Essen und Trinken

Zwischen Kippa und Küche Tom geht in die Fremde und findet heim

©Chaim Afriat

Tom, Dana und ihr Erstgeborener David.

(Foto: ©Chaim Afriat)

Der Mensch sucht eigentlich immer: die Wahrheit, die große Liebe, schwarze Löcher im Universum oder die Butter im Kühlschrank. Tom Franz sucht jahrelang - und findet sich, die Frau fürs Leben und HaSchem.

Thomas Franz wird 1973 als "Kölscher Jung" geboren und wächst als normaler Bengel in Erftstadt nahe der Rheinmetropole auf, sammelt Kronkorken, Bierdeckel und Getränkedosen; später anspruchsvoller Platten und Musikkassetten en masse. Briefmarken wurden auch nicht verschont. Da ist er ein 16-jähriger schlaksiger Jüngling, der Sport treibt und im Herbst 1989 den israelischen Austauschschülerinnen auf den Hintern schaut. Die Jungs und Mädels aus dem fernen Land sind allesamt gut drauf, unternehmungslustig - und, völlig unverständlich für die gleichaltrigen Deutschen, sie kommen dabei ganz ohne Alkohol und Drogen aus. Thomas ist immer dabei beim Partymachen, im Kopf aber hat er die Bilder aus den Konzentrationslagern, die Gräuel der Nazis, wovon er im Schulunterricht gehört hatte. Das kann er nicht ausblenden. Sechs Millionen ermordete Juden! Wie aber können die Urenkel der Überlebenden der Schoah im Land der Mörder lachen, singen, tanzen? Sie sind so anders als deutsche Jugendliche, so exotisch, ganz und gar exotisch. Das war Thomas' erster Kontakt mit Israel - und das Land und seine faszinierenden Menschen sollten ihn nie mehr loslassen. Darüber hat Tom Franz, wie der 45-Jährige sich inzwischen nennt, ein Buch geschrieben: "Sehnsucht Israel. Mein Leben zwischen Kippa, Küche und Koriander".

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Tom Franz erzählt, wie ein Rheinländer zum frommen Juden wird, nicht ohne Wechselfälle und Anekdoten.

(Foto: ©Daniel Laylah)

Jene 18 jungen Israelis "veränderten mein Leben", heißt es darin. "Einer der Austauschschüler, mit dem ich bislang kein Wort gewechselt hatte, fragte mich völlig unvermittelt: 'Was haben eigentlich deine Großeltern während des Zweiten Weltkriegs gemacht?' 'Ich ... ich weiß es nicht so genau', stotterte ich. 'Mein Großvater hatte eine Nummer am Arm. Er wurde von Berlin nach Auschwitz deportiert', sagte er. Mit hochrotem Kopf stand ich da. In diesem Augenblick war mir bewusst geworden, dass die Generation meiner Großeltern seinen Großvater ins KZ gebracht hatte. 'Komm, lass gut sein', sagte er und stieß gegen meine Schulter an." Gemeinsam teilen sie bei einem Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald den Schmerz, doch das Staunen verlässt den jungen Thomas nicht: Wie ist es möglich, heftig zu trauern und dann weiterzumachen? Die Israelis geben ihm zu verstehen: "Wir haben das Furchtbare erblickt, haben uns an die nicht zu begreifende Geschichte erinnert, aber jetzt ist es vorbei." Sein Staunen verwandelt sich unmerklich in eine Sehnsucht.

Ein Jahr später gibts einen Gegenbesuch in Israel und buchstäblich alles haut ihn um – die Gerüche, die Gewürze, Hummus und Avocados und die Schnitzel aus Hühnerbrust. In jedem Zimmer seiner Gastfamilie in Cholon (beileibe keine reiche Stadt, sondern ein Meer von Mietshäusern) steht ein Fernseher; Kabel-TV ist selbstverständlich. So also lebt man in Israel. "Ich kam aus einem Land, von dem ich angenommen hatte, dass wir alles besaßen, in das Land der Bibel, von dem ich, wenn auch eher unbewusst, davon ausgegangen war, dass es hier nicht einmal Strom geben könnte. ... Auf keinen Fall, dass man hier, umgeben von Wüsten, auf dem neuesten technischen Standard war." Er, 1,95 Meter lang,  verguckt sich in die 1,57 Meter kleine Shiri und steckt einen Zettel in die Klagemauer mit dem Wunsch, dass es irgendwie mit Shiri klappt. Könnte ja sein – obwohl er ja nicht an Gott glaubt. Die mandeläugige Shiri ist die Erste, die ihn "Tom" nennt. Noch ist seine Neugier ziemlich oberflächlich, allein die Augen bestimmen, was er wahrnimmt. Er ist getaufter Katholik, aber überzeugter Atheist und findet das Judentum nicht wirklich spannend. "Ich war hier, weil ich die Menschen so toll fand." Doch das ist der Keim dafür, dass die emotionale Bindung zu Israel niemals abreißen sollte.

Die Spaltung

©Tom Franz

Jerusalem: Waren werden auf Karren ohne Bremsen in die Stadt "gefahren".

(Foto: ©Tom Franz)

Was er beruflich werden will, weiß Tom nicht, es gibt es da nur "dieses Bedürfnis, Karriere machen zu wollen". Am liebsten ist ihm, er hätte mit Geld zu tun. Nach zweieinhalb Jahren ist er Bankkaufmann. Er meldet sich zum Friedensdienst bei der Aktion Sühnezeichen (erst danach will er studieren); also wieder Israel. Dort macht er während der drei Wochen in Jerusalem seine ersten Kochversuche, eher notgedrungen und nicht sonderlich gelungen. Tom arbeitet in einem Krankenhaus, eher ein Hospiz, und sorgt für Menschen, die das nicht mehr selbst können. Am Jom haScho'a, dem israelischen Gedenktag für die Holocaust-Opfer, trifft ihn der Ton der Sirene bis ins Mark. "Spätestens an diesem Tag fing eine Art Spaltung an." Tom ist 22 Jahre alt, als er lernen muss, mit den Bombenattentaten umzugehen. Es ist nicht einfach, die unterschiedlichen Positionen und Ansichten zu begreifen. Langsam beginnt Tom zu verstehen, dass das intensive Nationalgefühl der Israelis in einer intensiven Verbindung zur Religion steht.

Mitte 1997 wieder zurück in Deutschland studiert Tom Jura, denn er stellt sich vor, für Recht sorgen zu können. Außerdem entwickelt er seine Liebe zu schmackhaftem Essen zur Leidenschaft, "zu dieser Zeit das einzige Kreative, was ich machte". Kochen als entspannendes Hobby, ohne professionelle Ambitionen. Tom lebt exzessiv: "Trinken, Rauchen, nicht zu vergessen die herumkreisenden Joints." Doch er achtet darauf, nie vollends abzudriften. "Dass mein enormer Alkoholkonsum vielleicht auch etwas mit einer Flucht aus der Realität zu tun haben könnte, wäre mir damals nie in den Sinn gekommen." Er verdrängt, dass er in Israel angefangen hatte, "nach Höherem zu streben".

Doch ganz vergessen ist Israel nicht und so wird daraus ein Ferienjob als Freiwilliger in einem israelischen Krankenhaus. Mehr und mehr spürt er eine unerklärliche Anziehung zum Judentum, was ihm völlig absurd vorkommt, denn Tom betrachtet sich selbst als einen Menschen, der nicht an Gott glaubt, überhaupt nicht an irgendeine höhere Macht. Im Krankenhaus überlebt er einen  Beinahe-Unfall und beginnt, sein Leben zu reflektieren: War alles, was ihm bisher passierte, Glück oder Fügung? Letztlich wird die Eisenstange, die ihn fast erschlagen hätte, zum Auslöser für seinen Glauben. Der 50-jährige Zvi versucht, ihm zu erklären, "HaSchem" wolle ihm damit etwas sagen. Erstmals erfährt Tom, dass gläubige Juden das Wort "Gott" nicht einfach so aussprechen und auch nicht gerne hören. Wie ist es aber möglich, dass man sich nach einer Religion sehnt, wenn man nicht glaubt?

Diese komplizierte und langwierige Suche nach dem eigenen Ich, teils eine quälerische Auseinandersetzung mit sich selbst, begleitet Tom Franz auf seinem gesamten Werdegang. Es ist ein schwieriger Prozess, in dem er sich dem Judentum zuwendet, doch unaufhaltsam, bis er ankommt am Ziel: Er findet seinen inneren Frieden. Auf diesem Weg passieren viele unvorhergesehene Zwischenfälle, an denen Tom Franz den Leser teilhaben lässt; man kann mit ihm lachen und weinen. Seine Angst und Unsicherheit, Zuversicht und Stärke sind in jedem Satz zu spüren. Auch wenn man selbst als "Ungläubiger" nicht alles nachvollziehen kann, davon überzeugt ist, dass alles Glück oder Unglück im Leben Zufall oder selbstbestimmt ist und nicht eine göttliche Fügung, weiß man am Ende dieses Buches: Jeder hat eine Chance gegen den inneren Schweinehund. Man muss sie nur ergreifen.

Lustig sind Toms Versuche, zu klären, ob man "Fügung" auch praktisch einsetzen kann. Wieder zurück in Köln mault er mit dem dortigen Rabbi herum und während eines Erasmus-Auslandssemesters in Spanien "erleuchtet" ihn ein Joint: Es bleiben nur zwei Möglichkeiten – härtere Drogen oder das Ruder rumreißen. Er sieht sich neu – und das wirft ihn völlig aus seiner alten Bahn. Nun geht Tom seinen neuen Weg, nicht zu jedem Zeitpunkt konsequent, aber letztendlich mit traumwandlerischer Sicherheit.

Die Entscheidung

©Yedid Levy

Tel Aviv: Bei Shlomo & Doron im Jemenitischen Viertel gibt es Toms Lieblingshummus.

(Foto: ©Yedid Levy)

Tom, der mit 16 angefangen hatte zu trinken, schränkt seinen Alkoholkonsum drastisch ein, hört auf, Schweinefleisch zu essen und beginnt, wieder intensiv Sport zu treiben. Von Joints lässt er die Finger. Im Dezember 1999 Toms Eingeständnis: "Ich hatte angefangen zu glauben." Nach dem Ersten Staatsexamen geht Tom im Rechtsreferendariat in eine kleine Anwaltskanzlei in Israel. Er lernt Ora kennen, deren gesamte Küche zu seinem Leidwesen aus einem Wasserkocher besteht, richtet also eine Küche ein, bekocht Ora und bereitet sich darauf vor, zu konvertieren. Und Ora macht ihm klar: Kein Sex ohne Beschneidung! Was folgt, ist eine "Beschneidung auf Russisch" mit über 30. Tom versteht kein Wort und betet, der liebe Gott möge aufpassen, dass sie nicht zu viel abschneiden. Die Sache geht gut aus. Einfach nur ärztliche Kunst? Tom glaubt an Fügung. Er will lernen, wie man als Jude betet, hat Schwierigkeiten mit den komplizierten orthodoxen Regeln und tapst in so manches Fettnäpfchen. Das Essen aber bei den jüdischen Feierlichkeiten ist ein unglaubliches Aha-Erlebnis. Mehr und mehr liebt er den Schabbat und seine wunderbare Küche, gewöhnt sich an den unglaublichen Schärfegrad vieler Speisen. Dank seiner Beziehung zu Ora bekommt Tom ein Visum und kann legal in einer deutsch-israelischen Kanzlei arbeiten. Die Einreise gestaltet sich dank der Unmenge an Küchenmessern in seinem Koffer als etwas schwierig. Nicht alles geht so gut aus wie die Sache mit den Messern, Ora bringt ihn auf die Palme und Tom trennt sich von ihr.

Aber ohne Ora keine Aufenthaltsgenehmigung, ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Konversion. Ohne Konversion kein Visum, ohne Visum keine Konversion. Ein Teufelskreis. Letztendlich und nach langer Zitterpartie hilft eine Bescheinigung des Kölner Rabbinats, dass Tom zur Konversion in Israel zugelassen wird. Ein gewaltiges Lernpensum ist zu bewältigen – ganz ohne materielle Sicherheit, denn Tom hat keine Arbeitserlaubnis. Das macht ihn regelrecht krank und nun muss er auch noch seine Schmerzen bekämpfen. Er lernt er Koriander kennen – "eine harte Schule", bis er ihn liebt. Schabbat wird sein Lieblingstag in der Woche, dieses Offline-Gehen vom alltäglichen Leben. Inzwischen hat Tom ein Visum und findet 2006 endlich auch eine eigene Wohnung, richtet sich das erste Mal eine koschere Küche ein. Der Aufwand, koscher zu kochen, ist enorm; die Kochgebote und -verbote fördern seine Kreativität. Er beginnt, die Kippa auch außerhalb der Synagoge zu tragen. Was ihm anfangs irgendwie abgedreht oder sogar lächerlich vorkam wie die Tefillin, diese zwei schwarzen Lederriemen mit Kapseln, die sich fromme Juden beim Morgengebet um den linken Arm und um die Stirn wickeln, beschäftigt ihn zusehends und Tom beginnt, zu Hause damit zu üben. Nun ist ihm klar: Irgendwann war der Punkt gekommen, dass ihm Geld und Haus mit Garten, exklusive Reisen und Autos nicht mehr wichtig waren. Vielleicht war dieser Punkt "schon immer in mir gewesen, ich hatte ihn nur nie bemerkt, weil ich den Konventionen folgte, um dazuzugehören".

Beten hin oder her – das hält ihn nicht davon ab, sich neu zu verlieben. Elina, eine Jüdin mit osteuropäischen Wurzeln, ist ähnlich wie Ora einige Jahre älter als Tom. Nach zwei Tagen sehr intensiver Begegnungen macht sie ohne Begründung Schluss mit ihm und Tom hat ein neues Schlüsselerlebnis. Ähnlich wie die Eisenstangen beim Beinahe-Unfall, die den Zündfunken für seinen Glauben lieferten, macht das Liebes-Aus ihm auf brutale Weise klar, was er braucht, um sich in einer Beziehung glücklich zu fühlen. Zuvor nämlich war er es immer gewesen, der die Frauen abservierte, er hatte sich zu jemandem entwickelt, "den man von außen betrachtet als 'Arschloch' bezeichnen konnte". Jetzt kommt er aus seinen Gefühlen zu Elina nicht heraus, leidet. Elina ist wie eine Sucht, anderthalb Jahre lang. " ... es war gut, dass ich litt."

Die richtige Frau

©Tom Franz

Tel Aviv: Freitagvormittag auf der Levinsky-Straße im veganen Restaurant "Kaymak". Später bekommt man hier keine Plätze mehr.

(Foto: ©Tom Franz)

Man muss als Leser nicht mit Tom konform gehen, gleich ihm an "gottgegebene" Zufälle glauben, um Kraft und Einsicht aus dem Buch zu gewinnen; und das auf unterhaltsame Weise. Denn eigentlich geht es um menschliche Stärke und es ist egal, wie man dazu findet – mit oder ohne den Glauben an ein göttliches Wesen. "Viele Dinge, die wir in der Jugend gemacht hatten, hätte ich mir rückblickend lieber erspart, wobei ich gleichzeitig so eine Ahnung hatte, dass ich heute nicht der wäre, der ich bin und nicht hier in Israel wäre, wenn ich das alles nicht erlebt hätte." Gilt das nicht für uns alle? Es gibt Fehler, die muss man einfach selbst machen, das ist wie eine Conditio sine qua non, eine Ursache, die unabdingbar für das Ergebnis ist. Das Buch ist einfach eine Bereicherung!

Der Rest ist eigentlich schnell erzählt: Tom besteht die Konversion, wird auch amtlich Jude und ist nun Tom ben Abraham, der Sohn von Abraham. Er begibt sich auf die Suche nach der "richtigen Frau", verfällt allerdings wieder ins alte Schema (Sex und Hopp) und erschrickt vor dieser "sexuellen Belästigung". Er wechselt in vier Wochen die Frauen wie andere die Hemden, bis er sich vor sich selbst ekelt und erkennt: Er ist dabei, zu zerstören, was er sich spirituell aufgebaut hatte. Tom zieht die Notbremse, macht sozusagen sexuell einen kalten Entzug – und betet, Gott möge ihn nicht zu lange hängen lassen.

Ob es nun Gott ist oder eher Kamerad Zufall (ich "glaube" ja an Letzteres) sei dahin gestellt, der Deutsche in den besten Mannesjahres findet Mitte Juni 2007 auf einer Parkbank in Tel Aviv seine "Mrs. Right". Dana, fünf Jahre jünger als er, gut gebaut und auf High Heels, wird später sagen, sie habe schon zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass beide heiraten werden. Kochen und Essen wird ihrer beider Ding. Die Hochzeit in einer Synagoge wird dann auch noch von einem durchgeknallten Anwalt bedroht, aber letztendlich wird es eine ausgelassene Feier gemeinsam mit orthodoxen Juden und Toms nichtjüdischer Familie und Freunden aus Deutschland. Zwei Jahre nach der Hochzeit ist Dana schwanger. Ein überwältigendes Glück, alles scheint perfekt, doch es geht fast alles schief, was schiefgehen kann. Nach der sehr schwierigen Geburt kämpft Dana um ihr Leben, vier Wochen leben alle in Angst; um den kleinen Sohn David muss Tom sich kümmern. Es dauert Monate, bis Dana sich erholt.

Koscher-Gourmet

Seine zweite Metamorphose hat Tom seiner Frau zu verdanken: die vom Anwalt zum Koch. Denn Dana gibt keine Ruhe, damit ihr Mann seine Talente nicht weiter brachliegen lässt. Endlich geht er zum Casting für "MasterChef", die angesagte Unterhaltungsserie im israelischen Fernsehen. Für die 3. Staffel im August 2012 gibt es 6000 Bewerber. Dem Sieger winken umgerechnet 40.000 Euro. Tom ist irre aufgeregt, lernt verbissen aus Kochbüchern, eignet sich Grundwissen und -techniken an. Seine Message: koscher kochen auf höchsten Niveau. Koscher-Gourmet sozusagen. Von Sendung zu Sendung wird der koscher kochende lange Deutsche mit dem Wuschelkopf bekannter; wildfremde Menschen sprechen ihn auf der Straße an: "Du warst super." Jugendliche revidieren ihre Meinung über die Deutschen und rufen ihm zu: "Hey Tom!". Unbekannte schenken ihm historische Kochbücher. Seine präzise, "deutsche", Arbeitsweise an den Kochstationen trifft nicht auf Missfallen, sondern auf Lob. Keinem ist seine Religion zu viel, was gar nicht so einfach ist in einer sehr gespaltenen Gesellschaft, was die religiösen und säkularen Juden betrifft. Tom Franz überzeugt ausgerechnet als Deutscher die Jury mit koscherer Küche und gewinnt 2013 den "MasterChef"-Wettbewerb.

Sein Leben ist seitdem ein komplett anderes: Tom Franz hat mehrere Kochbücher geschrieben, tritt in Talkshows in Israel und Deutschland auf, ist Werbeträger für internationale Marken, hält Vorträge über seine Lebensgeschichte auf Deutsch, Englisch und Hebräisch. Tom gilt als kulinarischer Botschafter und Brückenbauer zwischen Israel und Deutschland. Dana ist seine Managerin. Sie leben glücklich mit ihren vier Kindern in Tel Aviv. "Ich lebe heute so, dass ich morgen nichts bereue", sagt Tom und hat einen Traum: irgendwann in Deutschland ein koscheres Restaurant mit der tollen Israelischen Küche zu führen.

Ein Automechaniker in einer Werkstatt hatte nach Toms TV-Sieg zu ihm gesagt: "Du bist unser Held." Nicht ein Held, sondern unser Held. Gibt es eine größere Anerkennung?

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Quelle: n-tv.de