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Sonntag, 12. Dezember 2010

Straßenschlachten im WM-Gastgeberland: Blutige Fan-Krawalle in Russland

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Festgenommene Fans. (Foto: dpa)

Festgenommene Fans.

Festgenommene Fans.

Verletzte Polizisten.

Großer Sach- und Imageschaden.

Nach schweren Krawallen in Russland fürchtet der Gastgeber der Fußball-WM 2018 eine Eskalation der Gewalt.

Rund 5500 Fans und Extremisten lieferten sich in Moskau direkt vor dem Machtzentrum des Landes, dem Kreml, …

… am Samstag eine blutige Auseinandersetzung mit Sondereinheiten der Polizei.

Mit der nicht genehmigten Kundgebung wollte die Menge …

… an einen vor kurzem erschossenen Fan erinnern.

Ziel der Attacken waren aber auch Zuwanderer aus dem Kaukasus, die am Sonntag mit einer "Antwort" drohten.

Der Mob griff auch Passanten an, die von den Demonstranten für Kaukasier gehalten wurden.

Wie in Moskau kam es auch in St. Petersburg zu Zusammenstößen mit zahlreichen Festnahmen.

In Russlands Hauptstadt hatte ein Großaufgebot der Polizei den Treffpunkt in der Nähe des berühmten Roten Platzes abgeriegelt.

Auf die Aufforderung von Polizeichef Wladimir Kolokolzew, den Platz zu räumen, …

… reagierte die Menge mit nationalistischen Sprechchören.

Als Demonstranten begannen, umstehende Kaukasier brutal zu attackieren, …

… griffen die Sondereinheiten mit Schlagstöcken zu.

Das Fernsehen zeigte Bilder einer wahren Straßenschlacht.

Aus der Menge ...

... flogen Steine, Flaschen, ...

... Feuerwerkskörper, Rauchbomben - und Teile des städtischen Weihnachtsbaums auf die Polizei.

Ein Reporter sprach sogar von Schüssen.

Die Zusammenstöße ...

... setzten sich später in der U-Bahn fort.

Nachdem Fußballfans in einer Metrostation mehrere Fahrgäste wegen ihres "nicht slawischen Äußeren" krankenhausreif schlugen, …

… schritten die Sicherheitskräfte erneut ein.

Die "Fans" hätten in der Station eine Spur der Verwüstung hinterlassen, sagte ein Sprecher.

Die Polizei nahm mindestens 71 Anhänger fest, von denen die meisten am Sonntag wieder auf freiem Fuß waren.

Von den insgesamt mehr als 30 Verletzten befanden sich am Sonntag ...

... noch zahlreiche Menschen im Krankenhaus.

Kolokoltsew erschien später selbst am Ort der Zusammenstöße.

"Wenn Fackeln brennen und Unbeteiligte verletzt werden, ist das inakzeptabel."

"Wir haben versucht, mit geringstmöglicher Gewalt vorzugehen."

Präsident Dmitri Medwedew schaltete sich persönlich ein und ließ sich von Innenminister Raschid Nurgalijew informieren.

Bürgerrechtler kritisierten, dass die Polizei die seit Tagen angekündigten Proteste nicht schon im Vorfeld stoppte.

Im Norden von Moskau hatten sich am Samstag zeitgleich etwa 7000 Fans im Gedenken an den getöteten Spartak-Moskau-Anhänger Jegor Swiridow versammelt.

Sie legten Blumen an der Stelle nieder, an der der 28-Jährige zu Wochenbeginn angeblich von einem Jugendlichen aus dem Kaukasus im Streit um ein Taxi erschossen worden war.

Laut russischen Medienberichten gehörte Swiridow zu den Spartak-Ultras, einer gewaltbereiten Fan-Gruppierung.

Bereits beim Champions-League-Spiel von Spartak am vergangenen Mittwoch beim slowakischen Meister Zilina hatten russische Fans mit Krawallen eine 22 Minuten lange Unterbrechung provoziert.

Unter anderem zündeten sie Rauchbomben.

Im russischen Fußball kommt es in der von Rechtsradikalen unterwanderten Fan-Szene immer wieder zu blutigen Gewalttaten. Experten nennen als einen Grund eine mangelhafte Betreuung durch die Vereine.

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