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Freitag, 27. September 2013

Ship Tracks: Auch Schiffe hinterlassen Kondensstreifen

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Kondensstreifen? Klarer Fall: Die entstehen durch … (Foto: imago stock&people)

Kondensstreifen? Klarer Fall: Die entstehen durch …

Kondensstreifen? Klarer Fall: Die entstehen durch …

… Flugzeuge. Aber …

… nicht nur. Auch Schiffe hinterlassen Kondensstreifen, wie diese Aufnahme der NASA eindrücklich zeigt. Vor dem Norden der USA sind hier zahlreiche Wolkenfahnen zu erkennen, sogenannte Ship Tracks. Sie …

… befinden sich unter der natürlichen Wolkendecke in 500 bis etwa 1500 Metern Höhe. Ship Tracks sind ein direkter Hinweis …

… auf den Schadstoffausstoß im Schiffsverkehr. Die Schweröle, mit denen Schiffsmotoren üblicherweise betrieben werden, enthalten schwefelhaltige Verbindungen. Bei ihrer Verbrennung entsteht Schwefeldioxid. Dieses …

… oxidiert in der Atmosphäre zu Schwefelsäure. Zusammen mit Wasser bilden sich schwefelhaltige kleine Tröpfchen, sogenannte Aerosole. Die begünstigen dann die Wolkenbildung, denn sie stehen als Kondensationskerne zur Verfügung. Wasserdampf schlägt sich an ihnen nieder.

Auf dem Satellitenbild lässt sich dieser Vorgang an den lang gestreckten Wolkenstrukturen verfolgen - hier auf dem Atlantik vor der bretonischen Küste.

Ship tracks sind ein beliebter Forschungsgegenstand. Wissenschaftler können an ihnen nachvollziehen, wie sehr fossile Brennstoffe die Wolkenbildung beeinflussen – und das …

… bereits seit Generationen.

Einfacher als über Land sind …

… in der vergleichsweise sauberen und stillen Meeresluft aufschlussreiche Messungen möglich. Jedes Jahr ...

... emittiert die Schifffahrt neben Rußpartikeln und Asche mehr als 12 Millionen Tonnen Schwefeloxid und über 20 Millionen Tonnen Stickoxide. Außerdem sind Kohlendioxid (CO2) und Schwermetalle in den Schiffsabgasen enthalten.

Konventioneller Schiffsdiesel verschmutzt folglich massiv die Luft.

In Küstennähe birgt das Risiken für die menschliche Gesundheit.

Außerdem trägt der übliche Kraftstoff zum Abbau der Ozonschicht bei, ...

... er verstärkt die Versauerung der Meere (weil diese Schwefelverbindungen aufnehmen) und hat darüber hinaus ...

… einen Einfluss auf das Klima. In doppelter Hinsicht: Während das ausgestoßene CO2 den Treibhauseffekt verstärkt, ...

... wirken die um die Schwefel-Aerosole entstehenden Wolken eher kühlend, denn sie reflektieren das Sonnenlicht in weitaus stärkerem Maße als nicht verschmutzte Wolken.

Zudem gehen Forscher davon aus, dass Ship Tracks Niederschläge verhindern. Durch die Schwefel-Aerosole ...

... können Ship Tracks mehr Wasser tragen als natürliche Wolken. Sind viele schwefelhaltige Aerosole in der Luft, kondensiert viel Wasser an ihnen und es entstehen weniger natürliche Wolken. Letztere ...

... würden sich irgendwann abregnen, Ship Tracks jedoch hemmen diesen Vorgang.

International oder europaweit einheitliche Grenzwerte für den Schadstoffausstoß motorgetriebener Schiffe gibt es nicht.

MARPOL, das Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe, regelt jedoch die Behandlung von Schweröl an Bord. Es hat ...

... Ostsee, Nordsee und Ärmelkanal 2006/07 zu Schutzgebieten erklärt, in denen strenge Schwefelgrenzwerte gelten. 2015 sollen die erlaubten Höchstwerte nochmals verschärft werden.

Schwefelarmer Schiffsdiesel (hier im Bild einer der fünf Motoren eines Kreuzfahrtschiffes) wäre die Lösung. Doch der ist teuer. Gleiches gilt für ...

... Entschwefelungsanlagen an Bord.

Nur wenige Reedereien entscheiden sich für diese Investition. Doch …

… es gibt noch eine andere Möglichkeit, mit der sich Schiffsemissionen reduzieren lassen: Slow Steaming, die Drosselung der Fahrgeschwindigkeit. Die hat ...

... auch wirtschaftlich betrachtet ihren Reiz: Sie senkt die Treibstoffkosten. Ein Container-Schiff, ...

... das von Hamburg nach Schanghai statt 26 nur 18 Knoten schnell fährt, spart 45 Prozent Kraftstoff ein. In gleichem Maße sinken die Emissionen von Stickoxiden und Schwefel. Dieser Effekt ...

... lässt sich noch steigern: Besonders wirkungsvoll ist es, wenn Slow Steaming mit einer Umstellung auf schwefelarmen Schiffsdiesel einhergeht. Beide Maßnahmen kombiniert, reduzieren den Schwefeldioxid- und Feinstaubausstoß um bis zu 90 Prozent, die Menge klimaschädlicher Rußpartikel nimmt immerhin um 40 Prozent ab.

"Volle Kraft voraus!" war gestern. "Gut Ding will Weile haben", sollte es heute heißen. Dann ...

... hinterlassen Schiffe weniger Spuren. (asc)

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