teilte mit, dem Sicherheitsdienst-Mitarbeiter sofort gekündigt zu haben, und entschuldigte sich.
  • Öffentlich gemacht hat das Geschehen der abgewiesene Vater selbst: Victor Ocansey ist Polizeibeamter des Landes NRW und gleichzeitig Pressesprecher bei einer Landesoberbehörde.
  • In einem inzwischen mehr als tausendmal geteilten und hundertfach kommentierten Post schildert er, wie der Familie der Einlass verweigert wurde. Es sei ihnen erklärt worden, dass es mit ihnen nicht passe und sie das Geld der bereits erworbenen Tickets zurückbekämen. Er habe zunächst an einen Scherz geglaubt, beschrieb Ocansey, habe aber dann die demütigende Situation realisieren müssen.

19:00 Uhr

Trump will noch mehr Bundespolizei losschicken

US-Präsident Donald Trump will den Einsatz von Bundesbeamten gegen Teilnehmer von Antirassismus-Demonstrationen ausweiten. "Wir können dies in den Städten nicht zulassen", sagte er mit Blick auf Proteste in Portland am Wochenende. Er plane die Entsendung von Strafverfolgungs-Einheiten in einige größere Städte. "Die Politiker da draußen haben Angst vor diesen Leuten." Das Heimatschutz-Ministerium kündigte an, den Einsatz seiner Sicherheitskräfte auch nach massiver Kritik am Vorgehen in Portland fortzusetzen. "Wir werden uns nicht dafür entschuldigen", sagte Minister Chad Wolf dem Sender Fox News. "Wir eskalieren nicht, wir schützen."

18:23 Uhr

Schlägerei im Freizeitpark: Zwei Großfamilien streiten über Erziehung

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Die beiden Großfamilien bekamen nach der Schlägerei einen Platzverweis: Rund 5000 Besucher waren zu der Zeit in dem Park.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einem aus dem Ruder gelaufenen Streit zwischen Großfamilien sind im "Holidaypark" bei Haßloch in Rheinland-Pfalz 13 Menschen leicht verletzt worden. Eine neun- und eine zwölfköpfige Familie aus verschiedenen Orten in Hessen seien wegen "Erziehungsfragen" in dem Freizeitpark aneinandergeraten, teilte die Polizei mit.

  • Einem Sprecher zufolge wollte eine Mutter ihrem Kind wohl etwas verbieten. Nachdem es nicht gehört habe, habe sie es am Arm gepackt. Dies habe wiederum einem Beobachter nicht gefallen. Aus verbalem Streit entwickelten sich laut Polizei Handgreiflichkeiten.
  • Von den 13 Leichtverletzten kamen den Angaben zufolge drei - unter ihnen das einjährige Kind sowie eine 64 und eine 68 Jahre alte Person - vorsorglich ins Krankenhaus.
  • Beide Familien bekamen einen Platzverweis und wurden getrennt mit Polizeibegleitung zur Autobahn geleitet. 5000 Besucher waren zu der Zeit in dem Vergnügungspark.
18:03 Uhr

Provozierender Krim-Besuch: Putin rüstet Kriegsflotte auf

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Während Putin auf der Krim zwei Kriegsschiffe vom Stapel lässt, teilt die Ukraine mit, er sei unerwünscht.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Bei einem neuen umstrittenen Auftritt auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat Kremlchef Wladimir Putin einen Ausbau der russischen Kriegsflotte angekündigt. In der Hafenstadt Kertsch brachte er den Bau von sechs Kriegsschiffen auf den Weg, darunter je zwei große Angriffskreuzer, Atom-U-Boote und Fregatten. Sie würden mit modernen Waffensystemen ausgestattet, sagte Putin, während weitere Werften im Land per Video zugeschaltet waren. "Sie erhöhen spürbar das Kampfpotenzial der Kriegsflotte", sagte er bei der Kiellegung der zwei großen Kriegsschiffe nahe der ukrainischen Grenze. Das Außenministerium in Kiew protestierte gegen den Besuch Putins, der unerwünscht sei und gegen die Resolutionen der Vereinten Nationen verstoße. Laut Völkerrecht gehört die Halbinsel zur Ukraine.

18:00 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

17:30 Uhr

Staatsschutz ermittelt gegen Attila Hildmann

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Aus dem Kochbuchautor ist der Agitator geworden: Attila Hildmann spricht regelmäßig auf "Hygienedemos".

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Staatsschutz der Berliner Polizei hat Ermittlungen gegen den Kochbuchautor Attila Hildmann wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Leugnen des Holocausts aufgenommen. Von Amts wegen seien zwei Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Teil des Verfahrens wegen des Verdachts der Volksverhetzung sei auch eine mutmaßliche Bedrohung des Grünen-Politikers Volker Beck. Es geht laut Polizei um Äußerungen, die Hildmann am Samstag in Berlin getätigt haben soll. Die Polizei habe dem Verfahren öffentlich zugängliches Videomaterial als Beweismittel hinzugefügt. Das Material werde ausgewertet. Die Berliner Staatsanwaltschaft twitterte am Nachmittag: "Wegen mutmaßlich antisemitischer öffentlicher Äußerungen Attila Hildmanns auf "Hygienedemonstrationen" in Berlin sind bei der Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen u.a. wegen des Verdachts der Bedrohung eingeleitet worden".

17:00 Uhr

Berliner Punkband engagiert Drosten als Gitarristen

Die Berliner Punkband ZSK hat einen neuen Gitarristen: Auf Twitter verkündet Sänger Joshi, der Charité-Virologe wolle ein Drosten-Sympathie-Lied, das die Band eigens für ihn geschrieben hat, gerne live mitspielen. Joshi ergänzt: "Kein Witz!" Müssen die Fans von ZSK also zittern, ob Drosten dieser Aufgabe auch musikalisch gewachsen ist? Keinesfalls. Drosten spiele Gitarre, fügt Joshi beruhigend hinzu. Und weiter: "Sind nur vier Akkorde. Das sollte schnell zu lernen sein".

Im Liedtext verteidigen die vier Punkrocker den Virologen gegen Morddrohungen, Verschwörungstheoretiker und stärken ihm in seinem Konflikt mit der "Bild"-Zeitung den Rücken. Für die Band ist Drosten der "Punk der Wissenschaft". Am besten gleich reinhören, es sind schließlich nur vier Akkorde.

16:40 Uhr

Massenproteste ignoriert: Putin setzt Gouverneur ab

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Unbeeindruckt von den Protesten: Russlands Präsident Putin setzt einen Moskau-kritischen Gouverneur per Dekret ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der seit Tagen von Massenprotesten erschütterten russischen Region Chabarowsk hat Kremlchef Wladimir Putin den inhaftierten Gouverneur per Dekret abgesetzt. Demnach soll nun der 39 Jahre alte Moskauer Parlamentsabgeordnete Michail Degtjarjow als Interimschef die Region im äußersten Osten des Landes zur Ruhe bringen. Zehntausende Menschen demonstrieren seit Tagen gegen die Verhaftung des Gouverneurs Sergej Furgal. Es sind die größten Proteste, die die russische Provinz seit Jahren gesehen hat. Viele Protestierer halten die Vorwürfe gegen Furgal für eine Inszenierung.

  • Ermittler in der Hauptstadt Moskau werfen Furgal vor, den Mord an zwei Unternehmern in seiner Zeit als Geschäftsmann vor rund 15 Jahren in Auftrag gegeben zu haben. Der Politiker weist die Vorwürfe zurück. Belastet wird er von bereits inhaftieren Verbrechern.
  • In Chabarowsk ist die Meinung verbreitet, dass der beliebte, aber vom Kreml nicht steuerbare Politiker mundtot gemacht werden soll.
  • Laut dem vom Kreml veröffentlichten Dekret entzog Putin Furgal wegen des Strafverfahrens das Vertrauen.
16:08 Uhr

Großbrand in Osnabrück - riesige Rauchwolke über der Stadt

Ein Brand in einem Gewerbegebiet hat zu einem Großeinsatz der Feuerwehr in Osnabrück geführt. Nach Angaben einer Stadtsprecherin waren nahezu alle Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren an der Brandstelle. Insgesamt sei eine Fläche von 3000 Quadratmetern betroffen. Zeitweise sollten die Menschen in Osnabrück Fenster und Türen geschlossen halten, das galt der Sprecherin zufolge am Nachmittag aber nur noch für die direkten Nachbarn. Eine kilometerweit zu sehende Rauchsäule stand über dem Brandort in einem Gewerbegebiet unweit des Osnabrücker Volkswagen-Werks. Mit einer Drohne versuchten sich die Einsatzkräfte einen Eindruck zu verschaffen. Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" brach das Feuer am Mittag in einer Autowerkstatt aus. Dieses Gebäude sei eingestürzt. Das Feuer habe dann auf einen benachbarten Reinigungsmittelhersteller übergegriffen. Die Stadt sei mit Fachpersonal vor Ort, um die Umweltbelastung wegen des Gefahrguts zu prüfen, sagte die Stadtsprecherin.

15:41 Uhr

Amber Heard: "Hatte Todesangst vor Johnny Depp"

Neue Folge im Scheidungsdrama Amber Heard gegen Johnny Depp: Die US-Schauspielerin sagte vor Gericht, Todesangst vor ihrem Ex-Ehemann gehabt zu haben. "Er hat mir viele Male explizit damit gedroht, mich zu töten, vor allem später in unserer Beziehung", teilte Heard in einer schriftlichen Stellungnahme in London mit. Das Spektrum habe von Anschreien über Treten bis Würgen gereicht. Beide Schauspieler waren wieder persönlich im Gericht erschienen. Heard warf Depp auch vor, "sehr gut im Manipulieren von Leuten" zu sein. Für sein Fehlverhalten habe er ein "Monster" verantwortlich gemacht. Depp gehört zu den bestbezahlten Darstellern in Hollywood. Der 57-Jährige klagt gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung "The Sun" wegen eines Artikels, in dem behauptet wurde, er habe Heard körperlich misshandelt. Heard und Depp liefern sich seit Tagen einen Rosenkrieg vor Gericht.

 

15:17 Uhr

Sensation: Raab produziert Late-Night-Show für RTL

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Erste Produktion für RTL: Stefan Raab wird eine Late-Night-Show produzieren.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Entertainer Stefan Raab sorgt mal wieder für eine Überraschung: Nach dem "Free European Song Contest 2020" meldet er sich mit einem weiteren, neuen TV-Projekt zurück. Noch in diesem Jahr wird er exklusiv für den Streamingdienst TVNow eine neue Late-Night-Show produzieren, teilte die Mediengruppe RTL mit.

  • Moderator der Show wird er allerdings nicht sein. "Stefan Raab wird die Late Night-Show als Produzent hinter den Kulissen verantworten. Die Moderation gibt er in andere überraschende Hände", hieß es.
  • Damit wechselt Raab überraschend die Seiten und geht seinem langjährigen Stammsender ProSieben fremd. Es ist in seiner TV-Karriere seine erste Produktion für RTL. "Seit 20 Jahren meckere ich über das Programm der anderen. Jetzt habe ich festgestellt: meckern nützt nichts, ich muss persönlich helfen. Und da bin ich bei TVNow genau richtig", erklärte Raab.
  • Bereits im Juni war bekanntgeworden, dass Raab bei ProSieben Ideengeber und Produzent einer neuen Musikshow ("FameMaker") sein wird. Dabei sollen Kandidaten unter einer schalldichten Kuppel singen.
15:03 Uhr

Maut-Vorwürfe gegen Scheuer: Privates E-Mail-Konto genutzt?

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Macht im Untersuchungsausschuss zur gescheiterten Pkw-Maut keine gute Figur: Verkehrsminister Scheuer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Streit über die geplatzte Pkw-Maut wirft die Opposition Verkehrsminister Andreas Scheuer vor, er habe auch über ein privates E-Mail-Konto dazu kommuniziert. Anlass ist eine E-Mail vom 31. Dezember 2018. Der frühere Staatssekretär im Verkehrsministerium, Gerhard Schulz, bedankt sich darin für ein Papier und schreibt: "Ich schicke es direkt Min auf seine private email." Dabei dürfte "Min" für Minister stehen. Zuletzt hatte es im Untersuchungsausschuss zur Pkw-Maut Ärger um E-Mails von Scheuers Abgeordneten-Account gegeben. Der Grünen-Obmann im Ausschuss, Stephan Kühn, warf Scheuer eine "Salamitaktik" vor. Er bezweifle, dass alle Maut-E-Mails aus dem Abgeordneten-Postfach vorlägen, obwohl Scheuer eine Erklärung über ihre Vollständigkeit abgegeben habe. "Dazu kommt, dass offensichtlich auch von seinem Privat-Account dienstliche Nachrichten übermittelt wurden." FDP-Obmann Christian Jung sagte, er habe gefordert, dass eine Vollständigkeitserklärung auch private E-Mail-Accounts einschließen solle, dem sei Scheuer nicht nachgekommen.

14:14 Uhr

Mit Fleischhammer und Benzin: Frau wegen Mordes vor Gericht

Die Tat klingt wie eine Szene aus einem Horrorfilm: Eine 84-Jährige soll zuerst mit einem Fleischhammer aus Metall auf den Kopf ihres Ex-Manns eingeschlagen und ihn dann mit Benzin übergossen haben. Ab heute muss sich die Frau vor Gericht verantworten.

  • Laut Anklage konnte der 73-Jährige ihr den Hammer abnehmen und einen Notruf absetzen. In der Zwischenzeit habe die Seniorin Benzin geholt. Qualvoll sei der Mann gestorben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Tat zeige eine unbarmherzige Gesinnung.
  • Das Motiv vermuteten die Ermittler in der Lebenssituation des ehemaligen Paares. Der 73-Jährige habe die Frau trotz einer lange zurückliegenden Trennung weiter bei sich wohnen lassen. Zuletzt hatte er sich aber wohl entschieden, das Haus zu verkaufen und eine neue Beziehung zu suchen.
  • Die Verteidigerin beantragte, die Verhandlung auszusetzen: Wegen des gesundheitlichen Zustands der Angeklagten sei es nicht möglich gewesen, den Prozess vorzubereiten. Die Frau habe erhebliche Seh- und Hörprobleme, eine Kommunikation sei häufig unmöglich gewesen. Der psychiatrische Sachverständige bestätigte das.
14:00 Uhr

Schichtwechsel

Halbzeit und meine Kollegin Ina Bullwinkel hat es hinter sich. Mein Name ist Barbara Mauersberg und ich übernehme für sie den Nachrichtentag. Schreiben Sie mich gerne direkt an: barbara.mauersberg@nachrichtenmanufaktur.de

13:40 Uhr

Unbekannter erschießt Sohn von US-Richterin

Ein Unbekannter hat Medienberichten zufolge auf Angehörige einer US-Bundesrichterin in deren Haus im Bundesstaat New Jersey geschossen. Wie örtliche Medien übereinstimmend berichteten, starb der 20-jährige Sohn von Esther Salas, ihr Ehemann kam mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Die Richterin selbst sei bei dem Vorfall am späten Sonntagnachmittag in der Gemeinde North Brunswick unversehrt geblieben. "Wir fahnden nach einer Zielperson", twitterte die Bundespolizei FBI. Die Justizbehörde US Marshals und das FBI haben nach eigenen Angaben Ermittlungen aufgenommen.

Derzeit sitzt Salas einem Verfahren vor, in dem eine Sammelklage von Investoren gegen die Deutsche Bank verhandelt wird. Die Investoren werfen der Bank vor, Finanzaktivitäten von Hochrisiko-Kunden nicht ausreichend überwacht zu haben - darunter auch jene des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

13:19 Uhr

Nach Krawallen in Frankfurt: Betretungsverbot für Opernplatz

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Auf dem Opernplatz wurde am Wochenende mehrere Stunden lang randaliert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach den Krawallen in der Nacht zum Sonntag hat die Stadt Frankfurt am Main ein Betretungsverbot für den Opernplatz an den Wochenenden beschlossen. Freitags und samstags ab Mitternacht solle das Betretungsverbot gelten, sagte der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank. Ab ein Uhr solle der Platz dann vollständig gesperrt werden.

  • Frank sagte, das Ziel sei, von außerhalb nach Frankfurt kommenden Menschen zu signalisieren, dass es sich nicht lohne, in die Stadt zu kommen. Neben der Sperrung des Platzes solle es auch verstärkte Kontrollen in der näheren Umgebung geben.
  • Von den 39 Tatverdächtigen kamen laut Polizei 29 von außerhalb nach Frankfurt. Gegen die Verdächtigen - 38 Männer und eine Frau - laufen Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung und versuchter Körperverletzung.
12:51 Uhr

Jury kürt "Spiel des Jahres 2020"

"Pictures" hat die Jury überzeugt, es ist das "Spiel des Jahres 2020". Das Gremium vom Verein "Spiel des Jahres" sondiert jährlich den Spielemarkt und wählt aus mehreren Hundert Neuerscheinungen in verschiedenen Kategorien das nach seiner Ansicht beste Spiel aus. Bewertet werden Idee, Regelgestaltung, Layout und Design. Anliegen des Vereins ist es, Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele als Kulturgut zu fördern.

  • Bei "Pictures" von Daniela und Christian Stöhr (PD-Verlag) sollen aus Bauklötzen, Schnürsenkeln oder Symbolkarten Foto-Motive gebaut werden, die auf einer großen Karte von den Mitspielern erkannt werden sollen. Zum Spiel gehören fünf verschiedene Materialsets. Die Jury würdigte die "große Kreativität mit einfachsten Mitteln". Das Spiel biete einen großen Anreiz zum Experimentieren. Die Raterunden glichen dem Besuch von Kunstausstellungen.
  • Als Kennerspiel des Jahres wurde "Die Crew" gewählt. Das Spiel von Thomas Sing sei ein kooperatives Stichspiel, das auf originelle Weise herausfordere. Es geht um eine Raumschiff-Crew, die zu einem Planeten am Rand des Sonnensystems reist.
12:14 Uhr

Studie: Menschen in Süddeutschland werden am ältesten

Im Süden und Südwesten Deutschlands lebt es sich wohl besonders gut. Laut einer Studie ist die Lebenserwartung der Menschen dort am höchsten. Sie unterscheide sich in den 402 Landkreisen bei den Männern um bis zu 5,4 Jahre, teilte das Max-Planck-Institut für demografische Forschung mit.

  • Bei Frauen betrage der maximale Unterschied knapp vier Jahre: So würden Frauen im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt im Schnitt 81,8 Jahre alt. Dagegen könnten sich Frauen im Landkreis Starnberg südwestlich von München darüber freuen, durchschnittlich 85,7 Jahre alt zu werden.
  • Auch bei den Männern fanden die Forscher ein Nord-Süd-Gefälle: In Bremerhaven beträgt die Lebenserwartung der Männer der Studie zufolge im Schnitt nur 75,8 Jahre, im Landkreis München ist sie mit 81,2 Jahren am höchsten.
  • Die Wissenschaftler suchten auch nach Ursachen für die Unterschiede. Starken Einfluss haben nach ihren Erkenntnissen die Arbeitslosenquote und die Quote der Hartz-IV-Empfänger.
12:00 Uhr

Schlagzeilen zur Mittagspause

11:38 Uhr

Hongkonger Aktivist Wong kandidiert für Parlament

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Joshua Wong will ins Parlament gewählt werden, auch wenn dieses relativ wenig Macht hat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong will trotz des umstrittenen Sicherheitsgesetzes bei der Parlamentswahl in der chinesischen Sonderverwaltungsregion im September antreten. Der 23-Jährige verkündete offiziell seine Kandidatur für einen Sitz. "Wir wollen die Welt wissen lassen, dass wir uns entschieden haben, nicht aufzugeben", sagte Wong nach lokalen Medienberichten.

Als Reaktion auf das neue Gesetz hatten Wong und andere wichtige Mitglieder der Demokratiebewegung vor einigen Wochen den Rückzug aus ihrer Partei Demosisto angekündigt, die daraufhin aufgelöst wurde. Sie hatten den Schritt mit dem neuen Sicherheitsgesetz begründet, unter dem Anhänger der Demokratiebewegung um ihre Sicherheit fürchten müssten. Dennoch entschied sich Wong nun für eine Kandidatur bei der für September angesetzten Wahl für das Parlament, das allerdings nur über sehr begrenzte Macht verfügt.

Das weitreichende und vage formulierte Sicherheitsgesetz ist der bisher weitgehendste Eingriff in die Autonomie der früheren britischen Kronkolonie, die 1997 an China zurückgegeben worden war. Kritiker sehen ein Ende des bisher geltenden Grundsatzes "ein Land, zwei Systeme".

11:10 Uhr

Bundestag will Wirecard-Skandal auf den Grund gehen

Zum mutmaßlichen Milliarden-Betrug beim Dax-Konzern Wirecard und der Rolle der Politik plant der Finanzausschuss des Bundestags für den 29. Juli eine Sondersitzung. Das beschlossen die Obleute der Bundestagsfraktionen. "Die parlamentarische Aufklärung des Wirecard-Skandals auf die lange Bank zu schieben ist keine Option", sagte Grünen-Obfrau Lisa Paus der dpa. Der Bundestagspräsident müsse die Sondersitzung noch genehmigen.

Neben Finanzminister Olaf Scholz sollten auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Vertreter der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung geladen werden. Es geht unter anderem darum, ob es Fehler bei der Finanzaufsicht gab, ob Scholz Verantwortung trägt und ob die Bundesregierung - das Kanzleramt eingeschlossen - womöglich Wirecard unterstützten, obwohl der Verdacht von Unregelmäßigkeiten bereits im Raum stand. Die Opposition droht mit einem Untersuchungsausschuss, falls die Bundesregierung aus ihrer Sicht nicht ausreichend zur Aufklärung beiträgt.

10:22 Uhr

Komplizierte Rettung: Wal verheddert sich in illegalem Fischernetz

Seit Tagen kämpft die italienische Küstenwache gemeinsam mit Biologen und anderen Helfen darum, einen Pottwal aus einem illegalen Fischernetz zu befreien. Das rund zehn Meter lange Tier hat sich in der Nähe der Liparischen Inseln bei Sizilien in dem Netz verheddert. Nach italienischen Medienberichten soll es sich um einen weiblichen Pottwal handeln.

Obwohl sie seit Langem verboten sind, verwenden Fischer in Italien zum Teil immer noch sogenannte Spadara-Netze. Dabei handelt es sich um eine Art von Treibnetzen, die zum Teil riesig sind.

Die Küstenwache zeigte ein Video, in dem ein Taucher mit einem Messer Teile des Netzes bearbeitet. Die Retter hatten große Schwierigkeiten, das aufgeregte und ängstliche Tier zu befreien - auch wegen der Größe. Trotzdem hätten sie Fortschritte gemacht, hieß es. Es sei gelungen, einen erheblichen Teil des Netzes zu entfernen, berichtete die Zeitung "La Repubblica". Dann befestigten sie eine Boje mit einem Blinklicht am Schwanz des Wals, um dem Tier auch im Dunkeln folgen zu können. Sie mussten die Aktion aber gestern Abend abbrechen und wollten heute wieder starten.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:50 Uhr

Saudi-Arabien informiert überraschend über Zustand des Königs

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König Salman wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der saudi-arabische Herrscher König Salman ist nach Palastangaben in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der 84-Jährige müsse sich wegen einer Infektion der Gallenblase Untersuchungen unterziehen, erklärte der Palast. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Es ist äußerst selten, dass der Hof sich zum Gesundheitszustand des alternden Herrschers äußert.

  • Ein für heute geplanter Besuch des irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kadhimi in Riad wurde verschoben, wie Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Faisal bin Farhan erklärte.
  • König Salman regiert Saudi-Arabien seit 2015. Als De-Facto-Herrscher gilt jedoch sein Sohn, der Kronprinz Mohammed bin Salman.
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09:14 Uhr

"Heut wird Profit gemacht": Stegner verspottet Tönnies mit Reim

"Heut wird die Sau geschlacht, heut wird Profit gemacht", schreibt SPD-Politiker Ralf Stegner in einem bitterbösen Gedicht auf Twitter. Adressat: Clemens Tönnies. Hintergrund: Tönnies darf ab heute in seinem Betrieb in Rheda-Wiedenbrück wieder Tiere schlachten und zerlegen - auf Probe.

Mit dem Schlachten im Probebetrieb ist noch lange nicht alles gut. Vor allem nicht, weil Konzern-Boss Tönnies immer wieder mit seiner Aussage provoziert, er wolle an der Forderung nach Lohnkostenerstattung festhalten. Denn selbst ist er der Meinung: "Wir haben uns immer an Recht und Gesetz gehalten." Der massenhafte Corona-Ausbruch in seinem Werk habe "nichts mit Werkvertragsarbeit oder den Wohnverhältnissen zu tun", sondern vor allem mit der "Umluftkühlung, die eigentlich jeder Betrieb hat".

Stegner kritisiert in seinen Reimen, dass Tönnies mit Hilfen vom Staat Geld verdient und prangert die Arbeitsbedingungen im Betrieb an. So schreibt er etwa "Der Bulgare wieder schuftet, Tier- und Arbeitsschutz verduftet". Ein Literaturnobelpreis wird für diese Lyrik nicht rausspringen, aber der Seitenhieb sitzt.

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09:02 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:52 Uhr

Iran richtet Mann wegen Spionage für USA hin

Wegen des Vorwurfs, im Auftrag der USA und Israels die iranische Armee ausspioniert zu haben, ist ein früherer Dolmetscher im Iran hingerichtet worden. Das Todesurteil gegen Mahmud Mussawi Madschid sei heute vollstreckt worden, hieß es in einem Bericht der offiziellen iranischen Justiz-Website "Mizan Online". Madschid soll den USA demnach in der Vergangenheit unter anderem Hinweise zum Aufenthaltsort des ranghohen iranischen Generals Kassem Soleimani geliefert haben. Dieser wurde im Januar bei einem gezielten US-Drohnenangriff getötet.

Mit der Vollstreckung des Urteils gegen Madschid sei der "Fall seines Landesverrats für alle Zeiten geschlossen", hieß es auf "Mizan". Nach Angaben einer Justizsprecherin hatte Madschid "verschiedene Sicherheitsbereiche" für die CIA und den Mossad ausspioniert, "insbesondere die Streitkräfte und die Al-Quds-Brigaden". Vom US-Geheimdienst CIA und dem israelischen Mossad habe er hohe Geldsummen erhalten.

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08:15 Uhr

Nach Brand in Kathedrale: Verdächtiger ist wieder frei

Ein nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale von Nantes in Polizeigewahrsam genommener Mann ist wieder frei. Er sei am Sonntagabend entlassen worden, berichteten Medien unter Berufung auf den Staatsanwalt von Nantes, Pierre Sennès. Es gebe keine weitere Strafverfolgung, sagte Sennès der Lokalzeitung "Presse Océan". Demnach gab es keine Verbindung des 39-Jährigen zu dem Feuer.

Die Ermittler verfolgen derzeit die Theorie, dass der Brand mit Absicht gelegt wurde. Demnach gab es in der Kathedrale drei Brandherde. Bei ersten Untersuchungen waren keine Einbruchspuren an dem Gebäude gefunden worden.

Bei dem Mann handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen freiwilligen Mitarbeiter der Diözese, der für die Schließung der Kathedrale am Freitagabend zuständig gewesen war.

07:39 Uhr

Trump: Südstaatenflagge steht für Liebe, nicht Rassismus

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Daumen hoch vom Präsidenten. Für Trump ist die Konföderiertenflagge unproblematisch.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Die Flagge der Konföderierten stellt einen wunden Punkt in der US-amerikanischen Geschichte dar. Denn die Konföderierten, so nannten sich die Südstaaten, kämpften im Bürgerkrieg dafür, die Sklaverei beizubehalten. Soweit so unsympathisch. Die Flagge war und ist problematisch. Denn sie suggeriert, dass die Haltung von damals noch immer akzeptabel ist. Für viele ist sie deshalb schlicht ein Symbol für den immer noch herrschenden Rassismus im Land. Oder sagen wir so: Wer eine Konföderiertenflagge im Garten hisst, geht wahrscheinlich nicht für die "Black Lives Matter"-Bewegung auf die Straße.

Für Präsident Trump ist das alles kein Problem. Wenn Menschen die Flagge heute einsetzten, gehe es ihnen "nicht um Rassismus", sondern um ein Symbol des von ihnen geliebten Südens, sagte Trump dem Sender Fox News. Ihn störe der Gebrauch der Flagge nicht, weil er vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei, sagte Trump. Wie ignorant kann ein Präsident sein? Eine Frage, die ich mir nunmehr seit fast vier Jahren stelle.

07:09 Uhr

Morddrohung wiederholt: Volker Beck zeigt Attila Hildmann an

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Volker Beck wurde wiederholt von Attila Hildmann bedroht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Vegan-Koch und Verschwörungstheorie-Anhänger Attila Hildmann verbreitet nicht nur im Netz und auf Kundgebungen rechtsextreme Botschaften, er spricht auch eindeutige Morddrohungen aus. Wiederholt richteten sich diese gegen den Grünen-Politiker Volker Beck. Am Samstag sagte Hildmann: "Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertretet auf einem öffentlichen Platz."

Beck hat inzwischen Anzeige erstattet gegen den gefallenen Fernsehkoch, wie die taz berichtet. Dabei gehe es um Beleidigung, Volksverhetzung und Anstiftung zu einer Straftat. Hildmanns Hasstiraden sind nicht nur krude, sondern gefährlich.

Mehr dazu lesen Sie hier.
06:47 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

in Brüssel ist die Stimmung gereizt. Die EU-Regierungschefs diskutieren heute bereits den vierten Tag in Folge über die Höhe des Corona-Krisenprogramms und ein Abbruch der Gespräche scheint nicht unwahrscheinlich. Angeblich nähern sich die Streitparteien in diesem Moment an und rücken näher an einen Kompromiss. Charles Michel wirft die Summe von 390 Milliarden Euro (statt 500 Milliarden Euro) in den Ring. Den "Sparsamen Vier" könnte aber selbst dieses Sonderangebot zu teuer sein.

Folgende Themen werden heute außerdem wichtig:

  • Polizei berät nach Krawallen in Frankfurt: Nach den Krawallen in der Nacht zum Sonntag treffen sich heute Vormittag Vertreter der Stadt Frankfurt und der Polizei zu einer Sicherheitskonferenz. Der Polizeipräsident hält eine Sperrung des Opernplatzes nicht für sinnvoll, die Probleme würden sich dann auf andere Plätze verlagern.
  • Sondersitzung zu Wirecaard-Skandal? Die Obleute der Bundestagsfraktionen im Finanzausschuss beraten um 10 Uhr über eine mögliche Sondersitzung zum Skandal um den Dax-Konzern Wirecard. In der Opposition hieß es, man sei zuversichtlich, dass es zu einer Sondersitzung kommen werde. Es geht unter anderem darum, ob es Fehler bei der Finanzaufsicht gab und welche Verantwortung die Bundesregierung trägt.
  • Bei Tönnies geht es weiter: Die Großschlachterei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück setzt heute den Probebetrieb in der Zerlegung fort.
  • Prozess um ehemaligen KZ-Wachmann: Am voraussichtlich vorletzten Verhandlungstag im Hamburger Stutthof-Prozess soll um 11 Uhr der Anwalt des ehemaligen KZ-Wachmanns sein Plädoyer halten. Dem 93-Jährigen wird Beihilfe zum Mord in 5320 Fällen vorgeworfen.
  • "Spiel des Jahres 2020": Eine Jury zeichnet um 10.30 Uhr in Berlin wieder das "Spiel des Jahres" aus. Nominiert sind 2020 drei Titel: "My City" von Reiner Knizia, "Nova Luna" von Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel und "Pictures" von Daniela und Christian Stöhr.
  • FC Bayern bereitet sich auf CL vor: Nach einer kurzen Verschnaufpause nimmt der FC Bayern heute die Vorbereitung auf den noch ausstehenden Wettbewerb in der Champions League auf. Der Meister und Pokalsieger rechnet sich auch für die Fortsetzung in der Fußball-Königsklasse Titelchancen aus.

Starten Sie gut in diese Woche - auch wenn der Alltag noch immer von Corona und Einschränkungen geprägt ist. Bleiben Sie vorsichtig und geduldig. Mein Name ist Ina Bullwinkel und ich begleite Sie heute durch den "Tag". Haben Sie Fragen oder Kritik? Sie erreichen mich per Mail unter: ina.bullwinkel[at]nama.de.

06:26 Uhr

Kanye West bricht bei Wahlkampfveranstaltung in Tränen aus

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(Foto: imago images/UPI Photo)

Erst war Rapper Kanye West ein großer Fan von US-Präsident Donald Trump, dann distanzierte er sich mehr und mehr. Lieber tritt er in Trumps Fußstapfen und will selbst Präsident werden. Besonders aussichtsreich ist sein Vorhaben allerdings nicht. Eine erste Wahlkampfveranstaltung lief chaotisch und etwas verstörend ab.

  • West brach während des Auftritts am Sonntag im Bundesstaat South Carolina in Tränen aus, als er erzählte, dass sein Vater ihn habe abtreiben lassen wollen. Er erzählte dann auch noch, dass er selbst bei seiner Frau Kim Kardashian auf eine Abtreibung gedrungen habe. "Ich habe fast meine Tochter getötet! Ich habe fast meine Tochter getötet!" rief West aus.
  • Der Musiker behauptete auch, die berühmte afroamerikanische Fluchthelferin Harriet Tubman habe nie Sklaven befreit. Sie habe vielmehr die Sklaven "für andere weiße Leute arbeiten lassen".
  • Zu der Wahlveranstaltung des Rappers in Charleston waren nur geladene Gäste zugelassen. West trug trotzdem eine kugelsichere Weste. Die Teilnehmer mussten sich laut US-Medienberichten in einer schriftlichen Erklärung dazu verpflichten, während der Veranstaltung Masken zu tragen und Abstand zu anderen Gästen zu halten.
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06:01 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht