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Markus Lanz ist der vierte und letzte Moderator von "Wetten, dass..?"
Markus Lanz ist der vierte und letzte Moderator von "Wetten, dass..?"(Foto: dpa)
Sonntag, 06. April 2014

Letzte Sendung am 13. Dezember: ZDF beendet "Wetten, dass..?"

Mehr als zweieinhalb Stunden spult das ZDF sein Aushängeschild "Wetten, dass..?" wie üblich ab. Dann der Coup: Markus Lanz verkündet zum Ende der Sendung in Offenburg: Noch drei Ausgaben, dann ist Schluss.

Den Knaller hatte sich Markus Lanz bis zum Schluss aufgehoben: Um 22.55 Uhr verkündete der 45-jährige ZDF-Moderator am Samstagabend das Ende des Showklassikers "Wetten, dass..?". "Das war 'Wetten, dass..?' aus Offenburg", sagte er, während der Abschiedsapplaus noch dröhnte. "Wir gehen jetzt in die Sommerpause und sehen uns am 4. Oktober wieder mit den letzten drei Ausgaben von 'Wetten, dass..?'". Kurze, knappe Worte für einen langen Abschied.

"Der Rückgang der Zuschauerzahlen zeigt, dass sich die Sehgewohnheiten verändert haben und das Format an Anziehungskraft verloren hat", begründete ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler den Schritt seines Senders in einer Mitteilung, die exakt zum Ende der Übertragung veröffentlicht wurde. "Es ist uns nicht leicht gefallen, einen Klassiker wie 'Wetten, dass..?' vom Schirm zu nehmen. Der Aufwand einer so großen Show steht aber nicht mehr im Verhältnis zur Zuschauer-Resonanz."

Himmler betonte, man habe "gemeinsam entschieden, dass wir noch die drei geplanten Ausgaben in 2014 machen. In den letzten Jahren hat sich im Showbereich sehr viel verändert. Das trifft alle Sender und Unterhaltungsprogramme, besonders hart aber 'Wetten, dass..?' als traditionsreichste Show in Deutschland."

Wiederauferstehung nicht ausgeschlossen

Ein Türchen ließ der Unterhaltungschef jedoch noch offen: Die Rechte an der Marke will der Sender behalten und gegebenenfalls auch wieder aktivieren. "Das Konzept, das Frank Elstner Anfang der achtziger Jahre für das ZDF erfunden hat, bleibt einzigartig", so Himmler weiter. "Deshalb schließe ich nicht aus, dass es irgendwann noch einmal auflebt. Wir suchen aber weder einen neuen Moderator, noch planen wir eine Fortsetzung in absehbarer Zukunft. Die Hauptredaktion Show arbeitet jetzt an neuen Ideen für den Samstagabend."

Der Klassiker, den Elstner 1981 an den Start brachte und von Strahlemann Thomas Gottschalk weitergeführt wurde, hatte mit der Übernahme von Lanz 2012 deutlich an Kraft verloren. Der Südtiroler hatte es schwer, sich in der Öffentlichkeit zu behaupten. Sein Moderationsstil geriet immer wieder in die Kritik, auch der in seiner Talkshow, die er drei Mal wöchentlich im ZDF präsentiert. Die "Wetten, dass..?"-Quoten waren zuletzt kräftig gesunken, mit 5,85 Millionen Zuschauern erreichte die Februar-Ausgabe ein historisches Tief.

"Die Zeit ist doch ein bisschen kalt geworden"

Gottschalk zeigte sich verblüfft von der Einstellung der Show. "Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können", sagte der 63-Jährige "Spiegel Online". Gottschalk ist der dienstälteste Moderator von "Wetten, dass..?" mit 151 Ausgaben.

Elstner reagierte betroffen: "Wetten, dass Ende! Das geht an die Nieren. Alles andere wäre gelogen!", teilte der 71-jährige Moderator über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Dem Nachwuchs gehört die Zukunft im Netz! Ich bin dabei. Freue mich!", schrieb er weiter.

Lanz selbst bedauerte, dass der dieses Jahr auslaufende ZDF-Klassiker mit der Entwicklung der TV-Landschaft nicht mehr habe Schritt halten könnten. Die Show sei etwas, "was das deutsche Fernsehen eigentlich dringend braucht. Aber offenbar passt es im Moment wahrscheinlich nicht mehr so richtig in die Zeit. Die Zeit ist doch ein bisschen kalt geworden, vielleicht kann man es so sagen", teilte der Moderator der vom ZDF beauftragten Agentur all4radio mit. Lanz bezeichnete die Show als "feine Familienunterhaltung" ohne Zynismus und Sarkasmus.

Im Februar noch hatte Unterhaltungschef Oliver Fuchs optimistisch in die Zukunft geblickt und ein Winter-"Wetten, dass..?" ins Auge gefasst. Intendant Thomas Bellut indes trat vor einigen Tagen deutlich auf die Bremse, als er dem "Handelsblatt" sagte: "In diesem Jahr werden wir sehen, wie stark die Marke noch ist." Endgültig Schluss ist am 13. Dezember mit der letzten Ausgabe aus Nürnberg.

Quelle: n-tv.de