TV

"Sommerhaus" - Folge 8 "Ekelhaft, diese dreckigen Ratten"

Titelbild.jpg

Ehrliche Feinde und unehrliche Freunde in einem Pool.

(Foto: TVNOW)

Wer meint, nach Andrejs Rauswurf herrscht "Friede, Freude, Pfannekuchen", irrt. Die Spieltaktik verlangt Freundlichkeit. Vor allem Lisha fällt es schwer, sich zu verstellen. Folge 8 im "Sommerhaus" wirkt in vielen Szenen nahezu schizophren.

Da denkt man als Zuschauer: Super, wir kieken ja schon Folge 8! Vielleicht wirds kurz harmonisch und alle schmusen? Aber nein, im "Sommerhaus" herrscht, um es mit den Worten von Andreas Robens zu sagen, immer noch kein "Friede, Freude, Pfannekuchen". Ja, die Malle-Auswanderer haben ein bisschen Stress miteinander, weil die Caro nicht begreifen möchte, dass ihrem Gatten "ehrliche Feinde lieber sind als unehrliche Freunde". Nach wie vor lümmelt sie bei jenen herum, die die Robens nominiert haben, und verwechselt das mit "Loyalität". Der Andreas ist kurz sehr böse zu Caro, die vergießt ob des Grolls ihres Herzensmenschen ein paar Tränen, aber am Ende besinnen sie sich auf ihr gemeinsames Fundament: ihre große Liebe. Man hat ja nicht umsonst "seit zehn Jahren jede Scheiße durchgestanden". Damit weht zumindest ein Hauch von Harmonie durch das Haus des Hasses.

Die nächste Belastungsprobe für alle Paare ist das Spiel "Rückwärts einparken", welches der kundige Zuschauer schon aus den vorherigen Staffeln kennt: Die Frau muss mit verbundenen Augen einparken, der Mann gibt die Anweisungen. Erstes Hindernis: Lisha hat Probleme mit dem "Geradeaus-Gang". Schnell hat ein "Silly" vom anderen "Silly" (wie sich die beiden gegenseitig nennen) die Faxen dicke. Während Diana und Micha das Spiel harmonisch beginnen und statt Sprit erstmal Ruhe und Zärtlichkeit tanken, ist Timmy-Boy seinem "talentierten Show-Girl" schon zweimal über den Mund gefahren: "Ich rede nur!" Herrlich antiquiert auch seine Ansichten über Frauen und Männer im Straßenverkehr: "Männer sind besser als Frauen, weil es mehr männliche Kraftfahrer gibt. (...) Auch beim Einparken sind sie besser."

Follower, Follower, Follower

Das Spiel gewinnen Diana und Michael. Die Freude darüber ist - natürlich groß. Aber Vorsicht: Bloß nicht zu viel und zu offensichtlich freuen! Das stößt nämlich Lisha und Annemarie negativ auf. Wenn sich "die Dummen" (...) "safen", ist das nichts, worüber sich die beiden freuen können. Und schwupp, da geht die Hetze auch schon wieder in Richtung eines ihrer Lieblingsthemen: Follower-Anzahl. Annemarie ist der Meinung, alles, was Eva mache, sei "100 Prozent Kalkül". Die ach so böswillige Eva wolle nicht Annemaries Freundin sein, weil sie ihrer Meinung nach "nicht genügend Follower habe".

Zumindest Lisha hat jetzt einen Plan: Mit Eva auf "best Buddie" machen, sie einlullen, und wenn sie sich in Sicherheit wähnt, ihr "das Messer in den Rücken rammen". Auch herrlich die Reaktionen ihres "Sillys" auf alles, was die "Boss-Bitch" so erzählt: "Ja, genau! (…) Stimmt. (…) Sehe ich auch so!" Wie ein putziger Papagei! Bloß nicht mal ein Fünkchen von den verbalen Entgleisungen seiner Herzdame abweichen und der Frau, der er in der so romantischen "Mall of Berlin" Youtube-wirksam einen Heiratsantrag gemacht hat, sagen: 'Du, Schatzi, muss das sein, dass du immer gleich alle so voll deep beleidigst?'

Kurz meint man, "die Pharos" sind in diesem "Intrigen-Kampf" aufgewacht. So stellen sie fest: "Wir haben uns blenden und von Emotionen leiten lassen." An einem lauen Sommertag genießen alle das gute Wetter im Garten. Lou mimt den Ahnungslosen, schleicht sich wie ein Spitzel an Chris ran: "Bist du froh, dass Andrej raus ist? Man hat ja nie so richtig mitbekommen, was eigentlich los war!" Tja, dafür, dass er und Lisha vermeintlich nur wussten, dass Eva und Mangold "sich gestritten haben", ist die Nummer, die die beiden seit jeher abziehen, unter aller Sau. Aber ja, der böse, böse Schnitt!

Chris berichtet Lou, wie Eva ihrem Erzfeind vorschlug, "bei null anzufangen" und wie dieser daraufhin nur meinte: "Ihr seid für uns gestorben." Dass Lou aber plötzlich der Meinung ist, Eva und Lisha seien sich "eigentlich sehr ähnlich", bringt seine Gattin mal wieder zur Weißglut: "Wie kann man mich mit so einem Dreck vergleichen? (…) Die ist so dumm, ey, unfassbar."

Wäre Andrej noch hier gewesen!

Und das ist leider das Problem! Es ist vollkommen irrelevant, ob, was und wie viel in dieser Staffel bisher dem Schnitt zum Opfer fiel. Die Aussagen, die diese Frau mehrfach tätigt, bedingen keinerlei Kontext. Sie stehen für sich selbst. Das ist, als wolle sie dem Zuschauer weismachen, all diese verbalen Ausraster hätten eine Berechtigung. Das ist ein Fehler! Nichts, aber auch gar nichts, rechtfertigt es, permanent so beleidigend aus der Haut zu fahren.

Hach, jammert die Frau, die sich selbst als Löwin betitelt, "Wäre Andrej noch hier gewesen, wäre die Gruppe nie so auseinandergefallen. Das hätte er gar nicht zugelassen!" Es ist nicht despektierlich gemeint, aber viele ihrer Aussagen haben nahezu schizophrene Züge. Ein Beispiel: Lisha mag Eva nicht, weil sie diese bereits "aus dem Fernsehen kennt". In ihren Instagram-Storys will sie ihre "Wahrheit", wie schlecht und "dumm" Eva sei, untermauern, indem sie Ausschnitte aus der "Promi Big Brother"-Staffel 2019 zeigt, in der Benetatou mitwirkte. "Hier sieht man, wie sie ist!" Für Gesprächsstoff sorgte in dieser Staffel, dass Eva nervlich am Ende war, weil sie ob der ungewohnten Situation seit Tagen keinen Stuhlgang mehr hatte.

Lisha will mit diesem TV-Material also Evas "wahres Gesicht" zeigen und beschwert sich, das "Sommerhaus" sei geschnitten und würde somit nicht die Wahrheit dokumentieren. Liebe Lisha, vielleicht denkst du ja mal drüber nach: Auch "Promi Big Brother" ist ein Reality-Format, in dem "geschnitten" wird. Doch bis dahin geht es weiter mit den Beleidigungen: "Trottel (…) dumm, dumm, dumm, (…) Hirni (…) ekelhaft, die gehen mir am Arsch vorbei, (…)." Sie leidet, dass sie gute Miene machen und "die Fresse halten muss", obwohl sie gern "24 Stunden Beleidigungen aussprechen würde" (…) Von vorne: Hey, guten Morgen! Aber tatsächlich: "Drecksstück". Sie ekelt sich. "Dreckige Ratten."

Wer meint, dass das noch Temperament ist, hat Temperament nie verstanden.

"Wir sind Kult!"

Irgendwann an diesem Ort des sozialen Verfalls gibt es so ein "Eischnee-Spiel", bei dem Annemarie Lisha nicht verrät, was genau vom Ei zu Schnee geschlagen wird. Die Berlin-Kreuzberger gewinnen dennoch. Freudestrahlend kehren sie zurück ins Haus: "So sehen Sieger aus!" Übrigens: Als Eva sich einmal ähnlich über einen Sieg freute, war dies das Allerletzte von "der F****".

Am Ende fliegen Eilfeld und ihr Tim. Beide sind schockiert, Tränen fließen. Annemarie hat schwer zu knabbern. Sie glaubt, sie sei einfach "zu gut" und "zu talentiert". Bevor sie geht, stichelt sie ihre Leute weiter gegen Eva auf: "Sorgt dafür, dass dieses Mädchen nicht noch einmal hier einschläft mit einem Glücksgefühl in ihrem Herzen! Mein Weg geht weiter, aber wohin soll Evas Weg gehen? (…) Ich habe Talent, Eva hat kein Talent."

Annemarie und Tim verlassen das "Sommerhaus" - nicht ohne zur folgenden Erkenntnis zu gelangen: "Wir sind Kult!"

Quelle: ntv.de