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Doch kein Mord im Affekt?Sohn von Rob Reiner soll Eltern gezielt aufgelauert haben

13.08.2026, 11:18 Uhr
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Hatten zeitweise ein schwieriges Verhältnis: Rob Reiner (r.) und sein Sohn Nick. (Foto: picture alliance / Brent Perniac/AdMedia)

Seit Dezember sitzt Nick Reiner wegen des Verdachts in Haft, seine Eltern Rob und Michele Reiner erstochen zu haben. Jetzt erhebt eine Grand Jury offiziell Anklage - und ein neuer Vorwurf deutet darauf hin, dass die Ermittler von einer geplanten Tat ausgehen.

Im Fall der getöteten Hollywood-Größen Rob und Michele Reiner gibt es acht Monate nach ihrem Tod eine entscheidende Entwicklung. Eine Grand Jury in Los Angeles hat ihren gemeinsamen Sohn Nick Reiner offiziell wegen Mordes an seinen Eltern angeklagt - und die Vorwürfe gegen den 32-Jährigen wiegen nun noch schwerer als bisher. Nach Auffassung der Ermittler soll Reiner seinen Eltern vor der Tat gezielt aufgelauert haben.

Die Bezirksstaatsanwaltschaft von Los Angeles gab die Anklageerhebung am Mittwoch bekannt, das entsprechende Dokument war bereits am 20. Juli ausgefertigt worden. Noch am selben Tag erschien Reiner vor Gericht und plädierte auf nicht schuldig, wie unter anderem die BBC berichtet. Besonders brisant ist ein Zusatz, der in den ursprünglichen Vorwürfen vom Dezember noch nicht enthalten war. Die Staatsanwaltschaft wirft Reiner nun vor, seinen Eltern aufgelauert zu haben. Damit geht die Anklagebehörde von einer geplanten Tat aus und nicht von einer spontanen Handlung im Affekt.

Bei einer Verurteilung droht dem 32-Jährigen lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Rechtlich wäre auch die Todesstrafe möglich. Ob die Staatsanwaltschaft diese tatsächlich fordern wird, ist bislang nicht entschieden. Hinrichtungen sind in Kalifornien derzeit ohnehin ausgesetzt. Weiterhin Teil der Vorwürfe ist außerdem, dass Reiner die Tat persönlich mit einem Messer begangen haben soll. Nach kalifornischem Recht wird auch dieser Umstand strafverschärfend berücksichtigt.

"Schwerwiegender Verrat"

Los Angeles' Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman äußerte sich nach der Anklageerhebung mit deutlichen Worten. Die Tat sei ein "schwerwiegender Verrat durch jemanden, der von genau den Menschen geliebt und geschätzt wurde, deren Ermordung ihm vorgeworfen wird", erklärte der Jurist. Am 15. September soll Reiner erneut vor Gericht erscheinen. Wann ein möglicher Prozess beginnen könnte, steht bislang nicht fest.

Rob Reiner, der unter anderem mit Filmen wie "Harry und Sally" berühmt wurde, und seine Ehefrau, die Fotografin Michele Singer Reiner, waren am 14. Dezember 2025 tot in ihrem Haus im Los-Angeles-Stadtteil Brentwood gefunden worden. Entdeckt wurden die Leichen von ihrer Tochter. Der Regisseur wurde 78 Jahre alt, seine Frau 70. Die Gerichtsmedizin stellte bei beiden mehrere durch scharfe Gewalt verursachte Verletzungen als Todesursache fest. Nach Auffassung der Ermittler soll Nick Reiner seine Eltern in den frühen Morgenstunden erstochen haben. Anschließend sei er geflohen und habe später in einem Hotel in Santa Monica eingecheckt.

Nur wenige Stunden nach dem Fund der Leichen nahmen Polizeibeamte den damals 32-Jährigen im Süden von Los Angeles fest. Seit Dezember befindet er sich in Haft, eine Freilassung gegen Kaution wurde ausgeschlossen. Warum Rob und Michele Reiner sterben mussten, bleibt auch nach der offiziellen Anklageerhebung ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat bislang weder ein mögliches Motiv genannt noch offengelegt, auf welche Beweise sie ihre Vorwürfe im Einzelnen stützt.

Ebenfalls offen ist, welche Strategie die Verteidigung verfolgen wird und ob sie sich auf eine mögliche Schuldunfähigkeit Reiners berufen könnte. Medienberichten zufolge wurde bei dem 32-Jährigen bereits vor Jahren Schizophrenie diagnostiziert. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat soll er wegen einer schweren psychiatrischen Erkrankung in Behandlung gewesen sein. Reiner hatte schon als Jugendlicher mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Als Teenager hielt er sich mehrfach in Entzugskliniken auf und war zeitweise obdachlos. Auch das schwierige Verhältnis zu seinem Vater wurde öffentlich: Gemeinsam verarbeiteten Vater und Sohn ihre Erfahrungen 2016 in dem teilweise autobiografischen Film "Being Charlie".

Zuletzt rückte auch die Finanzierung seiner Verteidigung in den Fokus. Im Juni beantragte Reiner Zugriff auf einen von seinen Eltern eingerichteten Treuhandfonds, um damit seine Anwaltskosten bezahlen zu können.

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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