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Auszug aus dem Paradis Johnny, bist du deppert?

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Mit 49 wieder solo: Johnny Depp.

(Foto: Chris Pizzello/AP/dapd)

Hat ihn der "Fluch der Karibik“ geritten? Oder ist ihm bei "Dark Shadows" das Blut zu hoch in den Kopf gestiegen? Johnny Depp gibt Vanessa Paradis nach 14 Jahren den Laufpass und soll sich bereits anderweitig umgetan haben. So geht es mit DEM Traumpaar der Show-Branche zu Ende.

Wir befinden uns am 20. Juni des Jahres 2012 nach Christus. Ganz Frankreich ist von der Equipe Tricolore entsetzt. Ganz Frankreich? Nein! Ein kleines Dorf namens Le-Plan-de-la-Tour dürfte heute ein anderes Thema noch weit mehr beschäftigen als das der Stolper-Fußballer um Franck Ribery. Denn hier, in dieser dünn besiedelten und von waldigen Hügeln dominierten Gegend im Süden des Landes, unweit von Saint-Tropez und dem Mittelmeer, haben Johnny Depp und Vanessa Paradis ein Haus. Ach was, Haus, sagen wir es, wie es ist: ein Anwesen, das selbst in dieser einsamen Umgebung durchaus einige Millionen wert ist.

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Gemeinsame Auftritte wie diesen von Depp und Paradis gab es seit einem Jahr nicht mehr.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Allerdings: In jüngster Zeit soll sich das Paar gar nicht mehr groß in der 3000-Seelen-Gemeinde aufgehalten haben. Und auch nicht auf der schmucken Bahamas-Insel namens "Little Hall's Pond", mit deren Kauf der "Fluch der Karibik"-Star seinem Alter Ego Jack Sparrow vor sechs Jahren alle Ehre machte. Stattdessen verlagerten Depp und Paradis vor einiger Zeit ihren Lebensmittelpunkt von der beschaulichen Idylle ins hektische Los Angeles. Möglicherweise der Casus Knaxus für ihre Beziehung. In den USA hätten sie sich auseinandergelebt, wird nun, da ihre Trennung letzten Endes auch offiziell ist, kolportiert.

Spekulationen, dass es zwischen den beiden kriselt, hatte es schon seit Monaten gegeben. Nur so richtig wahrhaben wollte das wohl niemand. Womöglich noch nicht einmal das Paar selbst - obwohl die Gerüchteküche wie wild brodelte, obwohl die beiden seit rund einem Jahr nicht mehr zusammen in der Öffentlichkeit aufgetreten waren und obwohl Depp diverse Affären mit Schauspiel-Kolleginnen nachgesagt wurden.

Eva Green und Amber Heard

Die lautesten Mutmaßungen in dieser Hinsicht gab es im Falle von Eva Green - Depps Partnerin in seinem jüngsten Kino-Streifen, der Vampir-Parodie "Dark Shadows". Kein Wunder, sind doch gewisse äußerliche Ähnlichkeiten zwischen ihr und Paradis nicht von der Hand zu weisen. Mit dem Unterschied: Green ist rund acht Jahre jünger als die 39-jährige Französin. Aber auch zwischen Depp und Amber Heard, die ihm im Film "The Rum Diary" zur Seite stand, sahen einige das Feuer lodern. Und das, obwohl Heard sich nur wenig zuvor als lesbisch geoutet hatte.

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Hatte er was mit ihr? Schauspielerin Eva Green.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Dennoch: Sowohl Paradis als auch Depp waren in den vergangenen Monaten stets darum bemüht, allen Unkenrufen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Noch im Januar konterte sie die explizite Frage, ob die Gerüchte über das Beziehungsende denn unwahr seien, ebenso eindeutig: "Ja, sie sind falsch." Und gerade einmal zwei Monate ist es her, dass er noch versicherte: "Ich brauche meine Familie, um ein besserer Mensch zu sein."

Sollte das stimmen, dann sähe Depps charakterliche Zukunft wohl nicht allzu rosig aus. Gleichwohl schwingt in seinen Worten der Eindruck mit, den viele außenstehende Beobachter von der Beziehung stets hatten. Ein wenig war es Paradis wohl gelungen, den alten Haudrauf Johnny einzufangen. Und dafür brauchte sie noch nicht mal einen Ehering. Schließlich lebte das Paar 14 Jahre in "wilder Ehe" zusammen und bekam ohne Trauschein zwei Kinder - Tochter Lily-Rose und Sohn Jack. Was aus der 13- und dem 10-Jährigen nach der Trennung wird, ist unklar.

Drogen, Tattoos, Frauen

Dass es ausgerechnet die Schöne und das Biest so lange miteinander ausgehalten haben, ist wohl nicht zuletzt ein Grund, weshalb die beiden für viele als DAS Traumpaar der Show-Branche galten. Mehr noch als "Brangelina". Denn wenngleich Brad Pitts und Angelina Jolies Patchwork-Familie de facto um einiges unkonventioneller ist als es die Beziehung von Depp und Paradis je war, wirken sie dennoch vergleichsweise glatt. Um nicht zu sagen: zu glatt.

Depps enormer Erfolg als Schauspieler tat sein Übriges. Ganz abgesehen davon, dass der mehrfach zum "Sexiest Man Alive" gekürte 49-Jährige natürlich kein Biest mit Fell und Schnauze ist. Die Frauen braucht man nicht zu fragen. Aber auch die Männerwelt kommt mit einem wie Depp gut klar. Seine kantigen Seiten - von seiner rebellischen Jugend mit Alkohol- und Drogenexzessen über seine Experimente als Rockmusiker bis hin zu den vielen Tattoos auf seinem Körper - werden ihm von kaum jemandem negativ ausgelegt.

Und dann waren da noch die Frauen: erst Winona Ryder, dann Kate Moss und schließlich Vanessa Paradis - jede für sich eine Ikone ihrer Zeit, für die nicht wenige nur allzu gern mit Depp getauscht hätten. Auch wenn Paradis hierzulande nur einen Hit hatte - an "Joe le taxi" erinnert sich so gut wie jeder, der damals schon Haare unter den Achseln hatte. Genauso wie an ihre Zahnlücke, die wirklich nicht jede tragen kann, und ihre vermaledeite Affäre mit Rockstar-Poser Lenny Kravitz.

Nun gut, die Anziehungskraft von Ryder und Moss mögen angesichts ihrer Eskapaden - von Kleptomanie bis Pete Doherty - mit der Zeit stark nachgelassen haben. Paradis indes fiel nie derart aus der Rolle. Kurzum, man könnte sich auch fragen: Johnny, bist du deppert?

Quelle: ntv.de