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Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland entsorgt im Jahr 617 Kilogramm Abfälle.
Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland entsorgt im Jahr 617 Kilogramm Abfälle.(Foto: dpa)
Dienstag, 23. Juni 2015

Deutlich über EU-Durchschnitt: Deutsche unter Top 5 der Müllproduzenten

Allen Bemühungen um Recycling und Vermeidung zum Trotz: Die Deutschen produzieren einer neuen Statistik zufolge extrem viel Müll. In nur drei Ländern in Europa fällt pro Kopf noch mehr Abfall an.

Die Menschen in Deutschland verursachen deutlich mehr Müll als im EU-Durchschnitt. 617 Kilogramm Haushalts- und Verpackungsabfälle fielen 2013 pro Einwohner in der Bundesrepublik an, 136 Kilo mehr als im EU-Durchschnitt. Das hat das Statistische Bundesamt auf der Grundlage vorläufiger Daten mitgeteilt.

Noch mehr Müll pro Einwohner als in Deutschland gab es nur in Zypern (624 Kilogramm), Luxemburg (653 Kilogramm) und Dänemark (747 Kilogramm). Vor allem in den östlichen EU-Staaten waren die kommunalen Abfallmengen gering. Am wenigsten Müll je Einwohner verzeichneten Rumänien (272 Kilogramm) und Estland (293 Kilogramm).

Wo viel konsumiert werde, falle in der Regel auch viel Müll an, begründete Isabella Mehlin vom Statistischen Bundesamt die Unterschiede. Ein anderer Grund sei die Größe der Haushalte: Kleinere Haushalte produzierten pro Einwohner mehr kommunale Abfälle als große. Außerdem gebe es unterschiedliche Einkaufsgewohnheiten: Im Süden Europas etwa würden mehr Lebensmittel offen auf Märkten eingekauft als verpackt und verschweißt.

In der Bundesrepublik entstehen seit 2010 jedes Jahr mehr als 600 Kilo Abfall pro Einwohner, von 2004 bis 2009 lag die Menge noch darunter. Im Jahresvergleich schneiden die Menschen in Deutschland beim Müll auch nicht besonders ab: Die Haus- und Verpackungsabfälle gingen binnen Jahresfrist nur um etwa zwei Kilo zurück, im EU-Durchschnitt dagegen um sieben Kilo. Spitzenreiter Dänemark reduzierte um zwölf Kilo. Allerdings legten einige Länder auch einige Kilogramm Müll zu - darunter beispielsweise Großbritannien, Norwegen und Slowenien.

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Quelle: n-tv.de