Essen und Trinken

Bohnen in die Ohren? Grüße aus Beantown

Endlich hatten wir Flachlandtiroler hier in Berlin mal einen Hauch von Winter abbekommen. Die vergangenen Wochen mit ihren frühlingshaften Temperaturen, sprießenden Knospen und flötenden Amselmännchen brachten ja schon sämtliche Gefühle durcheinander! Leider ist der Schnee der vergangenen Tage im wahrsten Sinne schon wieder Schnee von gestern – dennoch ist die Zeit reif für winterliche Rezepte. Außer Kraut und Rüben fallen mir da immer sofort Hülsenfrüchte ein. Löffelerbsen, Linsen mit Knacker und Gerichte aus weißen Bohnen schmecken eigentlich erst so richtig in der kalten Jahreszeit.

Hülsenfrüchte sind gesund, wenngleich mitunter auch mit unangenehmen Begleiterscheinungen. "Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen", heißt es im Volksmund: Die in den Hülsenfrüchten enthaltenen Kohlenhydrate verbinden sich nach dem Verzehr mit Darmbakterien und verursachen die bekannten Blähungen. Werden die Bohnen vor dem Essen eingeweicht, verlieren sie ihre blähende Wirkung - wenn das Einweichwasser weggegossen und zur weiteren Zubereitung frisches Wasser verwendet wird. Diese unangenehmen Begleiterscheinungen lassen sich auch mindern, indem für Hülsenfruchtgerichte bestimmte Gewürze verwendet werden - vor allem Fenchel, Anis, Kümmel, Kreuzkümmel und Koriander. Auch wenn Hülsenfrüchte mit Getreideprodukten wie Brot, Nudeln oder Grütze gegessen werden, werden Blähungen gemindert bzw. verhindert.

Weiße Bohnen ist eigentlich ein Sammelbegriff für weiße bis cremefarbene Bohnen. Sie kochen sämig bis cremig und sind weicher als bunte Sorten. Kidney-Bohnen sind dunkelrot und besitzen eine kräftige Schale und einen mehligen Kern. Sie passen zu Salaten und zu scharfen Fleischgerichten wie das bekannte Chili con Carne. Braune Bohnen kommen aus den Niederlanden und werden in Ostfriesland gern für Suppen und Salate verwendet. Ihre Eigenschaften ähneln denen der Kidney-Bohne. Wachtelbohnen sind braungesprenkelt. Sie sind festkochend und eignen sich gut für Salate. Schwarze Bohnen schmecken leicht süßlich und behalten nach dem Kochen gut ihre Form. Sie gehören in Lateinamerika zu den Grundnahrungsmitteln. Mungobohnen oder Grüne Sojabohnen sind erbsengroß, olivgrün und aromatisch. Sie kommen aus China und Indien.

Ein nicht nur in den USA beliebtes Gericht sind "baked beans". Bekannt geworden sind sie vor allem durch die Stadt Boston, scherzhaft auch "Beantown" und "Heimat der Bohnen und des Kabeljaus" genannt. Bostons Essen war schon immer herzhaft und kräftig; ein traditionelles Gericht sind gebackene Bohnen mit jungem Kabeljau. Wir lassen den Kabeljau weg und kochen ganz einfach mal "baked beans Boston style". Dauert nur ein wenig, die Kochzeit hat es in sich:

Zutaten:

500 g weiße Bohnen
200 g durchwachsenen Speck (Bauchspeck)
2 Zwiebeln
1 EL Weinessig
2 EL Ahornsirup oder Honig
2 TL Senfpulver oder Senf, möglichst scharf
4 EL Tomatenketchup
1 Messerspitze Ingwerpulver
1 - 2 TL Salz (kommt darauf an, wie salzig der Speck ist)
Edelsüßpaprika, Chilipulver
gehackte Petersilie

Zubereitung:

Die Bohnen in reichlich kaltem Wasser über Nacht einweichen. Bohnen abgießen. Die Zwiebeln fein hacken. Alle Gewürze und die Zwiebelstückchen mischen. Die Masse mit Edelsüßpaprika und Chili recht scharf abschmecken und mit den eingeweichten Bohnen vermengen.

Den Speck in dünne Scheiben schneiden. Einen feuerfesten Topf (mit gut schließendem Deckel) mit der Hälfte der Speckscheiben auslegen, die Bohnen darauf geben. Mit heißem Wasser aufgießen; die Bohnen müssen bedeckt sind. Auf dem Herd zum Kochen bringen, vom Herd nehmen und nun die restlichen Speckscheiben oben auf die Bohnen legen.

Jetzt den Topf mit dem Deckel verschließen und im vorgeheizten Ofen (ca. 150 Grad) auf der Mittelschiene etwa 4 Stunden langsam dünsten lassen. Zwischendurch kontrollieren, ob die Bohnen nicht zu trocken werden und evtl. etwas heißes Wasser vorsichtig zugießen. In der letzten halben Stunde ohne Deckel garen. Mit Petersilie bestreut im Topf servieren.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de