Panorama

14 Tagen wegen Virus in Kaserne China-Rückkehrer verlassen Quarantäne

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Die Tore der Kaserne in Germersheim öffnen sich endlich auch für die aus Wuhan Zurückgekehrten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die aus Wuhan nach Germersheim gebrachten Deutschen verlassen nach zwei Wochen die Quarantäne. Alle Beteiligten sind erleichtert über das Ende der nicht einfachen Situation. Die Situation Dutzender Deutscher auf zwei Kreuzfahrtschiffen in Asien ist indes noch nicht geklärt.

Die Quarantäne für die gut 120 in einer Kaserne in Rheinland-Pfalz isolierten China-Rückkehrer ist beendet. Erneute Labortests kurz vor der geplanten Abreise der 100 Rückkehrer und rund 20 Helfer verliefen allesamt negativ, wie eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums sagte. Das neuartige Coronavirus sei bei den in Quarantäne Genommenen "zu keinem Zeitpunkt nachweisbar" gewesen, erklärte das Mainzer Gesundheitsministerium. Somit konnte der zuständige Amtsarzt nun die Quarantäne aufheben. Die Abreise fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler von der SPD zeigte sich erleichtert, dass Rückkehrer und Helfer "alles gut überstanden haben". Sie dankte allen, die "dazu beigetragen haben, dass die Quarantäne gut organisiert war und positiv verlaufen konnte". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU rechtfertigte die Quarantäne erneut. Eine solche sei "für alle Beteiligten keine einfache Situation". Aber sie sei notwendig gewesen, um die Rückkehrer selbst, ihr Umfeld und gesamte Bevölkerung zu schützen. "Diese Epidemie bekommen wir nur in den Griff, wenn wir vorsichtig, aber angemessen reagieren."

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China hatte eine Maschine der deutschen Luftwaffe Anfang Februar 126 Menschen aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei ausgeflogen. Bei zwei Menschen wurde nach der Ankunft eine Infektion mit dem Virus diagnostiziert, sie wurden zur Behandlung in die Universitätsklinik Frankfurt am Main gebracht.

Situation um "Westerdam"-Passagiere unklar

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Weitere 57 Deutsche waren an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam", das nach tagelanger Irrfahrt in Kambodscha anlegte. Die insgesamt mehr als 1000 Menschen an Bord sollten das Schiff seit Donnerstag nach und nach verlassen, da Tests hier keine Infektionen nachwiesen. Inzwischen aber soll nach Angaben der malaysischen Regierung bei einer zur Weiterreise von Bord gegangene 83-jährigen US-Amerikanerin später doch noch das Virus nachgewiesen worden sein.

Ob diese Entwicklung Auswirkungen auf die anderen Mitreisenden hat, ist bislang unklar. Die deutsche Botschaft in Kambodscha hatte per Twitter angekündigt, die Deutschen von Bord sollten das Land ebenfalls am Wochenende gen Frankfurt verlassen. Wie viele von ihnen tatsächlich bereits das Schiff verlassen haben und möglicherweise zurück in Deutschland sind, ist ebenfalls nicht bekannt. Das Auswärtige Amt gab dazu auf Nachfrage keine Auskunft.

Weiterhin unter Quarantäne stehen hingegen die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" im Hafen des japanischen Yokohama. Von den 3400 Personen an Bord sind inzwischen mehr als 1200 auf das Virus getestet, bei 355 Getesteten wurde die Infektion festgestellt - unter ihnen sind zwei Deutsche. Negativ getestete Personen sollen das Schiff ab Mittwoch verlassen können, nachdem sie einen weiteren Gesundheitscheck durchlaufen. Die deutsche Botschaft in Tokio erfuhr jedoch auch, dass für Personen mit engem Kontakt zu Infizierten eine längere Quarantäne gelte.

Quelle: ntv.de, mra/AFP/dpa