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Warum kam Bus von A19 ab? Experten untersuchen Flixbus-Wrack

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Ein Kran richtet den verunglückten Bus auf, später wird das Fahrzeug abtransportiert.

(Foto: dpa)

Auf der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern kippt ein Fernbus um. Viele Menschen sind schwer verletzt. Mittlerweile ist das Unglücksfahrzeug geborgen. Nun versuchen Sachverständige herauszufinden, was zum Unfall führte.

Nach dem Unfall eines Fernbusses auf der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern ist das umgekippte Fahrzeug mittlerweile geborgen worden, die Vollsperrung des betroffenen Streckenabschnitts ist aufgehoben. Der Bus des Unternehmens Flixbus war am Freitagmorgen von der Fahrbahn abgekommen und in einen Graben gestürzt. 16 Menschen mussten laut Polizei mit mittelschweren bis schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Einen Fahrgast mussten die Rettungskräfte aus dem Unfallfahrzeug herausschneiden. 47 weitere Insassen wurden von den Helfern betreut und schließlich in ein nahegelegenes Sammelzentrum gebracht.

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Die Unglücksstelle in Mecklenburg-Vorpommern.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Der Bus war aus noch ungeklärter Ursache gegen 6.30 Uhr in Höhe der Gemeinde Linstow, rechts von der Fahrbahn abgekommen, in einen Graben gefahren und dann umgekippt. Ein weiteres Fahrzeug war nicht in den Unfall involviert. Ein Atemalkoholtest des Fahrers zeigte einen Wert von 0,00 Promille, gab die Polizei bekannt. Die Dekra ist eingeschaltet worden, um ein Gutachten von dem Unfall zu erstellen.

Der Bus war aus Stockholm via Kopenhagen und Rostock auf dem Weg nach Berlin gewesen. Laut Fahrplan war der Bus um 23.40 Uhr in Kopenhagen gestartet. Aufgrund der langen Fahrzeit war er mit zwei Fahrern unterwegs. Einer der beiden soll bei dem Unfall verletzt worden sein. Insgesamt saßen 63 Menschen in dem Bus. Die Passagiere kamen aus 22 Nationen, die meisten aus Skandinavien.

An der Unglückstelle waren zunächst mehrere Feuerwehren, Rettungskräfte und vier Hubschrauber im Einsatz. Rund 60 Einsatzkräfte waren vor Ort, die Fahrbahn war stundenlang voll gesperrt. Am frühen Nachmittag teilte die Polizei schließlich über Twitter mit, dass der Bus mittlerweile geborgen worden und die Vollsperrung des Streckenabschnitts der A19 nun aufgehoben sei. Allerdings müsse die Fahrbahn Richtung Berlin in den kommenden Stunden für Reparaturarbeiten noch einmal halbseitig gesperrt werden.

Beckengurt kann Leben retten

Der Automobilclub ADAC erklärte nach Bekanntwerden des Unglücks, dass grundsätzlich kein Sicherheitsproblem bei Fernbussen bestehe. "Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist 14 Mal geringer als mit dem eigenen Auto", sagte der Sprecher des ADAC Hansa, Christian Hief. "Fernbusse sind sicher." Nach der Bahn seien sie das sicherste Verkehrsmittel. Die Zunahme von Busunfällen in den vergangenen Jahren liege vor allem an der stark gestiegenen Zahl von Busreisen. So seien in Deutschland mittlerweile weit mehr als 20 Millionen Fahrgäste pro Jahr mit den Bussen unterwegs, sagte Hief.

Die Ursachen seien in der Regel keine technischen Mängel, sondern meist trotz zahlreicher gesetzlicher Regelungen der "Faktor Fahrer". Durch Assistenzsysteme seien gerade moderne Busse aber trotzdem sehr sicher. Fahrgäste sollten trotzdem aufmerksam bleiben, empfahl Hief. Wenn Reifen oder das gesamte Fahrzeug in jämmerlichem Zustand seien, solle man besser nicht ein- oder bei der nächsten Gelegenheit aussteigen.

Gleiches gelte, wenn der Fahrer einen übermüdeten, unkonzentrierten oder vielleicht sogar angetrunkenen Eindruck mache. "Wenn ich ein ungutes Gefühl habe, sollte man auf seinen Instinkt vertrauen", sagte Hief. "Aber das Wichtigste ist: Es gibt eine Anschnallpflicht in Bussen und die ist nicht ohne Grund da." Im Ernstfall könne der Beckengurt Leben retten.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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