mit Uladzimir ZhyhachouDas war Samstag, der 13. November 2021
Fast zwei Wochen verhandelten rund 200 Länder bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow - und haben jetzt eine Einigung erzielt. Die gebilligte Erklärung fordert die Staaten der Welt dazu auf, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten, "ineffiziente" Subventionen für Öl, Gas und Kohle sollen gestrichen werden.
Die erzielten Fortschritte seien allerdings "nicht genug" und voller "Widersprüche", erklärte UN-Generalsekretär António Guterres: "Die Klimakatastrophe steht weiter vor der Tür."
Was war heute sonst alles wichtig:
Nicht alle bekommen eine Spritze - Ansturm auf Impfzentren im Süden und Osten
Infektionszahlen steigen rasant - Österreich bereitet Lockdown für Ungeimpfte vor
Wirken Kontaktbeschränkungen? - Lindner entschuldigt sich für Corona-Aussagen
Verstappen vergibt F1-Sprintsieg - Hamilton holt nach Disqualifikation 15 Plätze auf
Versager in der vierten Welle - Italiener sind baff, wie Deutschland scheitert
Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine gute Nacht! Bis morgen!
Mehrere Tote bei Protesten nach Militärputsch im Sudan
Im Sudan sind bei Massenprotesten gegen die Militärführung mindestens fünf Menschen getötet worden. Das teilte die Ärztevereinigung in der Hauptstadt Khartum mit. Demnach sollen bewaffnete Sicherheitskräfte auch mit scharfer Munition geschossen haben. Der Fernsehsender Al-Dschasira berichtete, Sicherheitskräfte hätten auch Tränengas eingesetzt, um Proteste aufzulösen.
Die Polizei sprach dagegen von einem "minimalen Einsatz von Gewalt". Sie warf Demonstranten vor, Polizeistationen angegriffen zu haben. 39 Polizisten sollen dabei verletzt worden sein. Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.
Die Massenproteste richten sich gegen das Militär, das am 25. Oktober in dem ostafrikanischen Land mit rund 44 Millionen Einwohnern die Macht übernommen hat.
Sechs Tote und Dutzende Verletzte bei Busunglück in Brasilien
Bei einem Busunglück im brasilianischen Bundesstaat São Paulo sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und mehr als 30 verletzt worden. Der Reisebus mit 66 Fahrgästen war von der Metropole São Paulo unterwegs an die Küste, als er auf dem Bergteil der Strecke bei São Luiz do Paraitinga umstürzte, wie das brasilianische Nachrichtenportal "G1" unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete.
Klimakonferenz fordert Staaten zum Kohleausstieg auf
Die UN-Klimakonferenz in Glasgow hat die Staaten der Welt erstmals dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten. Die gebilligte Erklärung von rund 200 Staaten fordert zudem, "ineffiziente" Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen.
Bushido teilt erstes Baby-Foto nach Drillingsgeburt
Seit Donnerstag sind Bushido und seine Ehefrau Anna-Maria Ferchichi Eltern von Drillingen. Nun teilte der Rapper bei Instagram ein erstes Baby-Foto mit seinen Followern. Darauf ist jedoch nur der Hinterkopf eines der drei Mädchen zu sehen.
"Die Liebe unseres Lebens", schrieb der stolze Vater neben die Aufnahme. Ob es sich bei dem kleinen Wesen um Leonora, Naima oder Amaya handelt, enthüllte Bushido nicht. Seine Ehefrau Anna-Maria, die ihre Kinder vor zwei Tagen per Kaiserschnitt in der Berliner Charité zur Welt brachte, kommentierte den Post schlicht mit den Worten: "Mein Herz".
18-Jähriger überschlägt sich mit Auto und stirbt
Schrecklicher Unfall in Nordrhein-Westfalen: Ein 18-Jähriger hat auf nasser Fahrbahn bei Netphen-Hainchen im Kreis Siegen-Wittgenstein die Kontrolle über sein Auto verloren und ist tödlich verunglückt.
Der junge Mann geriet auf einer Landstraße von der Fahrbahn ab. Das Auto krachte gegen eine Leitplanke, überschlug sich im abschüssigen Böschungsbereich und streifte mehrere kleinere Bäume. Danach blieb es auf dem Dach liegen. Der 18-Jährige erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.
Syrische Airline stellt Flüge nach Belarus ein
Ein weiterer Erfolg für die EU im Flüchtlingsstreit mit Belarus: Die private syrische Fluggesellschaft Cham Wings stellt ihre Flüge nach Minsk ein. Die Verbindung werde ab sofort eingestellt, weil die Airline bei den Passagieren "nicht zwischen Reisenden und Migranten unterscheiden" könne, erklärte die Fluggesellschaft.
"Wegen der schwierigen Lage an der Grenze zwischen Belarus und Polen und weil die meisten der Reisenden auf unseren Flügen nach Minsk syrische Staatsbürger sind, haben wir entschieden unsere Flüge nach Minsk einzustellen", erklärte Cham Wings.
Am Freitag hatte bereits die türkische Regierung für Menschen aus Syrien, dem Irak und dem Jemen die Weiterreise nach Belarus verboten.
Massaker in Gefängnis in Ecuador: Mindestens 58 Tote
Bei erneuten gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem Gefängnis in Ecuador sind Medien zufolge mindestens 58 Häftlinge ums Leben gekommen. Zudem seien in der Haftanstalt Guayas N1 in der Nähe der Hafenstadt Guayaquil mindestens zehn Insassen verletzt worden, berichtete die ecuadorianische Zeitung "El Universo" unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Guayas. Die Polizei stellte Schusswaffen und Sprengsätze sicher.
In Ecuador kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Gefängnissen. Bei blutigen Bandenkämpfen in der Haftanstalt Guayas N1 waren im September 118 Häftlinge ums Leben gekommen. Es war das bislang schwerste Massaker im ecuadorianischen Strafvollzug.
Mehrere Tote bei Anschlag in Kabul
In Kabul hat die Explosion einer Bombe an einem Minivan in einem schiitischen Wohngebiet mindestens sechs Menschen getötet. Mindestens sieben weitere seien bei der Detonation im Westen der Hauptstadt verletzt worden, erklärte ein Vertreter der Taliban, der namentlich nicht genannt werden wollte. In der Gegend wohnen vor allem Mitglieder der Volksgruppe der Hazara, die wiederholt Ziel von Anschlägen der Extremistengruppe Islamischer Staat waren. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.
Vulkan auf La Palma fordert erstes Opfer
Der Vulkan auf La Palma hat erstmals seit dem Ausbruch vor knapp acht Wochen ein Menschenleben gefordert.
Die Leiche eines Mannes sei im Sperrgebiet im Süden La Palmas entdeckt worden, berichtete die Zeitung "El Mundo" Berufung auf die Polizei. Der 70-Jährige sei allem Anschein nach ums Leben gekommen, als das Dach seines Hauses in der Gemeinde Los Llanos de Aridane eingebrochen sei. Der Mann hatte die Sperrzone den Medienberichten zufolge mit Genehmigung der Behörden betreten. Regelmäßig dürfen Bewohner der evakuierten Häuser in das von Asche bedeckte Gebiet am Gebirgszug Cumbre Vieja, damit sie etwa Dokumente oder andere dringend benötigte Dinge aus ihren Häusern holen. Das geschieht meistens unter Aufsicht der Behörden.
Claudia Schiffer überrascht mit seltenem Foto ihrer Tochter
Claudia Schiffer hält ihr Familienleben weitestgehend aus der Öffentlichkeit fern, Fotos ihrer Kinder sind eine Rarität. Zum 17. Geburtstag ihrer ältesten Tochter Clementine teilte das Supermodel jetzt ein seltenes Foto via Instagram. "Young and sweet, only 17", zitiert Claudia Schiffer den ABBA-Song "Dancing Queen" in ein paar angefügten Zeilen. Weiter schreibt sie: "Alles Gute zum Geburtstag, Clemmie - schön von innen und außen."
Das Foto zeigt die 17-Jährige in einem Tanktop mit der Aufschrift "Super real" und rosafarbenen Boxershorts vor einer Wand mit angeklebten Fotos. Die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter ist nicht zu übersehen. Das bemerkten auch einige Follower des Models und kommentierten "Alles Gute, Mini-Claudia" oder "Claudia, bist das du oder deine Tochter?"
E-Bike-Fahrer stößt mit Auto zusammen und stirbt
Heute Nacht ist in Xanten am Niederrhein ein Radfahrer beim Zusammenprall mit einem Auto tödlich verletzt worden. Der 57-Jährige sei mit seinem E-Bike über eine Kreuzung gefahren, teilte die Polizei mit. Ein 38-jähriger Autofahrer habe ihn dort frontal erfasst und so schwer verletzt, dass der Radfahrer noch an der Unfallstelle starb. Weshalb es zu dem Zusammenstoß kam, war für die Polizei zunächst unklar. Es gebe aber Hinweise, dass der Autofahrer betrunken gewesen sei.
Schichtwechsel
Christian Herrmann verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend. Ab sofort übernehme ich den "Tag". Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich wünsche Ihnen einen schönen Samstagnachmittag!
Südwest-CDU straft Landeschef Strobl bei Wiederwahl ab
Die gute Nachricht für Thomas Strobl zuerst: Er darf die baden-württembergische CDU auch in Zukunft als Vorsitzender anführen. Die schlechte: Allzu viele Freunde scheint der 61-Jähriger in seiner Partei nicht mehr zu haben.
Strobl ist mit deutlichen Verlusten als Vorsitzender wiedergewählt worden, obwohl es keinen Gegenkandidaten gab.
Beim Landesparteitag in Mannheim erhielt er 66,5 Prozent der Stimmen. 2019 waren es noch 83,3 Prozent, 2015 erhielt er sogar 97,7 Prozent.
Strobl führt den zweitgrößten CDU-Landesverband seit zehn Jahren. Angesichts der schwachen Ergebnisse bei Landtags- und Bundestagswahl gibt es aber auch in der Südwest-CDU heftige Kritik an der Führung.
Kind lebensgefährlich verletzt - Eltern festgenommen
In Bonn ist am Abend ein Kind mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Der schwerwiegende Verdacht: Sind die Eltern dafür verantwortlich? Vater und Mutter seien vorläufig festgenommen worden, sagt ein Polizeisprecher. Die Mordkommission habe die Ermittlungen aufgenommen. Weitere Angaben sollen im Laufe des Nachmittags folgen. Der Bonner "General-Anzeiger" berichtet, dass sich das Kleinkind inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr befindet.
Tech-Mogul stirbt nach Weltraumtrip bei Flugzeugabsturz
Wenige Wochen nach seinem Ausflug ins Weltall ist der amerikanische Unternehmer Glen de Vries bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Mehrere US-Medien berichten übereinstimmend, dass eine kleine Maschine mit dem 49-jährigen Geschäftsmann an Bord am Donnerstag im Bundesstaat New Jersey abgestürzt sei.
An Bord der einmotorigen Cessna 172 war neben de Vries noch ein weiterer, 54-jähriger Mann. Die Absturzursache ist unklar.
De Vries war Mitte Oktober an der Seite von Star-Trek-Ikone William Shatner in einer Raumkapsel von Amazon-Gründer Jeff Bezos ins All geflogen und hatte in etwa 107 Kilometern Höhe gut zehn Minuten in Schwerelosigkeit verbracht.
In einem Statement teilt Blue Origin mit, dass man bestürzt vom plötzlichen Tod von de Vries sei. Er habe das Blue-Origin-Team und seine Mitreisenden mit Leben und Energie erfüllt.
13-Jähriger fährt Freunde mit Auto zu Geburtstagsparty
Ein 13-Jähriger hat in der Pfalz mit dem Auto seiner Eltern eine Spritztour unternommen. Er fuhr mehrere Freunde zu einer Geburtstagsfeier, wie die Polizei in Germersheim mitteilt. Dabei wurde er von einer Frau beobachtet, die die Polizei alarmierte.
Wie der 13-Jährige an Wagen und Schlüssel kam und wieso er überhaupt Autofahren kann, ist nicht klar.
Strafrechtlich kann der Junge für seine Fahrt nach Lingenfeld (Landkreis Germersheim) nicht belangt werden, weil er noch zu jung ist.
Dafür droht seinen Eltern Ärger, wenn sich herausstellen sollte, dass sie von der Tour ihres Sohnes wussten.
Kreise: Merz verkündet CDU-Kandidatur am Montag
Außenpolitiker Norbert Rötten hat seinen Hut schon in den Ring geworfen, Kanzleramtsminister Helge Braun ebenfalls. Weil aber aller guten Dinge drei sind, zieht Friedrich Merz nach. Am Montag will der frühere Unionsfraktionschef anscheinend seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz verkünden.
Die Information stammt von der Deutschen Presse-Agentur, sie beruft sich auf Parteikreise.
Für Merz wäre es bereits der dritte Versuch, die CDU-Spitze zu erklimmen: 2018 verlor er gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, Anfang des Jahres gegen Armin Laschet.
Röttgen und Braun hatten ihre Kandidaturen am Freitag bekannt gegeben.
Gemeinde versteigert wertvolles Richter-Gemälde
Seit mehr als drei Jahrzehnten fristet "Abstraktes Bild 630-2" des deutschen Künstlers Gerhard Richter ein Schattendasein in der Artothek von Saint-Priest. Nun soll es der französischen Gemeinde eine Millionensumme einbringen, sie will es versteigern.
"Ein Experte hat uns geraten, es nicht mehr herumliegen zu lassen", sagt der Bürgermeister der bei Lyon liegenden Gemeinde, Gilles Gascon.
Man habe das Gemälde 1988 für 100.000 Francs (rund 15.000 Euro) erworben. "Wir wollten, dass auch eine Arbeiterstadt Zugang zur Kunst hat", erzählte der damalige Kulturdezernent Robert Rivière der regionalen Tageszeitung "Le Progrès".
Anschließend wurde das Ölgemälde ab und zu in der Gemeinde ausgestellt, während der heute 89-jährige Richter zu einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwartskunst aufstieg.
Als sein "Abstraktes Bild 599" 2015 bei einer Auktion für umgerechnet 44,5 Millionen Euro verkauft, ging der Gemeinde auf, dass sie über einen wahren Schatz verfügen könnte.
Toter Syrer im Grenzgebiet von Polen und Belarus entdeckt
Im Grenzgebiet von Polen zu Belarus hat die Polizei eine weitere Leiche gefunden. Es handele sich um einen 20 Jahre alten Mann aus Syrien, sagte ein Sprecher der Polizei in der Woiwodschaft Podlachien der Nachrichtenagentur PAP. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung solle die Todesursache klären.
In dem Grenzgebiet sind schon mehrere Menschen gestorben. Tausende Migranten harren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt seit Tagen auf der belarussischen Grenze in provisorischen Camps im Wald aus.
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko wird beschuldigt, Flüchtlinge aus Krisenregionen organisiert an die polnische Grenze zu bringen, um ihnen bei der illegalen Einreise in die EU zu helfen.
Nach Angaben der polnischen Polizei sollen belarussische Soldaten vergangene Nacht bei Wolka Terechowska den Grenzzaun beschädigt, polnische Beamte mit Laserpointern und Stroboskopen geblendet und eine Gruppe von etwa 100 Migranten mit Tränengas ausgestattet.
Tödlicher Messerangriff in London - Täter auf der Flucht
Bei einer Messerattacke in London ist am Abend ein Mann ums Leben gekommen. Der TV-Sender Sky News berichtet, der etwa 20-Jährige sei einer Rentnerin zu Hilfe gekommen, die zuvor von dem Angreifer niedergestochen wurde. Er starb noch vor Ort an seinen Stichverletzungen.
Die Frau im Alter zwischen 80 und 90 Jahren war in kritischem Zustand und wurde ins Krankenhaus gebracht, wie Scotland Yard mitteilte. Der Täter entkam.
"Die Ermittlungen zu den Umständen der Tat dauern an", hieß es in der Mitteilung der Polizei.
Derzeit gebe es keinen Anlass davon auszugehen, dass die Tat in Verbindung zu Terrorismus stehe.
Musk verkauft Aktien im Wert von 6,9 Milliarden Dollar
Geldschwemme auf dem Konto des reichsten Menschen der Welt: Elon Musk hat in der abgelaufenen Woche Tesla-Aktien im Wert von 6,9 Milliarden Dollar verkauft. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht trennte er sich allein am Freitag von 1,2 Millionen Papieren des E-Autobauers.
Der Verkauf hat zwei Ursachen: Einerseits hatte Musk am 6. November im Rahmen einer Twitter-Abstimmung den Verkauf von zehn Prozent seiner Aktien versprochen. Gleichzeitig braucht Musk Geld, um weitere Aktienpakete kaufen zu können.
Das Unternehmen hatte ihm 2012 vertraglich zugesichert, dass er bis spätestens August 2022 22,8 Millionen Tesla-Aktien des für jeweils 6,24 Dollar kaufen darf. Ein Wahnsinnsgeschäft, sind die Aktien doch derzeit 1033 Dollar wert.
Musk kann also für 145 Millionen Dollar ein Aktienpaket kaufen, das derzeit knapp 30 Milliarden Dollar wert ist. Beim Kauf müsste er allerdings auch Steuern in Höhe von gut 15 Milliarden Dollar zahlen.
Glasgow? "Kann man als Versagen betrachten"
Noch wird beim Weltklimagipfel in Glasgow verhandelt, aber Luisa Neubauer hat schon jetzt genug. "Man kann das als Versagen betrachten", sagt die Klimaaktivistin den Zeitungen der Funke Mediengruppe über die bisherigen Ergebnisse. Der Kampf gegen den Klimawandel sei kein spannendes Gedankenspiel, sondern eine Menschheitsaufgabe.
"Es geht hier nicht darum, einen interessanten diplomatischen Prozess zu navigieren, sondern darum, eine reale Katastrophe, die jetzt gerade hier passiert, abzuschwächen und Menschen in Sicherheit zu bringen", bringt Neubauer ihre Kritik auf den Punkt. "Aber so verhält sich hier kaum jemand, der verhandelt."
Neubauer schließt sich damit einer Einschätzung von Greta Thunberg an, der Gründerin der Bewegung. Auch Thunberg hatte den Gipfelteilnehmern Versagen vorgeworfen.
Knackpunkt sind bei den Verhandlungen sind Glasgow sind Fragen, wann welches Land aus der Kohleindustrie aussteigen will und mit wie viel Geld reichere die ärmeren Länder dabei unterstützen.
US-Gouverneur begnadigt Mann nach 24 unschuldigen Jahren im Gefängnis
"Es war eine Überraschung", sagte ein sichtlich aufgewühlter Dontae Sharpe am Freitag über seine Begnadigung durch den Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper. "Ich habe es noch gar nicht richtig verstanden." Nachvollziehbar. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert gilt Sharpe damit offiziell als unschuldig.
Sharpe war 1995 als 19-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden für einen Mord, den er nicht begangen hatte.
Während des gesamten Verfahrens hatte Sharpe immer seine Unschuld betont. Verurteilt wurde er schlussendlich auf Grundlage einer Zeugenaussage einer jungen Frau, die später zugab, vor Gericht gelogen zu haben.
Sharpe war deshalb bereits 2019 aus dem Gefängnis entlassen worden. Mithilfe der Begnadigung kann er den Bundesstaat North Carolina auch auf Schadenersatz verklagen.
TV-Kandidatin zieht Klage gegen Trump zurück
Zahlreiche Frauen haben Ex-US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Eine von ihnen war Summer Zervos, Kandidatin in Trumps Fernsehshow "The Apprentice". Die hat ihre Verleumdungsklage nun aber überraschend zurückgezogen.
Das Verfahren ist damit eingestellt, wie das zuständige Gericht in New York mitteilt.
Die Anwältinnen von Zervos betonen aber, ihre Mandantin rücke nicht von ihren Anschuldigungen gegen Trump ab und habe keine finanzielle Entschädigung erhalten.
Zervos beschuldigt Trump, ihr 2007 an die Brust gefasst und sie sexuell belästigt zu haben. 2017 reichte sie Klage gegen Trump ein.
Gewerkschaften kündigen Streiks in Unikliniken an
Viele Krankenhäuser arbeiten wegen der Corona-Krise längst schon wieder am Limit. Trotzdem rufen die Gewerkschaften Verdi und dbb zu neuen Warnstreiks an vielen Unikliniken auf. Sie erwarten ab Dienstag eine "breite Streikbeteiligung" etwa in Nordrhein-Westfalen in den Kliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster.
"Ich habe es noch nicht erlebt, dass Arbeitgeber so wenig Interesse für die Anliegen und Bedarfe ihrer Beschäftigten zeigen", sagt der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach zur Begründung.
Der Vorsitzende des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands, Jens Scholz, kritisiert dagegen in der "Welt", es zeuge weder von Weitsicht für die Pflege noch von Nächstenliebe, sich die Uniklinika in der Pandemie als Streikobjekt auszusuchen.
Die Gewerkschaften fordern für die Landesbeschäftigten fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich, im Gesundheitswesen 300 Euro mehr. Unrealistisch, sagt die Tarifgemeinschaft der Länder.
Gänsebraten werden knapp und deutlich teurer
Eine Hiobsbotschaft jagt an diesem Wochenende die nächste: "Der Markt für Wassergeflügel ist zu Weihnachten wohl leergefegt", sagt Marluis Gentgen von der Marktbeobachtungsfirma MEG der Zeitung "Welt am Sonntag". Heißt, auch die Gänsebraten werden knapp!
"Jetzt balgen sich die Restaurants um die wenigen Gänse", sagt die Kölner Gastromanagerin Laura Bechtold in dem Artikel.
Kundinnen und Kunden müssen sich nach Einschätzung von Experten auf deutlich höhere Preise einstellen: Für Gänse aus Deutschland müssten mindestens 20 Prozent mehr gezahlt werden, sagt Mechthild Cloppenburg von der Bonner Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI).
Gründe seien die Folgen der Geflügelpest und von Corona, heißt es. Davon seien die Züchter in Deutschland genauso betroffen wie die Konkurrenten aus wichtigen Lieferländern Polen und Ungarn.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ab sofort erhalten Sie wieder einen Corona-Schnelltest pro Woche kostenlos. Es tritt eine entsprechende Verordnung von Jens Spahn in Kraft, derzeit noch geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. Sinnvolle Maßnahme, um die vierte Welle zu brechen oder nur noch Symbolpolitik? Wir werden es herausfinden. Das sind die anderen wichtigen Themen des Tages:
In Mecklenburg-Vorpommern treffen sich am Vormittag SPD und Linke zu Landesparteitagen, um über den ausgehandelten Koalitionsvertrag zu entscheiden. Läuft alles wie geplant, soll er am Nachmittag in Schwerin unterzeichnet werden.
Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow wollen die Staaten im Laufe des Tages ihre Abschlusserklärung - falls sie sich einigen können. Wegen einer Reihe von Differenzen in Finanzierungsfragen befinden sich die Verhandlungen in der Verlängerung.
In der Formel 1 steht das Sprint-Qualifying für den Großen Preis von Brasilien an. Um 20.30 Uhr beginnt das kurze Minirennen.
Soweit der kurze Überblick. Fragen, Anregungen und Hinweise können Sie gerne an dertag@n-tv.de schicken. Ich bin Christian Herrmann, kommen Sie gut in den Tag!
Über den Autor
Auch Baumärkten geht die Ware aus
Liebe Damen, liebe Herren, bitte bleiben Sie stark. Die globalen Lieferengpässe schlagen neuerdings auch im liebsten Ausflugsziel der Deutschen durch. Es seien "noch einige Zeit deutlich spürbare Auswirkungen" für Bau- und Gartenmärkte zu befürchten, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), Peter Wüst.
"Viele Lieferanten kündigen gerade flächendeckend ihre Verträge mit den Handelspartnern und avisieren massive Preiserhöhungen und Lieferengpässe", sagt der Branchenvertreter.
Die Konsequenz? Vereinzeln begrenzen die Märkte ihre Abgabemengen, "damit für alle Kunden Angebote vorhanden sind und nicht Einzelne ganze Warengruppen aufkaufen".
Wird es auch teurer? Wüst bezeichnet die Branche als "traditionell sehr preisbewusst". Ein Sprecher der Baumarktkette Bauhaus sagt lediglich, die Lage sei "sehr dynamisch und angespannt".
Sturzbetrunkener Lkw-Fahrer baut Unfall auf A71
Unfall mit Ansage: Auf der A71 hat sich am Autobahnkreuz Erfurt ein sturzbetrunkener Mann ans Steuer seines Lkw gesetzt und ist dann in eine Leitplanke gekracht. Damit nicht genug, der 44-Jährige fuhr anschließend noch weitere Kilometer mit einem kaputten Tank weiter.
Der Lkw verlor jede Menge Diesel. Wie viel genau, kann die Polizei derzeit nicht sagen.
Bei dem Fahrer wurden 3,17 Promille im Atem festgestellt. Er, und glücklicherweise auch allen anderen Menschen, blieben unverletzt.
Die A71 war nach dem Unfall stundenlang Richtung Sangerhausen gesperrt.