Panorama

Pannenverdacht in Ostdeutschland Bund: Impfstoff nicht beeinträchtigt

Ein Fläschchen des Moderna-Impfstoffes steht neben Spritzen, die für die Impfung verwendet werden. Foto: Rogelio V. Solis/AP/dpa/Archivbild

Ein Fläschchen des Moderna-Impfstoffes steht neben Spritzen, die für die Impfung verwendet werden.

(Foto: Rogelio V. Solis/AP/dpa/Archivbild)

Beim Transport nach Brandenburg könnte kostbarer Impfstoff von Moderna unbrauchbar geworden sein - möglicherweise gab es Probleme mit der Kühlung. Die Präparate werden zunächst zurückgehalten. Der Bund gibt nun Entwarnung.

Das Bundesgesundheitsministerium hat nach Zweifeln an der Kühlung von Corona-Impfstoffen des Herstellers Moderna für Berlin und Brandenburg Entwarnung gegeben. "Die Qualität der Impfstoffe wurde durch den Transport nicht beeinträchtigt, und die Impfstoffe können unbedenklich verwendet werden", sagte ein Sprecher auf Anfrage in Berlin.

Demnach wurden die Verteilzentren der beiden Bundesländer darüber auch schon von der für die Impfstoff-Logistik verantwortlichen Bundeswehr informiert. Die Berliner Senatsverwaltung hatte zuvor mitgeteilt, die ersten Moderna-Dosen zunächst zurückzuhalten. Es gebe Zweifel, ob der Transport und die Kühlung vor der Übernahme durch das Land Berlin sachgemäß erfolgt seien. Transporteur und Hersteller seien aufgefordert worden, für Aufklärung zu sorgen. Am Dienstag waren 2400 Dosen eingetroffen.

Auch Brandenburg meldete Probleme. Dort sind ebenfalls 2400 Dosen angekommen. Das Landesministerium erklärte, beim Transport in Verantwortung des Bundes vom Zentraldepot in Quakenbrück zur zentralen Anlaufstelle in Brandenburg könnte es zu Problemen bei der Kühlung gekommen sein. Dies sollte geprüft werden.

Brandenburg hinkt hinterher

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird in Berlin und Brandenburg bereits für Schutzimpfungen verwendet, die seit Ende Dezember laufen. Zunächst sind Bewohner und Personal von Pflegeheimen, medizinisches Personal und über 80-Jährige an der Reihe. Brandenburg liegt bei den Impfungen pro 1000 Einwohner im bundesweiten Vergleich nach Sachsen und Thüringen auf dem drittletzten Platz. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher hatte darauf verwiesen, dass die Kapazitäten Schritt für Schritt ausgebaut werden, aber vom Impfstoff abhängen. Sie wird heute im Gesundheitsausschuss des Landtags erwartet, um die Abgeordneten über die Lage zu informieren.

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge sollten am Dienstag die ersten 63.600 Dosen auf die Bundesländer verteilt werden. Der Moderna-Impfstoff muss bei etwa minus 20 Grad Celsius gelagert werden. Er ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil. Das Präparat ist der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff neben dem Mittel der Hersteller Biontech und Pfizer. Bei beiden handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe.

Die Kühlung des Biontech-Präparats ist noch aufwendiger. Pflegeleichter ist dagegen der Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford. Dieser lässt sich auch bei normalen Kühlschranktemperaturen lagern, ist zudem günstiger, wenn auch nicht ganz so effizient wie die Präparate von Biontech und Moderna. Astrazeneca hat aber gerade erst die Zulassung für die EU beantragt. Diese könnte die Arzneimittelbehörde EMA gegen Ende des Monats erteilen.

Quelle: ntv.de, vpe/mdi/dpa