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Weitere Prüfungen folgen EMA: Kein altersspezifisches Risiko bei Astrazeneca

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Die EMA überprüft derzeit erneut Hinweise auf Blutgerinnsel nach einer Astrazeneca-Impfung.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Die Verwirrungen um die Sicherheit des Astrazeneca-Impfstoffs nehmen kein Ende: Nun erklärt die Europäische Arzneimittelagentur, dass sie derzeit keine spezifischen Risikofaktoren wie Alter oder Geschlecht feststellen konnte. Die Prüfung dauert allerdings noch an.

Nach der Einschränkung des Einsatzes des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in Deutschland hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) erklärt, dass sie derzeit keine altersspezifischen Risiken bei dem Corona-Vakzin sehe. Eine Prüfung habe keine spezifischen Risikofaktoren wie etwa Alter oder Geschlecht ergeben, teilte die EMA mit. Anders als Deutschland rät die EU-Behörde daher vorerst nicht zu Einschränkungen bei der Anwendung des Mittels. Die Überprüfung von neuen Hinweisen auf Blutgerinnsel laufe allerdings noch.

Zuvor hatte bereits der strategische Impfrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt, an dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca festhalten zu wollen. Er sieht auch nach der deutschen Entscheidung gegen den Einsatz des Mittels bei Menschen unter 60 Jahren keinen Anlass für eine Anpassung seiner Empfehlungen, wie die Direktorin der WHO-Abteilung Impfungen, Kate O'Brien sagte.

Bund und Länder hatten am Dienstag nach einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beschlossen, dass das Astrazeneca-Vakzin in der Regel nur noch an Menschen über 60 Jahre verimpft werden soll. Hintergrund sind Thrombose-Fälle vor allem bei jüngeren Frauen.

Aktualisierte EMA-Empfehlung in einer Woche erwartet

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Die Bundesregierung verteidigte unterdessen die Alterseinschränkung beim Impfen mit Astrazeneca. Bei der gesamten Impfkampagne sei das Thema Vertrauen "von enormer Bedeutung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Dieses Vertrauen entstehe genau daraus, dass die Menschen wüssten, bei den Impfstoffen werde "ganz genau hingeguckt". Die Bundesregierung und die Länder hätten ebenso wie die STIKO die Erkenntnisse zu dem Impfstoff nicht ignorieren können.

Eine aktualisierte Empfehlung der EMA sei für die Sitzung ihres Sicherheitsausschusses vom 6. bis 9. April zu erwarten. Die Behörde ist weiter der Auffassung, dass der Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs bei der Abwehr von Covid-19 höher sei als die Risiken von Nebenwirkungen. Geimpften riet die EMA, auf die entfernte Möglichkeit der sehr seltenen Blutgerinnsel zu achten. Sollten sie entsprechende Symptome entwickeln, sollten sie sofort medizinischen Rat einholen, hieß es weiter.

Quelle: ntv.de, hny/AFP

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