Essen und Trinken

Forever young Wer will das schon?

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Nofretete ist schön und schlichtweg alterslos. Gelebt hat sie im 14. Jahrhundert v.Chr.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es gibt vier Alter im Leben einer Frau: Jung, nicht mehr ganz so jung, du hast dich gar nicht verändert und du siehst super aus für dein Alter. Die erste Hälfte der "Skala” ist ja noch recht erfreulich, aber den Rest der "wohlwollenden” Einschätzungen möchte man am liebsten in den Orkus drücken - und den/die Verkünder/in der Sprechblase gleich mit!

Älter werden wir alle. Auch die glattgesichtige 20-Jährige, die neben Ihnen vor dem Waschraum-Spiegel im Restaurant steht und Ihrem, nicht ihrem, Spiegelbild ein gönnerhaftes Lächeln sendet, kauft sich eines Tages Anti-Falten-Creme. Dieses Wissen ist manchmal schon Trost genug. Allein vor dem Restaurant-Spiegel "strafft” man dann schnell die Kinn-Linie mit dem etwas dunkleren Bronzing-Puder aus dem Handtäschchen. Voilà!

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Die großartige Hanna Schygulla steht zu ihren Falten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wie gut geht es doch da den Männern! O.k., sie werden auch älter und faltig, aber da lassen sie sich halt einfach einen Bart wachsen. Graue männliche Schläfen sind DAS Synonym für Lebenserfahrung (auf ALLEN Gebieten); graue weibliche Schläfen hingegen bestenfalls nur für "keine Zeit für den Friseur". Selbst "Schwimmringe" werden ihnen, nicht aber Ihnen, meine Damen, bis zu einem gewissen Grad, verziehen.

Seit einigen Jahren macht die psychologische Erkenntnis die Runde, dass das gefühlte Alter dem biologischen etwa zehn Jahre hinterherhinkt. (Ausnahmen sind jene Tage, an denen wir uns so alt fühlen wie wir wirklich sind. Bestenfalls. Schlimmstenfalls auch älter …)

"Du bist, was du isst" hat schon seine Richtigkeit. Es gibt tatsächlich Lebensmittel, die wahre Jungbrunnen sind, für Frauen wie Männer gleichermaßen übrigens. Aber nur unter Missachtung der eigenen Persönlichkeit und der Umwelt kann man tagtäglich pfundweise Zwiebeln und Knoblauch, Brokkoli und Spinat verputzen. Da verliert man nicht nur den Spaß am Essen, sondern die gute Laune insgesamt. Es hilft schon dem "Herzalter" auf die Sprünge, Lebensmittel wie Artischocken, Tomaten, Spinat, Brokkoli, Zwiebeln, Knoblauch, Himbeeren, Soja, Honig und Zimt so oft wie möglich in den Speiseplan einzubauen.

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Eine Biene hat den Pollen an ihren Hinterbeinen befestigt, um ihn zum Bienenstock bringen zu können.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sehen wir uns heute mal den Honig, eines der ältesten Haus- und Heilmittel überhaupt, genauer an. Schon im Altertum wurde er zur Wundheilung genutzt. Honig wirkt wie ein natürliches Antibiotikum, weil die darin enthaltenen Inhibine das Wachstum von Keimen hemmen. (Das ist eine allgemeine Bezeichnung für Wirkstoffe, die das Wachstum von Keimen hemmen. Auch die im Honig enthaltenen Flavonoide, Pflanzenfarbstoffe, werden zu den Inhibinen gezählt.)

Außerdem stecken im Honig über 180 natürliche Substanzen, zum Beispiel Mineralien, Aminosäuren und Aromastoffe, die Vitamine C, B1, B2, B6 und Biotin sowie Pantothensäure, Kalium und Magnesium. Honig hält nicht nur die Haut jung und geschmeidig (Nofretete soll täglich ein Honigmilch-Bad genommen haben), sondern er wirkt verjüngend auf den ganzen Körper.

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Die heilende Wirkung von Honig ist unbestritten, das wussten schon die Alten.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Jede Honig-Sorte hat ihre speziellen Wirkungen: Akazien-Honig dient sehr gut der Blutreinigung, Löwenzahn-Honig wirkt harntreibend. Weißdorn-Honig gilt als Herz-Freund und Rosmarin-Honig aktiviert den Zellschutz gegen freie Radikale. Lindenblütenhonig wirkt entspannend bei Kopfschmerzen und nervösen Verdauungsproblemen. Tannenhonig hilft ebenso wie andere Waldhonige bei Erkältungen und lindert Bronchitis und Halsentzündungen.

Mit Honig wird selbst ein einfacher Schweinebraten zum Hochgenuss - "Gewürzbraten vom Jungschwein”:

Zutaten:

1 kg Jungschweinebraten mit Schwarte, am besten aus der Keule
2 EL Honig, am besten Tannenhonig
¼ TL gemahlener Anis
¼ TL gemahlener Kümmel
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Das gesäuberte Bratenstück, außer auf der Schwarte, mit Salz, Pfeffer, Anis und Kümmel kräftig einreiben. Etwa 2 Stunden ziehen lassen.

In einem Bräter ½ Tasse Wasser zum Kochen bringen und den Braten mit der Schwarte nach unten in das Wasser legen und bei geschlossenem Deckel und auf sehr kleiner Flamme eine halbe Stunde dämpfen.

Den Braten herausnehmen und die Schwarte in Abständen von 1 cm diagonal einritzen, so dass ein schönes Muster entsteht. Die Schwarte mit dem in ein wenig warmem Wasser gelösten Honig einreiben. Das Fleisch nun mit der Schwarte nach oben in den Bräter setzen und im Backofen bei 200 Grad eine Stunde ohne Deckel backen. Dabei immer wieder mit dem entstehenden Bratensaft begießen.

Dazu schmecken am besten Semmelklöße und als Gemüsebeilage Kohlsorten.

Tipp: Statt Tannenhonig lässt sich auch Buchweizenhonig verwenden, aber der ist noch seltener zu bekommen. Beide Honigsorten sind recht dunkel in der Farbe und haben einen harzigen Duft und Geschmack. Sollten Sie beide Sorten nicht bekommen, greifen Sie auf herb schmeckende Honige wie Heidehonig zurück.

Damit der Honig nicht so am Löffel klebt, hilft ein einfacher Trick: Den Löffel mit etwa Öl einfetten, dann läuft der Honig besser ab.

Viel Spaß mit dem "Jungbrunnen” wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de