"Wir scheißen aufs Geld!"Jetzt fliegt im Sommerhaus alles auseinander

Folge 4: "Aus, aus, aus!" Hati und Alex wechseln zwischen Machtkampf und Versöhnung, Michelle und Sandro bekommen sich in die Haare und Giovanni und Vanessa ziehen erst in den Garten und dann gleich ganz aus. Ausgerechnet ein paar umgeworfene Stühle bringen das Fass zum Überlaufen.
"Ich frage mich wirklich, ob du weißt, worauf ihr euch hier eingelassen habt", sagt Muskelprotz "Mo" zu Giovanni. Darauf die reine Seele: "Nein." "Habt ihr jemals eine Folge gesehen? (…) Das ist ein Fehler."
Liebe Freunde des gepflegten Reality-Wahnsinns, damit wäre Folge vier direkt zusammengefasst, denn während ein Teil der Bocholter Belegschaft längst begriffen hat, dass man im "Sommerhaus der Stars" nicht zwingend einen Grund braucht, um sich mit jemandem anzulegen, scheinen Giovanni und Vanessa Neigert tatsächlich geglaubt zu haben, man könne hier ein bisschen "chillen, Sonne und Kräfte tanken".
Man könnte es naiv nennen, vielleicht sind die beiden aber auch einfach nur ziemlich gutmütig. Selbst Anita, mit der Giovanni vorher ordentlich aneinandergerasselt war, fragt er später noch, wie es ihr geht. Die anderen halten ihn und Vanessa deshalb für "blauäugig", Giovanni soll sich sogar von Anita manipulieren lassen. Vielleicht sind die beiden aber auch einfach nicht misstrauisch genug für diesen Laden der menschlichen Niederungen.
Denn warum Mo und Giovanni sich inzwischen eigentlich derart oft in den Haaren haben, lässt sich kaum noch rekonstruieren. Man ist "getriggert", nennt sich "falsch und dreckig" und "schlechte Schauspieler", Mo keift Giovanni immer wieder an, irgendwann fällt "Fick dich", und während Vanessa noch versucht, die gute Künstlerseele an ihrer Seite zu beruhigen, packt der bereits seine Sachen. "Wir sind die einzigen Menschen, die noch normal sind im Haus", sagt er. Wer sollte ihm da angesichts der anwesenden Konkurrenz ernsthaft widersprechen?
Aber Macker Mo hat nicht nur mit Giovanni Probleme, sondern auch ständig mit seiner eigenen Partnerin. Nachdem er ihr bereits ihre "Machtspielchen" vorgeworfen hatte, muss er sie diesmal zwischendurch mit "Einmal atmen und überlegen" runterregeln. Beim Spiel "Höhen und Tiefen" klappt die Verständigung dann ausgerechnet ohne größeren Knatsch: Die beiden gewinnen und sichern sich den Nominierungsschutz, während Anna und Tano auf dem letzten Platz landen und bei der nächsten Challenge eigentlich aussetzen sollen. Eigentlich!
Denn vorher ziehen unsere Musiker aus! Zunächst nur ein paar Meter weiter. Giovanni und Vanessa schleppen ihre Matratzen in die Gartenhütte. Was für eine friedliche Sommerhaus-Außenstelle! Giovanni, der als Artist schon im Wohnwagen gelebt hat, findet die Sache gar nicht schlecht, vor allem gibt es draußen "viel, viel mehr Sicherheit", als wenn man drinnen bleiben würde. Er wolle sich mit "guten Menschen" umgeben, während die Horde im Haus schon wieder über den "Außenseiter" abledert.
"Aus, aus, aus!"
Nun könnte man meinen, damit wäre das Problem gelöst. Das Grundstück ist groß, Giovanni liegt im Garten, Mo bleibt im Haus, und die beiden könnten die verbleibenden Tage damit verbringen, sich aus dem Weg zu gehen. Aber dafür wurden sie ganz offensichtlich nicht für dieses Format gebucht.
Mo taucht also auch draußen wieder auf, nennt Giovanni einen "Lappen", worauf der befindet: "Der denkt, der ist ein Mann, weil er ein paar Muskeln hat." Schließlich werden Gartenstühle umgetreten, und spätestens hier erreicht der Konflikt jene Absurdität, für die man dieses Format entweder liebt oder hasst. Giovanni stellt die Stühle wieder hin, Vanessa bekommt von der Aktion zunächst nichts mit, und als sie davon erfährt, reicht es auch ihr. "Aus, aus, aus!", ruft sie und erinnert damit für einen kurzen Moment an die Fußball-Weltmeisterschaft in Bern 1954. Nur mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass hier niemand einen Titel holt.
Diesmal werden nicht nur Koffer gepackt, um fünf Minuten später wieder ausgepackt zu werden. Die beiden gehen wirklich. "Wir scheißen aufs Geld", sagt Vanessa. Vor seinem Abgang sagt Giovanni noch einen Satz, der wahrscheinlich besser erklärt, warum diese beiden im "Sommerhaus" von Anfang an ein kleines Besetzungsproblem waren: "Ich verkaufe hier meine Seele nicht, wir dachten, das hier ist echt." Immerhin weiß er jetzt, worauf er sich eingelassen hat.
Während zwei also freiwillig auf die Chance von 50.000 Euro verzichten, arbeiten die übrigen Paare weiter daran, dass die Entscheidung zumindest nachvollziehbar bleibt. Bei Michelle und ihrem Soldaten Sandro wird wieder aus Kleinigkeiten eine Beziehungskrise, dreckige Füße spielen eine Rolle, Sandro ist kurz vorm Explodieren und irgendwo, das ist sehr wichtig zu erwähnen, fällt ein Kartoffelknödel zu Boden.
"Irgendwann checkt man einfach gar nichts mehr"
Weil Giovanni und Vanessa weg sind, dürfen Anna und Tano trotz ihres letzten Platzes schließlich doch beim zweiten Spiel antreten. Beim beliebten Spiel "Tierisch blind" muss sich ein Partner ohne etwas zu sehen durch einen Hindernisparcours bewegen, während der andere Kommandos gibt. "Links, links, rechts, links", schallt es über den Parcours, bis Sandro irgendwann feststellt: "Irgendwann checkt man einfach gar nichts mehr." Welches Links ist denn jetzt gemeint? Das rechte oder das linke Links? Anita und Fabrice checken offenbar noch genug und holen sich den Nominierungsschutz.
Bleibt noch die Abstimmung, bei der Strippenzieher Nico Legat und seine Laura mit vier Stimmen die meisten kassieren. Nur ist auch das am Ende vollkommen egal, weil nach dem freiwilligen Auszug der Musiker niemand mehr gehen muss. Der selbst ernannte Reality-King bleibt also ebenso im Haus wie alle anderen, die zuvor ausgiebig darüber beraten haben, wen sie gern loswerden würden.
So endet eine Folge, in der permanent irgendjemand kurz davorsteht, die Beziehung, die Freundschaft oder gleich die ganze Sendung zu beenden. Giovanni und Vanessa sind jedenfalls weg, 50.000 Euro hin oder her, und ausgerechnet Mo hatte ihnen vorher noch erklärt, ihr größter Fehler sei gewesen, das "Sommerhaus" nicht zu kennen. Somit bleiben sechs Paare zurück. Und der Kartoffelknödel. Aber der hat wenigstens niemanden beleidigt.