Panorama

Immer mehr Corona-Brennpunkte 40 Prozent Deutschlands sind Risikogebiet

Die Deutschland-Karte färbt sich weiter rot: Mit dem starken Anstieg der Neuansteckungen mit dem Coronavirus überschreiten immer mehr Regionen die Obergrenze. Zudem passieren Dutzende Kreise die erste Warnschwelle.

Die Zahl der deutschen Coronavirus-Brennpunkte ist den neunten Tag in Folge auf einen neuen Höchststand geklettert. Dem jüngsten Datenstand (22. Oktober, 0 Uhr) des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge überschreiten 166 Regionen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das entspricht einem Zuwachs von 33 Regionen im Vergleich zum Vortag.

Den aktuellen Angaben zufolge gelten 40 Prozent der 400 Städte und Landkreise sowie der vom RKI separat ausgewiesenen zwölf Berliner Bezirke nun als Corona-Hotspots. Noch Ende der vergangenen Woche hatte die Zahl der problematischen Gebiete unter der 100er-Marke gelegen. Bei 34 Regionen liegt der Wert sogar über 100. Am stärksten betroffen bleibt der bayerische Landkreis Berchtesgadener Land mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 292,6 (Vortag: 262,4 | Mittwoch: 236,0) Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Seit Dienstag befindet sich der Brennpunkt im sogenannten Lockdown.

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Unter den stark betroffenen Regionen befinden sich auch zehn Berliner Bezirke, wobei Neukölln die bundesweit zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz von 214,6 (187,8 | 156,6) aufweist, dahinter folgt Mitte mit einem Wert von 187,3 (161,5 | 124,7). Die Hauptstadt selbst hatte gestern Abend eine Gesamt-Sieben-Tage-Inzidenz von 104,4 (93,8 | 89,2) angegeben. Die Zahl der Virus-Brennpunkte in Deutschland könnte in den kommenden Tagen noch weiter steigen: Mit einem Wert von oder über 40 liegen nun 52 Regionen (63 | 49) nahe der kritischen Marke, allen voran der bayerische Landkreis Roth mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 49,7.

Nur eine Region ohne Neuinfektionen binnen sieben Tagen

Die Auswertung der aktuellen Fallzahlen auf Kreisebene zeigt zudem, dass sich das Coronavirus weiter im Land ausbreitet. Die Anzahl der Regionen, die bei der Sieben-Tage-Inzidenz die erste Warnschwelle von 35 Neuinfektionen aus den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner überschreiten und unter dem Wert von 50 liegen, beträgt 88.

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Die Gesamtzahl der deutschen Regionen, die in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Fälle gemeldet haben, verharrt dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge auf dem niedrigen Stand von eins. Demnach verzeichnet weiterhin bundesweit nur der niedersächsische Landkreis Wittmund null Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

RKI meldet mehr als 11.000 Neuinfektionen

Im Lauf des Mittwochs waren nach Angaben des RKI erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 10.000 Neuinfektionen registriert worden. Die Gesundheitsämter meldeten demnach 11.287 Fälle binnen 24 Stunden (Stand: 22. Oktober, 0 Uhr). Der bisherige Höchstwert war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

Ein Teil der Maßnahmen, mit denen sich Bund und Länder gegen die Ansteckungswelle stemmen, ist die seit 15. Oktober geltende neue "Nationale Teststrategie". Seit dem Frühjahr erfasst das RKI die Sars-CoV-2-Testzahlen in Deutschland und veröffentlicht diese wöchentlich in seinen Situationsberichten. ntv.de bereitet diese Daten regelmäßig in Einzelgrafiken auf.

Quelle: ntv.de, cri