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Organspende-Skandal in Leipzig Ärzte wegen versuchten Totschlags angeklagt

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Erst langsam wächst in Deutschland die Bereitschaft zur Organspende wieder.

(Foto: dpa)

Um schneller an Spenderorgane für ihre Patienten zu gelangen, sollen zwei Oberärzte der Uniklinik Leipzig bewusst falsche Angaben gemacht - und damit den Tod anderer Patienten in Kauf genommen haben. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage.

Die Staatsanwaltschaft hat wegen des Transplantations-Skandals am Universitätsklinikum Leipzig Anklage gegen zwei ehemalige Oberärzte erhoben. Den Medizinern werde gemeinschaftlicher versuchter Totschlag in 31 Fällen vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde mit.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass die Ärzte 2010 und 2011 falsche Angaben machten, um Patienten auf Wartelisten für Lebertransplantationen nach vorn zu bringen. Damit sei billigend in Kauf genommen, dass andere todkranke Patienten übergangen wurden.

Das Ermittlungsverfahren gegen den damaligen Chefarzt der Transplantationsklinik wurde dagegen eingestellt. Ihm sei nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen, dass er die Klinikmitarbeiter zu den Falschangaben angehalten habe.

Der Organspende-Skandal am Leipziger Transplantationszentrum war Anfang 2013 bekannt geworden. Auch in Göttingen, Regensburg und München kamen Fälle ans Tageslicht, in denen Ärzte offenbar Akten manipuliert und damit  für eine schnellere Vergabe von Spenderorganen an ihre Patienten gesorgt hatten. Daraufhin war die Organspende-Bereitschaft in Deutschland massiv gesunken.

Quelle: n-tv.de, kmi/dpa

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