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Der "Tatort" im Schnellcheck Toxisch bis in den Tod

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Simon Fischer (Christian Bayer) halluziniert seine verschwundene Ehefrau Kathrin (Amelie Kiefer) herbei.

(Foto: MDR/MadeFor/Hardy Spitz)

Freude und Leid liegen im "Tatort" häufig nah beieinander. In der neuesten Folge aus Dresden ist das nicht anders: Aus Gorniaks feuchtfröhlichem Geburtstag wird eine knallharte Ermittlung zu häuslicher Gewalt.

Was passiert?

Das Glitzertop ist übergestreift, die ersten Schlucke Sekt direkt aus der Pulle genommen und Kommissarin Gorniak (Karin Hanczewski) und ihre Kollegin Winkler (Cornelia Gröschel) sind auch sonst mehr als bereit für eine wilde Geburtstagssause, als sie doch noch zu einem dringenden Einsatz gerufen werden: Der einflussreiche Dresdner Unternehmer Simon Fischer (Christian Bayer) hat seine Frau Kathrin (Amelie Kiefer) als vermisst gemeldet. Aus der anfangs noch ziemlich angeheiterten Ermittlung wird schnell blutiger Ernst, das riesige Anwesen gleicht einem Schlachtfeld. Von der Vermissten fehlt zwar jede Spur, aber allein die Menge an Blut legt nahe, dass sie womöglich bereits nicht mehr lebt.

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Ermitteln an einem ziemlich gruseligen Tatort: Gorniak (Karin Hanczewski, l.) und Winkler (Cornelia Gröschel).

(Foto: MDR/MadeFor/Hardy Spitz)

Als Hauptverdächtiger steht schnell der Ehemann selbst fest: Fischer ist in der Nachbarschaft für seine gewalttätigen Ausbrüche bekannt und auch Gorniak wittert anhand eigener Erfahrungen mit häuslicher Gewalt die brutale Seite des Unternehmers. Aber auch die vermisste Ehefrau, die im Internet als "Glückssucherin" unterwegs war und für ihre Follower naturphilosophische Weisheiten predigte, scheint nicht ganz sauber. Auf der Suche nach der Wahrheit steigen die Dresdner Ermittlerinnen tief hinab in die Abgründe einer toxischen Ehe.

Worum geht es wirklich?

Um häusliche Gewalt und die fatalen Dynamiken toxischer Beziehungen. Regisseurin Anne Zohra Berrached formuliert das so: "Die Kommissarinnen bekommen im Verlauf des Falls mehr und mehr Einblick in die toxische Beziehung eines Ehepaars. Ein gewalttätiger Mann und eine Frau, die ihn nicht verlässt. Aber macht ein gewalttätiger Mann gleich einen Mörder aus?"

Wegzapp-Moment?

Kein richtiger Wegzapp-Moment, aber ein bisschen merkwürdig: Die Szene, in der die KTU und die Kriminaler-Kollegen Kommissarin Gorniak in der zu durchsuchenden Villa um Mitternacht mit großem Bohei und Partyhüten zum Geburtstag gratulieren.

Wow-Faktor?

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Die Intensität, mit der Christian Bayer die Rolle des Simon Fischer spielt, ist beeindruckend. Bayer bekommt die abrupten Übergänge zwischen übertriebener Sensibilität und brutalen Gewaltausbrüchen perfekt hin. "Das Spannende an dieser Figur ist der Wechsel zwischen Überlegenheitskomplex und Minderwertigkeitsgefühl", sagt der Schauspieler, der sonst nur im Theater zu sehen ist, über seine Rolle.

Wie ist es?

8,5 von 10 Punkten. "Das kalte Haus" ist ein sehr gelungener Krimi über häusliche Gewalt. Und Regisseurin Berrached schafft es wie schon in der Lindholm-Episode "Der Fall Holdt", über 90 Minuten die Spannung zu halten, obwohl es im Grunde genommen von Anfang an nur einen einzigen Verdächtigen gibt.

Quelle: ntv.de

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