Samstag, 09. Mai 2020Der Tag

mit Juliane Kipper
Juliane Kipper
22:28 Uhr

Das war Samstag, der 09. Mai 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

trotz der Corona-Schutzbestimmungen haben sich heute am Alexanderplatz in Berlin mehr als tausend Menschen versammelt. Zahlreiche kandierten Parolen wie "Wir sind das Volk" oder "Freiheit, Freiheit". Die Polizei forderte Menschen wiederholt auf, den Platz zu verlassen. Angemeldet war dort keine Versammlung. Rund um den nahegelegenen Rosa-Luxemburg-Platz waren mehr als zehn Versammlungen angemeldet. Dort demonstrieren seit Wochen Menschen gegen die Pandemie-Maßnahmen. Ebenfalls hatten Dutzende Menschen bei einer Versammlung am Reichstagsgebäude teilgenommen, wobei es etwa 30 Festnahmen gab. Derweil klettert den dritten Tag in Folge die Anteckungsrate R nach oben: Erstmals seit mehreren Wochen liegt sie wieder über dem kritischen Wert von 1.

Ansonsten waren heute noch diese Themen wichtig:

Damit verabschiede ich mich heute von Ihnen. Gute Nacht.

21:40 Uhr

Bullterrier beißt Zweijähriger ins Gesicht

Durch die Bisse eines Bullterriers ist ein zweijähriges Mädchen auf der Insel Rügen schwer verletzt worden. Das Mädchen habe in Sagard vor einem Mehrfamilienhaus - wie schon häufiger zuvor - mit dem Hund gespielt, teilte die Polizei mit. Plötzlich sei der Hund, der keinen Maulkorb trug, aus unklaren Gründen über das Mädchen hergefallen und habe es mehrfach gebissen. Die Zweijährige kam mit schweren Gesichtsverletzungen per Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Greifswald. Lebensgefahr bestehe nicht.

Gegen den 42-jährigen Hundebesitzer ist ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoß gegen die Hundehalteverordnung eingeleitet worden. "Das Tier verblieb vorerst unter strengen Auflagen beim Besitzer", teilte die Polizei mit. Das Mädchen war mit ihren Eltern zu Besuch bei ihrer Großmutter, die im selben Mehrfamilienhaus wohne wie der Hundehalter.

21:05 Uhr

Mützenich soll Führungsanspruch in der SPD erheben

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Fritz Felgentreu, deutet die jüngsten Vorstöße des Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich als einen Griff nach der Führung in der Partei. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) schrieb er, Mützenich habe mit einem Interview in der vergangenen Woche, in welchem er unter anderem gefordert hatte, alle amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen, "in der SPD zum ersten Mal einen Führungsanspruch formuliert".

Dabei handle er "offensichtlich abgestimmt" mit dem Parteivorsitzenden Norbert Walter-Borjans, der zugleich mit ihm dieselbe Forderung erhoben hatte. Felgentreu schrieb, er könne sich "nicht vorstellen, dass ein Parteivorsitzender und ein Fraktionschef am gleichen Tag auftreten, ohne damit eine Strategie zu verbinden. Das zeigt für mich einen klaren Willen, die Richtung zu bestimmen. Im Sinne eines Machtanspruchs ist das neu."

Mützenich und Walter-Borjans hatten auch verlangt, Deutschlands "nukleare Teilhabe" zu beenden. Dieses Fachwort bezeichnet die seit Jahrzehnten geübte Praxis, dass amerikanische Atomwaffen in Deutschland lagern, um im Verteidigungsfall von deutschen Flugzeugen ins Ziel getragen zu werden. Dafür ist die Zustimmung des Bundeskanzlers nötig.

20:21 Uhr

Polizei sucht auf Korfu nach Serien-Vergewaltiger

Auf der griechischen Ferieninsel Korfu soll sich ein erst kürzlich freigelassener Serien-Vergewaltiger erneut an einer Frau vergangen haben. Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, fand die Polizei das mutmaßliche Opfer, eine 34-jährige Frau aus Albanien, in einer Hütte auf der Insel. Die Frau war zuvor als vermisst gemeldet worden. Sie sagte demnach bei der Polizei aus, dass der Mann sie entführt und mehrfach vergewaltigt habe.

  • Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 47-Jährigen, der 2012 wegen Vergewaltigung von sechs britischen Touristinnen zu 53 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Im August 2019 kam er im Zuge eines neuen, umstrittenen Gesetzes vorzeitig frei. Er sollte sich ein Mal pro Monat bei der Polizei melden. Außerdem wurde es ihm untersagt, Korfu zu verlassen.
  • Der Freund der Albanerin hatte diese dem Bericht zufolge als vermisst gemeldet und bei der Polizei ausgesagt, er und seine Freundin hätten den Mann am Abend vor ihrem Verschwinden kennengelernt.
  • Die Polizei brachte die Frau nach ihrer Entdeckung in der Hütte mit Verletzungen ins Krankenhaus. Der Verdächtige ist weiter auf der Flucht. 2010 hatte die Polizei den Mann nach einer sechswöchigen Suche in den Wäldern der bei Touristen beliebten Insel aufgespürt.
19:26 Uhr

Chemieunfall in Indien: Demonstranten bringen Leichen an Unglücksort zurück

Nach dem folgenschweren Gasleck in einer Chemiefabrik im Osten Indiens hat eine wütende Menge die Leichen von einigen der Todesopfer in das Werk gebracht und dessen Schließung gefordert. Etwa 300 Demonstranten drängten sich an Polizisten und Wachleuten vorbei in die Anlage. Auf Karren schoben sie die verhüllten Leichen von drei Opfern des Unglücks, deren Füße aus schwarzen Tüchern hinausragten.

Bei dem Chemieunfall in Viskhapatnam im Bundesstaat Andhra Pradesh waren am Donnerstag zwölf Menschen ums Leben gekommen. Hunderte weitere Menschen wurden verletzt, Dutzende von ihnen werden noch im Krankenhaus behandelt. Zahlreiche Menschen verloren bei dem Versuch, vom Unglücksort zu fliehen, das Bewusstsein. Die Behörden richteten eine Evakuierungszone rund um das Chemiewerk ein.

18:25 Uhr

Österreichs Ex-Außenministerin arbeitet jetzt für RT

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Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ist der russische Präsident damals zur Hochzeit der österreichischen Außenministerin mit Wolfgang Meilinger in der Steiermark gekommen.

picture alliance/dpa

Nach ihrem berühmten Knicks vor Kremlchef Wladimir Putin hat die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl nun beim staatlichen Medienkonzern RT als Autorin angeheuert. Kneissl, die auf ihrer Hochzeit 2018 mit Putin getanzt hatte, sei nun Autorin von Kolumnen bei RT, schrieb die Chefredakteurin Margarita Simonjan bei Twitter.

In der ersten Folge äußerte sich Kneissl zur Entwicklung und Zukunft der Autoindustrie in Zeiten der Corona-Pandemie. Unter Simonjans Tweet gab es vorwiegend Kritik an der Personalie samt Zweifeln daran, ob Kneissl eine gute Autorin sei. So kritisierten Nutzer, dass nun noch ein westlicher Politiker seinen Unterhalt auf Kosten russischer Steuerzahler bestreite.

Russlands Präsident Putin war im Sommer 2018 von der rechten FPÖ hofierter Ehrengast bei der Hochzeit der damaligen Außenministerin. Kneissl hatte ihren tiefen Knicks vor Putin am Ende des Tanzes gegen Kritik verteidigt. "Der russische Staatspräsident hat sich zuvor verbeugt, und ich habe diese Verbeugung beantwortet mit einem Knicks." Die Einladung von Putin zu ihrer Hochzeit hatte national und international für Irritationen gesorgt.

17:54 Uhr

Mehr als 200 Migranten im Ärmelkanal aufgegriffen

Britischen Medien zufolge sind in den vergangenen Tagen mehr als 200 Migranten bei dem Versuch aufgegriffen worden, den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien zu überqueren. Das berichtet unter anderem der Sender Sky News. Demnach wurden allein am Freitag 140 Menschen an der britischen Kanalküste an Land gebracht. Bis heute früh seien es 70 weitere gewesen, berichtete der Sender unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Das britische Innenministerium bestätigte "mehrere Vorfälle mit kleinen Booten" vor der Küste der Grafschaft Kent, nannte aber keine Zahlen. Flüchtlingshelfer gehen davon aus, dass die Coronavirus-Pandemie den Druck auf Menschen erhöht hat, die gefährliche Überfahrt zu wagen, weil sie sich in ihren teils überfüllten Unterkünften in Frankreich nicht mehr sicher fühlen.

17:08 Uhr

Nach Anschlägen in Waldkraiburg: Polizei nimmt 25-Jährigen fest

Seit April verübten einer oder mehrere Unbekannte in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) vier Anschläge auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber. Bei einem Brandanschlag auf einen Gemüseladen wurden sechs Menschen verletzt. Die Attacken waren nach ersten Erkenntnissen möglicherweise extremistisch motiviert.

  • Am Bahnhof in Mühldorf am Inn hat die Polizei jetzt einen 25-Jährigen unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Der Mann sei nicht im Besitz einer Fahrkarte gewesen und habe "Explosivstoffe" im Gepäck gehabt. Der Festgenommene sei in Zusammenhang mit den Ermittlungen von Waldkraiburg dringend tatverdächtig, teilte die Polizei mit.
  • "Bei der Kontrolle seines Gepäcks wurden Materialien gefunden, mit denen man Sprengstoff herstellen kann", sagte ein Polizeisprecher. Weitere Angaben zur Identität des Mannes machte die Polizei zunächst nicht.
  • "Derzeit laufen die Ermittlungen in alle Richtungen." Nach der Festnahme des Mannes durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamtes zwei Wohnhäuser in Waldkraiburg und Garching an der Alz. "Es gab Hinweise auf gefährliche Gegenstände." Vorsorglich mussten einige Anwohner ihre Häuser zeitweise verlassen.
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16:34 Uhr

Rock'n Roll-Pionier Little Richard ist tot

Little Richard, der Pionier des Rock'n Roll, ist tot. Er starb mit 87 Jahren, wie das Musikmagazin "Rolling Stone" unter Berufung auf den Sohn des Musikers berichtete. Little Richard riss seine Fans in den 50er Jahren mit seinen Hits wie "Tutti Frutti" und "Long Tall Sally" zu Begeisterungsstürmen hin.

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15:43 Uhr

Gäste kehren an Promenaden der Ostsee zurück

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picture alliance/dpa

Die Küstenorte an der Ostsee proben die Rückkehr zu einer Form der Normalität. An der Küste in Schleswig-Holstein waren heute erstmals wieder deutlich mehr Besucher unterwegs. Auf den Promenaden von Niendorf, Timmendorfer Strand und Travemünde flanierten überall wieder Gäste. Am Strand lagen Sonnenhungrige im Sand, Kinder spielten am noch kalten Wasser.

Es sei das erste Wochenende, an dem alle Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wieder zurück durften, erklärt Kristina Wenske vom Tourismusservice in Timmendorfer Strand. Zudem seien deutlich mehr Schleswig-Holsteiner für einen Tag an die Küste gekommen. Hotels und Gaststätten dürfen allerdings erst ab 18. Mai wieder öffnen - dann dürfen auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder an die Küste in Schleswig-Holstein. Schon jetzt gingen die Buchungen ab dem 18. steil hoch, sagte Wenske.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen auswärtige Besitzer von Zweitwohnungen bereits seit 1. Mai wieder einreisen. Gaststätten dürfen ab heute unter strikten Hygieneauflagen und Abstandsregeln für Einheimische öffnen. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze sind vom 18. Mai an für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns ebenfalls wieder nutzbar. Zum 25. Mai wird dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben.

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15:17 Uhr

Google und Facebook: Homeoffice bis Jahresende

Die Internetriesen Google und Facebook machen in der Corona-Krise Nägeln mit Köpfen: Sie verlängern ihre Gesundheitsregeln. Die meisten Beschäftigten müssen damit bis zum Jahresende von zu Hause aus arbeiten.

  • Wer vor Ort gebraucht werde, könne unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen im Juni oder Juli in sein Büro zurückkehren, sagte Google-Chef Sundar Pichai. Der Großteil der Belegschaft werde aber den Rest des Jahres im Homeoffice arbeiten.
  • Auch bei Facebook können einzelne Mitarbeiter Berichten zufolge Anfang Juli in ihre Büros zurückkehren. Der Mehrheit wird allerdings empfohlen, bis Jahresende weiter von zu Hause aus zu arbeiten.
  • Google beschäftigt weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter. Für Facebook arbeiten rund 45.000 Menschen.

14:39 Uhr

Zucker in Kindertees soll verboten werden

Zuckerhaltige Getränke können bei Kleinkindern viel Schaden anrichten. Übergewicht, Karies – teilweise schon dann, wenn die Zähne noch gar nicht durchgebrochen sind. Deshalb sollen Zucker in Baby- und Kleinkindertees künftig verboten werden.

  • Eine Verordnung von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sieht vor, dass Kräuter- und Früchtetees für Säuglinge oder Kleinkinder keinen zugesetzten Zucker und andere süßende Zutaten wie Honig, Malzextrakt, Sirupe oder Dicksäfte enthalten dürfen.
  • Die Packungen sollen außerdem neue Warnhinweise erhalten.
  • "Babys und Kleinkinder benötigen keine gesüßten Getränke", sagt Klöckner. "Es sollte ihnen auch nicht von Anfang an 'antrainiert' werden."
  • Das Verbot könnte bereits am kommenden Freitag im Bundesrat verabschiedet werden.

14:41 Uhr

Schichtwechsel

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Kollege Christian Herrmann hat sich in den Feierabend verabschiedet und lässt sich wahrscheinlich schon irgendwo die Sonne ins Gesicht scheinen. Ich übernehme an dieser Stelle seinen Platz in der Redaktion und versorge Sie bis in den späten Abend mit Nachrichten. Haben Sie Fragen oder Anregungen? Sie erreichen mich unter: juliane.kipper@nama.de

13:53 Uhr

Eichhörnchen futtern an Mini-Bierbank

Offiziell sind die Biergärten wegen der Corona-Krise noch geschlossen, aber drei Münchner Eichhörnchen lassen sich trotzdem regelmäßig an einer Mini-Bierbank nieder. Weil Corinna Schmitt auf ihrem Balkon stetigen Besuch von den Tieren bekam und sie mit Nüssen und Obst fütterte, baute ihr der Sohn von Freunden eine kleine Vesper-Garnitur im Oachkatzl-Maßstab.

  • "Haselnüsse und Rosinen kommen sehr gut an. Auch Walnüsse und Äpfel. Sonnenblumenkerne saugen sie richtig auf", erzählt Schmitt. Zucchini und Kürbiskerne seien dagegen unbeliebt.
  • Mittlerweile kämen immer wieder drei Eichhörnchen vorbei - ein scheckiges, ein schwarzes und ein rotes, das sei am zutraulichsten.
  • "Wir haben es Madame genannt, weil man Zitzen sieht", sagt Schmitt. Madame sei inzwischen sogar so zutraulich, dass sie schon mal eine Karotte aus der Hand fresse oder bei offener Balkontür kurz ins Wohnzimmer hopse.
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Madame lässt es sich schmecken.

(Foto: picture alliance/dpa)

13:25 Uhr

Frankreich trauert um Widerstandsheldin Cécile Rol-Tanguy

Im Zweiten Weltkrieg war Cécile Rol-Tanguy eines der Gesichter der französischen Résistance. Am 75. Jahrestag des Kriegsendes ist 101-Jährige nun gestorben. "Der Präsident der Republik verneigt sich vor dem Leben dieser Freiheitskämpferin und spricht ihren Kindern und Enkeln, ihren Angehörigen und ihren Kampfgefährten sein trauriges Beileid aus", heißt es aus dem Élysée-Palast.

  • Rol-Tanguy hat sich der Résistance 1940 angeschlossen, als die Truppen der Wehrmacht in Paris einmarschierten.
  • Sie und ihr Mann, der linke Gewerkschafter Henri Rol-Tanguy, waren als zentrale Figuren des Widerstands maßgeblich an der Befreiung von Paris beteiligt.
  • Bekannt war Rol-Tanguy unter anderem dafür, dass sie ihre Waffen im Kinderwagen versteckte.
  • 2014 erhielt sie die größte Auszeichnung des französischen Staates: Der damalige Präsident Francois Hollande ernannte sie zur Großoffizierin der französischen Ehrenlegion.
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Cécile Rol-Tanguy war bis ins hohe Alter als Zeitzeugin in Schulen unterwegs.

(Foto: picture alliance / dpa)

13:02 Uhr

Blase oder Wunder? Iranischer Leitindex erreicht Allzeithoch

Sanktionen, Ölpreisschock, Corona-Pandemie - ganz offensichtlich ist nichts imstande, den iranischen Aktienmarkt zu stoppen. Das behauptet zumindest die iranische Führung. Ihren Angaben zufolge hat der Leitindex Tedpix nämlich ein Allzeithoch erreicht.

  • Demnach legte der Tedpix im frühen Teheraner Handel um 25.663 Punkte zu und kletterte dadurch erstmals über die Hürde von einer Million Punkten.
  • Wie das mit der aktuellen Wirtschaftslage zusammenpasst, weiß niemand. Die iranische Wirtschaft ist 2018 um 5,4 und 2019 um 7,6 Prozent geschrumpft. Für dieses Jahr erwarten Analysten ein weiteres Minus von 6 Prozent.
  • Beeindruckend ist die Entwicklung des Tedpix in jedem Fall: Von April 2019 bis April 2020 hatte er seinen Wert von 214.000 auf 878.000 mehr als vervierfacht. Anerkannte Indizes wie der Dax oder der Dow Jones waren bis Mitte März wegen der Corona-Krise um etwa 40 Prozent abgestürzt.
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Mitarbeiter der iranischen Börse starren 2016 gebannt auf ihre Computer.

(Foto: REUTERS)

12:27 Uhr

Saudi-arabische Behörden nehmen weiteren Prinzen fest

Die Spitze der saudi-arabischen Königsfamilie scheint fest entschlossen, ihre Macht zu festigen. Nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) halten Sicherheitskräfte des Königsreichs seit einiger Zeit Prinz Faisal bin Abdullah ohne Kontakt zur Außenwelt fest. Der Sohn des verstorbenen Königs Abdullah sei am 27. März auf einem Anwesen seiner Familie nordöstlich der Hauptstadt Riad festgenommen worden, schreibt der Deutschland-Chef der Menschenrechtsorganisation, Wenzel Michalski, auf Twitter.

  • Zuvor sollen die Behörden Insidern zufolge schon den Bruder von König Salman, Prinz Ahmed bin Abdulasis, und den früheren Kronprinzen Mohammed bin Najef festgesetzt haben.
  • Mit diesem Schritt wollten König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman den Rest der Herrscherfamilie auf Linie bringen, heißt es.
  • HRW zufolge stammen die Informationen von eine Quelle mit Verbindungen zur Königsfamilie. Die Führung in Riad kommentierte den Bericht zunächst nicht.

12:00 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

11:52 Uhr

Polizei sucht Kopf in der Elbe

Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr auf der Elbe: Eine Spaziergängerin will im Wasser einen menschlichen Kopf gesehen haben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

  • Der Notruf ging demnach um 9 Uhr ein.
  • Polizei und Feuerwehr sind mit Booten im Einsatz, auch die DLRG ist vor Ort.
  • Über der Elbe kreist ein Polizeihubschrauber. Taucher stehen für den Notfall ebenfalls bereit.
  • Bisher war die Suche nicht erfolgreich.

11:17 Uhr

Krankenschwester soll Covid-19-Patienten bestohlen haben

Auch im Gesundheitswesen gibt es schwarze Schafe: In New York hat eine Krankenschwester anscheinend einen sterbenden Covid-19-Patienten bestohlen. Die Polizei wirft ihr unter anderem schweren Diebstahl vor.

  • Der 70-jährige Patient sei am 4. April in das "Staten Island University"-Krankenhaus in New York City eingeliefert worden, berichtet der Nachrichtensender CNN.
  • Wenige Tage später habe die 43-jährige Krankenschwester seine Kreditkarten an sich genommen, heißt es weiter. Sie sei damit Tanken und Einkaufen gefahren.
  • Am 12. April starb der 70-Jährige demnach an der Infektion. Wenig später soll seine Tochter von der Bank die offenen Kreditkarten-Abrechnungen erhalten haben.

10:38 Uhr

Britischer Geheimdienst veröffentlicht Wehrmacht-Funksprüche

Der Zweite Weltkrieg und die NS-Schreckensherrschaft enden mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945. 75 Jahre später hat der britische Geheimdienst GCHQ bisher unter Verschluss gehaltene Funksprüche der deutschen Armee aus den letzten Kriegstagen veröffentlicht.

  • In den Durchsagen vom 7. Mai 1945 informiert ein Leutnant der Wehrmacht über die Ankunft der britischen Armee in Cuxhaven.
  • Entschlüsselt wurde sie von britischen Agenten auf dem Landsitz Bletchley Park rund 70 Kilometer nordwestlich von London, der als wichtiger Stützpunkt der Alliierten berühmt wurde.
  • Dort hatten Geheimdienstmitarbeiter die deutsche Chiffriermaschine Enigma geknackt.
  • Ihre Arbeit diente dem Oscar-prämierten Spielfilm "The Imitation Game" mit Benedict Cumberbatch als Inspiration.

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10:11 Uhr

Evonik-Chef fordert: Bei Staatshilfe keine Dividende

In der Corona-Krise brechen vielen Unternehmen die Absatzmärkte weg. So ist es auch in der chemischen Industrie. Viele Betriebe brauchen staatliche Hilfe. Sollten sie die bekommen und gleichzeitig an der Börse notiert sein, sollten sie aber Abstriche bei den Aktionären machen, meint Christian Kullmann, Chef des Essener Spezialchemie-Konzerns Evonik.

  • "Wer in der Not finanzielle Hilfen vom Staat bekommt, kann nicht zugleich Dividenden bezahlen", sagte Kullmann dem "Spiegel".
  • Er erwartet wegen der Corona-Krise auch in der chemischen Industrie eine Vielzahl von Pleiten und Übernahmen.
  • Gerade für viele mittelständische Unternehmen werde es bitter, weil die Auslandsmärkte wegbrächen, sagt er. Ohne Hilfe würden viele die Krise nicht überleben.
  • Kullmann forderte einen "europäischen Rettungsschirm, ein Konjunkturprogramm ähnlich dem Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg".
Evonik
Evonik 22,31

09:36 Uhr

Südafrikaner feiert 116. Geburtstag

Mehr als 100 Jahre alt, inmitten der Corona-Pandemie, aber die Lunge spielt offensichtlich noch mit: Der Südafrikaner Fredie Blom hat mit Zigarette im Mund seinen 116. Geburtstag gefeiert. "Ich habe dank Gottes Gnade so lange gelebt", sagte der Jubilar, der zu den ältesten Menschen der Welt zählt.

  • Der Südafrikaner wurde 1904 im südafrikanischen Adelaide geboren.
  • Er ist damit älter als der Brite Bob Weighton, der laut Guinness-Buch der Rekorde als ältester Mann der Welt gilt. Bloms Alter wurde aber offiziell noch nicht bestätigt.
  • Für den Südafrikaner ist es bereits die zweite Pandemie seines Lebens: Seine Schwester starb 1918 an der Spanischen Grippe, die zwischen 27 und 50 Millionen Menschen das Leben kostete.
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2018 feierte Blom (r.) ohne Zigarette, dafür mit Kuchen.

(Foto: imago/Xinhua)

09:19 Uhr

Umstrittene Inseln: Chinesen verfolgen japanisches Fischerboot

Die Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer sind so unbewohnt wie umkämpft. Faktisch stehen sie unter japanischer Verwaltung, aber auch China erhebt Anspruch. Dort heißen die Inseln Diaoyu. Deshalb spielen sich in direkter Nähe immer wieder unschöne Szenen ab.

  • Nach japanischen Angaben sollen vier chinesische Schiffe sich der Inselgruppe genähert und ein japanisches Fischerboot verfolgt haben.
  • Zum Schutz der Fischer habe man ein Patrouillenschiff entsandt und die chinesischen Schiffe aufgefordert, die Gewässer zu verlassen, teilt die japanische Küstenwache mit. Bei dem Vorfall am Vortag sei niemand verletzt worden.
  • Im Umfeld der Inseln werden große Gas- und Ölvorkommen vermutet, deshalb haben die Felsen große strategische Bedeutung.
  • Auch Taiwan erhebt Anspruch auf die Inseln und nennt sie Diaoyutai.

09:00 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:36 Uhr

Astronomen machen (fantastisches) "Glücksfoto" von Jupiter

Astronomen haben eine wunderschöne Infrarotaufnahme von Jupiter veröffentlicht, auf dem die Atmosphäre des Gasriesen wie ein gigantischer Lavastrom zu glühen schein. Auch Blitzeinschläge und Stürme sind unter der düsteren Wolkendecke zu erkennen. Verantwortlich für die Aufnahmen ist das Gemini-Observatorium auf dem Mauna-Kea-Vulkan auf Hawaii.

  • Es handelt sich um die hochauflösendsten Bilder, die bisher von Jupiter gemacht wurden.
  • Die Astronomen haben dafür eine Technik verwendet, die sich "lucky imaging" nennt, also "glückliche Aufnahme".
  • Dabei werden möglichst viele Bilder mit minimaler Belichtungszeit gemacht, sodass optische Störungen, die von der Erdatmosphäre verursacht werden, kaum oder gar nicht zu erkennen sind.
  • Aus oft mehreren Tausend Einzelbildern werden am Ende die besten ausgewählt und übereinandergelegt.
  • Dieses Mosaik aus den "Glücksbildern" ergibt am Ende eine Aufnahme, die anders als die Einzelbilder klare und scharfe Details wiedergibt.
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Die Infrarotaufnahme von Jupiter: Kreisrund sind viele Stürme zu erkennen.

(Foto: International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA M.H. Wong)

08:09 Uhr

Maas: London rückt von Brexit-Vereinbarungen ab

Am 31. Januar ist Großbritannien aus der EU ausgetreten. Bis zum Jahresende gilt aber noch eine Übergangsphase. In dieser Zeit wollen beide Seiten ihre künftigen Beziehungen regeln, zum Beispiel in Handelsfragen. Am Montag werden die Verhandlungen fortgesetzt, es scheint aber neuen Ärger zu geben.

  • Bundesaußenminister Heiko Maas warnt vor einem Scheitern der Verhandlungen.
  • "Es ist besorgniserregend, dass Großbritannien sich bei zentralen Punkten in den Verhandlungen weiter von unserer gemeinsam vereinbarten Politischen Erklärung entfernt", sagt er in der "Augsburger Allgemeinen".
  • Deshalb sei derzeit Einigung über ein Handelsabkommen das Jahresende hinaus absehbar.

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07:47 Uhr

Bahngewerkschaft: Fahrgastzahl erholt sich frühestens 2022

Mit 151 Millionen Kundenfahrten stellt die Deutsche Bahn letztes Jahr im Fernverkehr den fünften Fahrgastrekord in Folge auf. Das wird wegen der Corona-Krise dieses Jahr nicht einmal ansatzweise klappen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erwartet sogar eine längere Durststrecke.

  • "Wir gehen davon aus, dass wir 2022 oder 2023 die Zahlen erreichen, die wir 2019 gesehen haben", sagt der kommissarische EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel, der auch langjähriges Mitglied im Aufsichtsrat der Bahn ist.
  • Die Beschäftigten hätten nun mehr Erfahrung mit Telefon- und Videokonferenzen, deswegen werde es vorerst weniger Dienstreisen mit der Bahn geben, sagt er. "Wir werden viele Fahrten, die wir früher gemacht haben, nicht mehr machen. Wir haben gelernt, dass es auch anders geht."
  • Bahn und Bund hatten sich eigentlich als Ziel gesetzt, die Fahrgastzahl bis 2030 zu verdoppeln. Ob es dabei bleibt, diskutiert der Aufsichtsrat am kommenden Freitag.
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(Foto: imago images/Rupert Oberhäuser)

07:09 Uhr

Zehnter Jahrestag von Mordfall Bögerl: Ermittler glauben an Aufklärung

Am 12. Mai 2010 wird Maria Bögerl, die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs, aus ihrem Haus entführt. Eine Lösegeldübergabe scheitert wenig später. Anfang Juni 2010 findet die Polizei die Leiche der 54-Jährigen. Ihr Mann nimmt sich daraufhin das Leben. Die Ermittler glauben aber auch zehn Jahre danach daran, dass sie den Fall aufklären können.

  • "Solange es erfolgversprechende Ermittlungsansätze gibt, ist weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei bereit, diese Akte zu schließen", sagt Chefermittler Thomas Friedrich.
  • Er hat die Ermittlungen in dem Fall Anfang 2014 übernommen. Die Lösung werde zwar immer schwieriger mit den Jahren, sagt er. Doch es gebe noch viele Ansätze.
  • Aktuell werten Ermittler demnach digitale Daten aus. Mehr als 10.000 Spuren seien bisher gesammelt worden, sagt Friedrich. Auf eine DNA-Spur setze man die meisten Hoffnungen.
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06:49 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist Samstag, die Welt befindet sich im nächsten kollektiven Corona-Wochenende, und genauso schaut die Vorschau aus. Nix los. Na gut, ein paar Termine gibt es doch, hier die ganz kurze Übersicht:

  • In mehreren Städten sind heute Nachmittag Demonstrationen gegen die Einschränkung von Grundrechten in der Corona-Krise geplant. Aufrufe gibt es unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main und Stuttgart.
  • Eine größere Ansammlung von Menschen kommt heute auch in Weißrussland zusammen: Das Land feiert den 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland mit einer Militärparade.

Die gute Nachricht: Das Wetter spielt mit, es spricht also nichts gegen eine ausgedehnte Grillorgie mit der Familie im Garten. Sollten Sie nebenbei Fragen, Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie gerne eine E-Mail an christian.herrmann@nachrichtemanufaktur.de

Kommen Sie gut in den Tag!

06:34 Uhr

Welke nach Angriff auf ZDF-Team: Es standen Fluchtautos bereit

Gut eine Woche nach dem Angriff auf das ZDF-Kamerateam mit sechs Verletzten in Berlin hat sich der Moderator der "heute show", Oliver Welke, für die Solidaritätsbekundungen bedankt. Es seien viele Grüße und Genesungswünsche eingegangen, sagte er gestern Abend in der jüngsten Ausgabe der Satiresendung.

  • "Diese Woche haben wir als Nachrichtensatire also mal erfahren, wie das ist, selber in den Nachrichten vorzukommen - nicht schön", sagte Welke am Anfang der Sendung.
  • Aufnahmen von der vorausgegangenen "Hygiendemo", bei der es zu dem Angriff kam, zeigte das ZDF nicht. Sie würden derzeit vom Landeskriminalamt ausgewertet, sagte Welke.
  • Die Polizei geht davon aus, dass die Täter aus der linken Szene stammen.
  • Das ZDF-Team deutete außerdem an, dass die Tat geplant war: Welke sagte, es hätten Fluchtfahrzeuge bereitgestanden.

 

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Oliver Welke moderiert die "heute show" seit 2009.

(Foto: picture alliance/dpa)

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06:03 Uhr

"Gangstarella": Rapper Capital Bra bringt Tiefkühlpizza raus

Neues Geschäft für den Rapper: Capital Bra verkauft ab sofort seine eigene Pizza bei Edeka, Kaufland und Rewe. Ab Montag gebe es die neue "#TeamCapi"-Pizza unter der Marke "Gangstarella" in Tiefkühlregalen, sagt die Firma Universal Music Group & Brands.

  • Die zwei Sorten Rindersalami und Grillgemüse schmeckten "übertrieben krass", sagt der 25-Jährige.
  • Die Pizza wird von der Freiberger Convenience Food Group produziert, einem Hersteller tiefgekühlter Pizzen für Handelsmarken.
  • Die Freiberger-Gruppe ist eine hundertprozentige Tochter der Südzucker AG.
  • Capital Bra nennt sich auch nur Capital oder Capi oder Joker Bra. Der Deutschrapper mit ukrainischen und russischen Wurzeln gehört zu den erfolgreichsten Musikern in Deutschland.
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05:51 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht