Panorama

Greenpeace protestiert in Emden Aktivisten klauen 1000 Autoschlüssel von VW

imago0096100561h.jpg

So wie auf diesem Bild sind die VW-Neuwagen in Emden geparkt.

(Foto: imago images/STPP)

Greenpeace fordert von VW, den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor einzustellen. Weil das offenbar nicht schnell genug geht, greifen die Aktivisten zu Mitteln, die auch die Polizei interessieren. Sie dringen in den Hafen in Emden ein und entwenden die Schlüssel von VW-Neuwagen.

Bei einer Protestaktion gegen den Autohersteller Volkswagen haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace im niedersächsischen Emden hunderte Autoschlüssel entwendet. Wie die Polizei in Leer mitteilte, drangen 30 bis 40 Menschen mit Leitern auf das umzäunte Betriebsgelände eines Hafenterminals vor, in dem VW-Neuwagen für den Export verladen werden. Nach eigenen Angaben gelang es ihnen, mehr als 1000 Autoschlüssel abzuziehen und an sich zu bringen.

Das war möglich, weil die Wagen dort unabgeschlossen und mit steckendem Schlüssel abgestellt werden, damit die Verladung möglichst ohne Verzögerung erfolgen kann. Gegenüber dem NDR erklärte ein Sprecher von Greenpeace, man habe sowohl Erst- als auch Ersatzschlüssel an sich gebracht: "Wir ziehen heute Hunderte Verbrenner vorerst aus dem Verkehr." Die in Emden innerhalb eines Jahres zum Export verladenen Autos haben laut Greenpeace einen riesigen ökologischen Fußabdruck - so groß wie der, den die gesamte Schweiz hinterließe.

Nach Angaben der Polizei tauchte zunächst nur eine zweistellige Anzahl der Schlüssel wieder auf. Vor Eintreffen der Beamten hatte sich demnach bereits ein Großteil der Aktivisten wieder von dem Gelände entfernt. Einsatzkräften gelang es lediglich, 14 Menschen anzuhalten und deren Personalien zu überprüfen. Nun wird wegen Hausfriedensbruchs und besonders schweren Diebstahls ermittelt.

Greenpeace forderte den VW-Konzern parallel zu einem Stopp des weltweiten Verkaufs von Autos mit Verbrennungsmotor bis 2025 auf. Der zweitgrößte Autobauer der Welt stelle aktuell zwar gern neue Elektromodelle "ins Rampenlicht", exportiere allerdings weiterhin "Diesel und Benziner in hoher Stückzahl" in alle Welt, erklärte die Organisation in einem Bericht. Allein im Corona-Jahr 2020 habe VW 9,1 Millionen Autos verkauft, von denen acht Millionen ins Ausland gegangen seien.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen