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Samstag, 08. Februar 2014

"Genug geredet, jetzt wird gehandelt": Bosnier kämpfen gegen den Niedergang

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Es ist die schwerste Krise, die Bosnien-Herzegowina seit dem Ende des Bürgerkriegs erlebt. Auf den Straßen des Landes kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. (Foto: AP)

Es ist die schwerste Krise, die Bosnien-Herzegowina seit dem Ende des Bürgerkriegs erlebt. Auf den Straßen des Landes kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen.

Es ist die schwerste Krise, die Bosnien-Herzegowina seit dem Ende des Bürgerkriegs erlebt. Auf den Straßen des Landes kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen.

Sie ein Ausdruck der Verzweiflung von etlichen tausenden Menschen, die seit mehr als zwanzig Jahren in zum Teil bitterer Armut leben.

Die Arbeitslosenquote in Bosnien ist die höchste auf dem Balkan. Ein Fünftel der 3,8 Millionen Bosnier lebt in Armut, viele leiden Hunger. Im Durchschnitt liegt der Verdienst bei gerade einmal 420 Euro.

Viele Menschen verzweifeln zudem an einer korrupten Führungsschicht, die nicht in der Lage scheint, die wirtschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen.

Am einstigen Industriestandort Tuzla nehmen die Demonstrationen ihren Ausgang. Hier ist nach etlichen Privatisierungen und Fabrikschließungen der wirtschaftliche Niedergang besonders deutlich spürbar.

Vor allem Beschäftigte ehemaliger Staatsbetriebe, die seit Monaten keinen Lohn mehr bekommen, gehen hier auf die Straße, um ihrer Empörung Luft zu machen.

Die zunächst gewaltfreien Demonstrationen schlagen jedoch schnell um.

Mehr als 130 Menschen werden nach den ersten Auseinandersetzungen verletzt. Wie viele genau an den Demonstrationen teilnahmen, ist unklar. Die Polizei spricht von 2000, Medien berichten von mehr als 7000 Personen.

Die Polizei versucht zunächst die Demonstranten mit Blendgranaten, Gummigeschossen und Tränengas aufzuhalten.

Später zieht sie sich zurück und versucht vor allem Regierungsgebäude zu schützen. Die Proteste weiten sich schnell auch auf andere Städte aus.

Am zweiten Tag des Protests stürmen bosnische Demonstranten dann Regierungsgebäude in der Hauptstadt Sarajevo.

Gegenstände fliegen aus den schwer beschädigten Gebäuden, ...

... darunter Telefone, Fernseher und Akten.

Wo in der Nacht erst noch Autoreifen brennen ...

... stehen binnen kürzester Zeit auch Autos der Polizei in Flammen ...

... sowie die kurz zuvor aus dem Fenster geworfenen Akten, die die Vetternwirtschaft symbolisieren.

Regierungsgebäude werden attackiert.

Sowohl in Sarajevo als auch in Tuzla breiten sich die Feuer aus, ...

... viele Freiwillige müssen helfen, um die Feuer wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Auch Supermärkte werden geplündert ...

... und Schulen aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen geschlossen.

Die Wut der Bosnier scheint kaum mehr aufzuhalten zu sein.

Viele fordern nicht weniger als eine Revolution. Ihre Botschaft passt auf ein Plakat: "Genug geredet, jetzt wird gehandelt".

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