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Donnerstag, 07. April 2016

Die Eis-Königin - ganz unfrostig : Charlize Theron über Männer, Kinder und Schwestern

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Diese Frau sagt Dinge wie: "Chris Hemsworth has a vagina." (Foto: dpa)

Diese Frau sagt Dinge wie: "Chris Hemsworth has a vagina."

Diese Frau sagt Dinge wie: "Chris Hemsworth has a vagina."

"Oh mein Gott, habe ich das wirklich gesagt eben?"

"Ja." "Hm, aber ich meine das auch wirklich so! Ich meine, Chris ist einfach ein Mädchen geworden während der Dreharbeiten."

Bevor Charlize Theron sich aber um Kopf und Kragen redet und noch tiefere Einblicke in ihr Seelenleben und die Dreharbeiten zu "The Huntsman & The Ice Queen" gibt, eine kurze Zusammenfassung, worum es denn eigentlich geht im Film.

In dem bildgewaltigen Fantasy-Abenteuer, das am 7. April in die Kinos kommt, kreuzen sich erneut die Wege von Huntsman Eric (Chris Hemsworth) und der Evil Queen Ravenna (Charlize Theron). Doch auch Ravennas Schwester Freya (Emily Blunt) spielt als Ice Queen eine tragende Rolle in der atemberaubenden Geschichte.

Schauplatz ist das Königreich von König Magnus und Königin Eleanor, lange Zeit bevor Ravenna zur neuen Herrscherin gekrönt und von Snow White letztlich in die Weiten ihres magischen Spiegels verbannt wird.

Ravennas Schwester Freya jedoch ereilt erst ein tragisches Schicksal und dann ein tragischer Verrat, der sie zwingt, das Königreich zu verlassen.

In einem Palast aus Eis fristet sie fortan ihr liebloses Dasein und errichtet ein gewaltiges Heer aus Huntsmen, das sie aus entführten Kindern zusammenstellt und zu Killermaschinen ausbildet.

Unter ihnen: Der junge Eric und die Kriegerin Sara (Jessica Chastain), die sich ineinander verlieben. In Freyas Welt wird eine Liebe zwischen den Kämpfern allerdings nicht geduldet, da Freya selbst der Liebe abgeschworen hat.

Jahre später, nach Ravennas Verbannung durch Snow White, setzt Freya alles daran, den Spiegel zurückzuerobern und ihre Schwester zu befreien. Als Duo aus Eis und Gold haben es die beiden Königinnen nun auf das gesamte Königreich abgesehen.

Doch sie haben die Rechnung ohne Sara und Eric gemacht, die auf die Hilfe des Zwergs Nion (Nick Frost) und des Königs William (Sam Claflin) zählen können.

Große Ereignisse und viel Action also, die in der scheinbar einzig relevanten Frage für viele Frauen mündet: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?"

Warum aber dieses Märchen auch eines für Männer ist, wird uns Regisseur Cedric Nicolas-Troyan (der als überaus emanzipierter Mann übrigens den Namen seiner Frau angenommen hat) später erklären.

Doch zunächst die Frage an Charlize Theron: "War da denn ein schwesterliches Band zwischen Ihnen und Emily Blunt nach den Dreharbeiten?"

Emily Blunt antwortet zuerst: "Ja, natürlich." Charlize Theron flüstert ihr ins Ohr: "Ein sehr großes!" Emily: "Ja, natürlich, ein sehr großes, dickes, festes Band!" Beide lachen. "Was denn sonst?"

Theron: "Wir hatten ein tolle Zeit beim Drehen. Ich meine, man weiß ja nie, wie so eine Zusammenarbeit wird, aber diese hier war großartig. Wir hatten jede Menge Spaß!"

"Es war ein bisschen wie früher in der Schule: Nach einem gemeinsamen Tag miteinander musste Cedric Emily und mich quasi 'auseinandersetzen', denn wir haben eigentlich immer gequatscht." (Beide lachen und fangen sofort an, gleichzeitig zu reden.)

Sie sind sich einig, dass man eigentlich mit den meisten Kollegen zusammenarbeiten kann - und sollte. Aber: "Naja, bei mir sind's vielleicht drei, mit denen ich bisher nicht so konnte", gibt Emily zu. "In den letzten 20 Jahren? Zwei bei mir", ergänzt Charlize. Wieder gackern beide. Wer das war, wollen sie natürlich nicht verraten.

"Aber dass ich dann dieselbe Luft einatmen muss wie die, ist schon eine Zumutung." Frau Theron ist in Fahrt.

"Das ist eine Herausforderung, stimmt. Aber selbst mit denen, die keinen guten Ruf haben, bin ich letztendlich immer klargekommen," besänftigt Blunt.

Und wie viel der Rolle steckt dann in einem nach drei Monaten oder mehr Drehzeit? "Ich verwechsle oder vergleiche mich niemals mit der Rolle, die ich spiele. Ich kann das immer gleich wieder ablegen", so Theron. Blunt nickt zustimmend.

Selbst, wenn es eine so fordernde Rolle ist wie die ihrer Oscar-gekrönten Darstellung in "Monster"? "Ich finde es toll, eine Weile jemand anders zu sein, aber mehr auch nicht." Sie zögert: "Ich lege das wirklich sofort wieder ab, besonders, wenn es eine so harte Rolle war." "Außer die Trinkgewohnheiten", kichert Emily Blunt, "die wird man so schnell nicht wieder los", und beide gackern.

"Außer natürlich, wenn man schwanger ist" - Blunt blickt auf ihren dezent gewölbten Bauch.

"Das Leben geht ja nach den Dreharbeiten weiter, man geht nach Hause zu seinem Kind und das will keine böse Eiskönigin sehen! Selbst, als ich nur Hunde zu Hause hatte, waren die so aufgeregt, mich wiederzusehen, dass ich sie auf keinen Fall mit meiner Rolle belästigen wollte, das haben sie nicht verdient." (lacht)

Hat Theron ein Lieblingsmärchen? "Nein, mir wurden keine Märchen erzählt als Kind, ich kenne nur afrikanische Folklore und mystische Erzählungen. Und jetzt lese ich die manchmal meinem Kind vor, aber ich finde oft, dass sie gar keinen Sinn ergeben und höre dann auf. ...

... Aber dann sagt er: 'Mama, lies weiter', und ich: 'Nein, das ist grausam', doch er besteht darauf, dass ich weiterlese."

"Ich habe den Eindruck, wir sind früher viel rauer aufgewachsen, da haben wir auch das eine oder andere brutale Märchen verkraftet. Heute sind wir überprotektiv mit unseren Kindern und versuchen sogar, sie vor Büchern zu beschützen. (zögert) Ich hoffe, ich bin nicht wirklich so eine Helikopter-Mom. "

Theron guckt Blunt von der Seite an. Wieder gackern beide los. "Du bist anders, du lässt deine Kinder im Schmutz rumtoben." "Das ist gut, dann bekommen sie keine Allergien."

Und - ist das nun ein altmodisches Märchen? Theron: "Überhaupt nicht! Hier geht es ja nicht darum, dass ein Prinz sein armes Mädchen rettet, in diesem Film kann das Mädchen sich selbst retten!"

Blunt: "Im Gegenteil, sie will gar nicht gerettet werden. In diesem Film gibt es drei wirklich sehr starke Frauen. Und nein, ich hätte nicht gern die Rolle von Jessica Chastain gehabt", lacht Blunt, "viel zu anstrengend, das ganze Gerenne und das Training."

"Um Gottes Willen, das hatten wir doch alles schon. Sie können sich nicht vorstellen, wie viel Zeit man im Sportstudio verbringen muss für so eine Rolle."

"Aber ernsthaft: Jede Rolle verlangt so viel Verschiedenes von einem, es ist jedes Mal eine große Herausforderung. Die Dreharbeiten für "Mad Max" waren die anstrengendsten in meinem Leben - und natürlich würde ich so etwas wieder spielen, aber nicht gleich zweimal hintereinander!" Sie lacht, natürlich.

"Rollen sind wie Kinder: Total anstrengend, aber man gewinnt sie auch sehr lieb und wächst mit ihnen zusammen für eine gewisse Zeit."

Wenn Sie sich etwas wünschen könnten von einer guten Fee - was wäre die nächste Rolle? "Oh, das kann man sich nicht wünschen, das passiert einfach!" "Und dann nimmt man die an und versucht sie mit Leben zu füllen, so gut es geht", sind beide sich einig.

"Das Element der Überraschung ist ganz wichtig."

"Ja, und hoffentlich auch, mit der Rolle den Zuschauer überraschen zu können, das finde ich auch wichtig. Das ist es, was mich antreibt."

"Wir Schauspieler suchen nach Komplexität - es wäre sonst zu langweilig, weil man als Schauspieler ja auch sehr viel Zeit mit Warten verbringt."

"Oh ja, und das kann ich nur, wenn die Rolle zu mir passt. Ich würde mich sonst umbringen am Set", sagt Theron und lacht mal wieder schallend.

"Ich denke nicht: 'Oh wow, ich würde so gerne mal einen Arzt spielen!' Ich möchte eine Rolle bekommen, die jemand an mich heranträgt und wenn mich das Buch fesselt, dann geb' ich alles."

"Man kann sich eigentlich keine richtige Strategie zurechtlegen, glaube ich. Man braucht aber auch viel Glück. Und in den letzten Jahren hatte ich viel Glück. Nicht unbedingt immer mit den kommerziell erfolgreichsten Rollen, aber das ist am Ende des Tages dann auch egal. Also, nicht immer, schon klar, aber manchmal."

Wie hat Chris Hemsworth die Dreharbeiten mit so schlagfertigen, starken und witzigen Frauen bloß überstehen können? "Wir wissen nicht, ob er überlebt hat", witzeln beide Frauen. Charlize: "Wahrscheinlich macht er gerade seinen Schönheitsschlaf." Emily: "Oder er ist beim Waxing." "Charlize: "Wussten Sie nicht, Chris hat eine Vagina." Großes Gekreische, die beiden werden schließlich von ihrer Agentin hinausgeführt, die Zeit für das Gespräch ist eh beendet.

Ja, die beiden wissen wirklich, wie man einen Film promotet. Dessen ist sich auch Regisseur Cedric Nicolas-Troyan sicher, der nur die letzten Worte seiner Hauptdarstellerinnen aufschnappt: "So war das die ganze Zeit", lacht er.

Der Regisseur, der im ersten Teil "nur" für die visuellen Effekte verantwortlich war, bringt ein paar herrliche Ideen mit in den Plot: Emanzipiert, lustig, erzählt von Männern UND Frauen, lässt Männer weiblich und Frauen männlich sein und Zwerge lässt er Zwerge sein.

"Chris Hemsworth will die Frau, nicht den Kampf gewinnen", so Nicolas-Troyan. Und das gelingt sowohl dem Regisseur als auch dem Hauptdarsteller. "The Huntsman & The Ice Queen" ist ein modernes Märchen mit viel Witz, Action und megaentspannten Darstellern. Das kommt rüber.

Der Film startet am 7. April 2016 und der Regisseur findet: "Das ist durchaus auch ein Film für Kinder. Märchen sind nun mal grausam", und lächelt. Offiziell ist der Film FSK 12. (Die Interviews mit Charlize Theron, Emily Blunt und Cedric Nicolas-Troyan führte Sabine Oelmann)

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