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Jetzt wäre er 100 geworden Prinz Philip fehlt der Queen

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Die Queen schätzte ihren Mann Prinz Philip auch als Ratgeber.

(Foto: picture alliance / dpa)

Keine Frage: Dieser Tag wäre groß gefeiert worden - wenn auch, aufgrund der Corona-Pandemie, vermutlich nur im kleinen Kreis. Am heutigen Donnerstag wäre Prinz Philip schließlich stolze 100 Jahre geworden. Nun aber, zwei Monate nach seinem Tod, wird es sicher ein eher schwerer Tag für die Queen.

Es sind oft kleine Dinge, mit denen Queen Elizabeth II. Signale setzt. Kürzlich war es eine Brosche, die beim Besuch des nach ihr benannten Flugzeugträgers am roten Mantel der 95-Jährigen steckte. Prinz Philip, jahrelang Mitglied der britischen Marine, hatte sie ihr einst geschenkt.

Seit dem Tod ihres Ehemanns am 9. April ist die Queen alleine. 62 Tage später, an diesem Donnerstag (10. Juni), wäre der Herzog von Edinburgh, wie Philip in Großbritannien genannt wird, 100 Jahre alt geworden. Für Palastkenner ist klar, was die Brosche zeigen soll: Er ist immer an meiner Seite.

"Es ist mit tiefer Trauer, dass Ihre Majestät die Königin den Tod ihres geliebten Gatten, Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, bekannt gibt. Seine Königliche Hoheit ist diesen Morgen friedlich auf Schloss Windsor eingeschlafen." Es sind zwei Sätze, mit denen der Palast am 9. April über den Tod des Queen-Gemahls informiert.

Die "große Leere"

Was folgt, ist geradezu beispiellos in der jüngeren Geschichte der Royals. Tagelang verbreitet der Palast über seine Social-Media-Kanäle zahlreiche Bilder des Königspaares aus den 73 Jahren seiner Ehe, einige zuvor unveröffentlicht. Offiziell spielte Philip keine zentrale Rolle, als Royal Consort stand er eindeutig im Schatten seiner Ehefrau. Doch zeugen die Fotos vom großen Einfluss des Prinzgemahls.

Vier Kinder hatte das Paar: Thronfolger Charles, Anne, Andrew und Edward. Stärke und Stütze der Queen sei Philip gewesen, sagt Premierminister Boris Johnson und preist ihn als "Institution, die unbestreitbar bedeutsam für das Gleichgewicht und das Glück unseres nationalen Lebens bleibt". Es ist ein Bild, das sich durch alle Berichte zieht - und von der Royal Family selbst bestätigt wird.

Von einer "großen Leere in ihrem Leben" berichtet der zweitjüngste Sohn Prinz Andrew. Wie aber kann eine solche Lücke gefüllt werden? Zwar nahm Philip in den letzten Jahren seines Lebens kaum noch an Terminen teil, von denen er seit seiner Heirat mit Elizabeth 1947 rund 22.000 wahrgenommen haben soll. Doch im Palast galt er als ihr wichtigster Berater, vor allem bei Ärger in der Familie - und davon gab es stets reichlich.

Haustiere als Trostspender

"Wir, ihre Familie und diejenigen, die ihr nahe stehen, versammeln sich um sie, um sicherzustellen, dass wir für sie da sind", kündigte Andrew an. Aus dem Palast hieß es, bei offiziellen Terminen werde stets ein ranghoher Royal die Queen begleiten. Doch sucht man manchmal vergebens: Den Flugzeugträger im Hafen von Portsmouth besichtigte die Königin alleine, zeigte dabei ein Lächeln.

Helfen sollten der Queen eigentlich neue Haustiere. Zwei Hunde hat Prinz Andrew seiner tierliebenden Mutter angeblich geschenkt, als Philip wochenlang wegen Herzproblemen im Krankenhaus lag. Jahrzehntelang hatte die Queen Corgis gezüchtet, walisische Hütehunde, aber vor wenigen Jahren damit aufgehört. Doch nur einen Monat nach dem Herzog starb auch eines der Tiere, wie britische Medien zu berichten wussten.

Es muss ein neuer Schlag gewesen sein für die Monarchin, wie die Royals-Expertin Penny Junor dem "Telegraph" sagte. Die Queen sei an sich eine sehr scheue Persönlichkeit, im jungen Alter ins öffentliche Schlaglicht gerückt. "Bei ihren Hunden kann sie ganz sie selbst sein, sicher im Wissen, dass sie sie lieben als diejenige, die sie ist und nicht, weil sie ist, was sie ist."

"Es geht immer weiter"

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Doch nach außen: kein Anzeichen der Schwäche. Bewundernd bemerkten die Medien nach Philips Beisetzung, dass die Queen allein und unbegleitet die Kirche verlassen habe. Es ist das jahrzehntealte Rezept der "stiff upper lip" - "auf die Zähne beißen" und Durchhaltevermögen beweisen. "Der Job ist nicht etwas, das man einfach aufgeben kann", sagte der jüngste Sohn Prinz Edward dem "Telegraph Magazine". "Es geht einfach immer weiter."

Dass sich die Queen nicht beirren lassen will, zeigen die geplanten Termine: Am 12. Juni findet die traditionelle Geburtstagsparade "Trooping the Colour" statt, wegen der Corona-Pandemie wie im Vorjahr im kleineren Rahmen. An ihrer Seite wird dann ihr Cousin Prinz Edward sein, der Herzog von Kent. Einen Tag später empfängt die Queen den US-Präsidenten Joe Biden auf Schloss Windsor. Und auch das große Jubiläum wird bereits vorbereitet: Zum 70. Jubiläum ihrer Thronbesteigung sind gleich vier Tage Programm geplant, ein Sonderurlaubstag für die Bevölkerung inklusive. Wie sang einst Queen, die Rockband? "The show must go on" - die Show geht weiter.

Quelle: ntv.de, Benedikt von Imhoff, dpa

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