Unterhaltung

Vip Vip, Hurra! "Halt einfach mal deine Fresse über Lisha!"

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Gibt es im Dschungelcamp ein Wiedersehen mit den ehemaligen Sommerhaus-WG'lern Lisha und Andrej Mangold?

(Foto: imago images)

"Das Sommerhaus der Stars" öffnet wieder seine Pforten. Doch zwei Kandidaten aus der Skandalstaffel 2020 werden nun als neue Dschungelcamp-Personalie gehandelt. Vip Vip, Hurra!: Andrej Mangold und Lisha sind wieder da!

"Halt doch einfach mal deine Fresse über Lisha! Eva (Benetatou) konnte es vergessen und ihr tut so, als wenn sie jemanden ermordet hätte! Andrej (Mangold) war wohl viel schlimmer. Und was ist mit Yeliz (Koc), die einem Mann ins Gesicht schlug? Du verdammte dreckige Heuchlerin!"

Hui, was für ein netter Kommentar ist denn da in meinem Postfach gelandet? Mit großer Spannung erwarten Trash-TV-Fans dieser Tage die neue Staffel vom "Sommerhaus der Stars". Gleichzeitig sickern immer mehr Informationen durch, wer im Februar 2023 ins Dschungelcamp einziehen soll. Neben Kandidatinnen wie Djamila Rowe oder Yeliz Koc lesen sich die neuen potenziellen Dschungelcamper wie das "Who is who" des "Sommerhauses" aus dem Jahre 2020. Dieses ist, das muss man in aller Deutlichkeit sagen, vielen Zuschauern in schlechter Erinnerung geblieben. Keine andere Staffel wie die fünfte schlug Trash-TV-Fans so sehr auf den Magen.

Jede Folge wurde das Mobbing gegen die Reality-TV-Teilnehmerin und Ex-Freundin von Mangold, Eva Benetatou, schlimmer. Anfangs sehr sympathisch gerieten vor allem die Youtuberin Lisha sowie Mangold selbst in eine Spirale der Negativ-Schlagzeilen. Sogar RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm zog kritisch Bilanz zum Sommerhaus-Eklat und sagte seinerzeit, die Art der Konflikte im Haus hätten dem Sender in seiner Außenwahrnehmung geschadet: "Die Eskalation der Aggressivität und das unangenehme negative Gefühl, das in dieser Staffel steckte, hat uns persönlich auch betroffen gemacht."

"Quoten erzielt man mit rein asozialem Verhalten nicht"

Damit sprach er nicht nur die Stimmung im Haus an, sondern auch das Verhalten der Berlinerin Lisha, die ihre WG-Genossen immer wieder als "behindert", "Viecher" oder mit dem F-Wort beschimpfte. Tatsächlich, so der RTL-Unterhaltungschef, seien die damaligen Zustände im Sommerhaus "noch viel schlimmer" gewesen, sogar "teilweise jenseits der Schmerzgrenze. (...) Aber wer für sich entscheidet, sich öffentlich so darzustellen, muss sich auch selbst der Verantwortung bewusst sein. Ist das nicht der Fall, ist es uns lieber, dies auch klar zu zeigen."

Seit gefühlt Hundert Jahren schreibe ich TV-Kritiken und ich kann mit Sicherheit sagen, dass diese Staffel die mit Abstand unangenehmste war, über die ich berichtet habe. Nun ist das mit Kritik ja so eine Sache. Der Shitstorm ist heutzutage vorprogrammiert. Aber es muss schon erlaubt sein, sich zu wundern, wenn ein Sender sagt, die aggressiv aufgeladene Stimmung im Sommerhaus sei "Quotengift" gewesen, denn "Quoten erzielt man mit rein asozialem Verhalten nicht." Und dann sind ausgerechnet jene Sommerhäusler auf der Liste der Kandidaten, die wohl bald im Flieger nach Down Under sitzen. Vollkommen legitim, eine solche Entscheidung erst einmal befremdlich zu finden!

So stellte ich meiner Social-Media-Community, in der viele Reality-TV-Fans sind, die Frage, was sie darüber denken, dass Andrej Mangold und Lisha ins Dschungelcamp ziehen. Die Resonanz: ernüchternd. Viele Zuschauer schrieben, sie könnten das Geschehen 2020 nicht vergessen. Dieses Sommerhaus sei für viele Trash-TV-Fans eine Zäsur gewesen.

Vielleicht werden sich die Kandidaten im Dschungelcamp von einer anderen Seite zeigen, vielleicht war auch im Sommerhaus 2020, wie Mangold einst sagte, wirklich "alles falsch geschnitten" und vielleicht sind beide Personen in Wahrheit auch Pfundskerle! All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der TV-Zuschauer nach der unangenehmen Sommerhaus-Erfahrung von 2020 erst einmal skeptisch ist, wenn er vom neuen Dschungelcamp-Cast hört. Kritik ist weder "Hate" gegen die Kandidaten noch "Hetze", aber nun halte ich "dreckige Heuchlerin " zu diesem Thema liebe "meine Fresse".

"Die Retro-Welle rollt"

Widmen wir uns stattdessen einer Frau, die in dieser Woche dem Medienmagazin DWDL ein bombastisches Interview gegeben hat: Ulla Kock am Brink. Die Moderatorin, die einst mit der "100.000 Mark Show" deutschlandweit bekannt wurde, ist zurück im Fernsehen. Und zwar mit genau dieser Show! Nicht nur bei RTL hat man gemerkt, dass es sich durchaus lohnen könnte, einst erfolgreichen, alten Formaten neues Leben einzuhauchen oder wie DWDL schreibt: "Die Retro-Welle rollt."

Das Wunderbare an den Aussagen von Ulla Kock am Brink: Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, scheint regelrecht angriffslustig zu sein. Man gewinnt ein wenig den Eindruck, dass sie sehr viele Jahre nur darauf gewartet hat, endlich mal, salopp ausgedrückt, frei Schnauze rauszuhauen, was sie über das damalige TV-Geschäft denkt. So spricht sie etwa über "viele gute Frauen in den vergangenen 10, 15 Jahren, die nicht im Fernsehen zu sehen waren." Gleichzeitig, so die Moderatorin, "wurden Frauen in großen Shows immer wieder in die Nebenspur gesetzt." Schön aussehen, Größe 34, tiefer Ausschnitt. Frei nach dem Motto: "Du darfst Sätze sagen, aber bitte lass deinem männlichen Co-Moderator die Witze und den Charme."

Besonders schön zu lesen, wie frei sich Kock am Brink von all dem Druck macht, wie man im Fernsehen auszusehen habe. Ihre oberste Bedingung: Man muss sie so nehmen, wie sie ist. "Denn ich werde mich nicht durchoperieren lassen, nur um noch einmal eine Fernsehshow moderieren zu können." Und weiter: "Es gibt auf sehr vielen Ebenen Diskriminierung - und die Altersdiskriminierung gehört dazu. (...) Es sollte in einer Demokratie-Kultur möglich sein, sämtlichen Erscheinungsformen eine Bühne zu geben - sei es Sexualität, Alter, Körperform oder Herkunft betreffend. Mein Appell: Schaut euch einfach in die Augen und nehmt euch als Menschen wahr." Bis nächste Woche!

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 02. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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