Panorama

Entspannung in Berchtesgaden Früher Lockdown half in Corona-Hotspot

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Bereits am 20. Oktober traten die strikten Corona-Maßnahmen in Berchtesgaden in Kraft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ende Oktober gerät der bayerische Landkreis Berchtesgadener Land als Corona-Hotspot in die Schlagzeilen. Noch bevor der bundesweite Teil-Lockdown auf politischer Ebene diskutiert wird, reagieren die Behörden vor Ort mit strikten Maßnahmen. Das zahlt sich inzwischen aus.

Der vorgezogene Lockdown im Berchtesgadener Land macht sich nach drei Wochen in den Infektionszahlen bemerkbar. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist dort nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 141,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gefallen. In der Spitze hatte der Wert vor genau zwei Wochen bei 324 gelegen, am Montag war er erstmals wieder unter die Marke von 200 gefallen.

Der Landkreis Berchtesgadener Land hatte schon am 20. Oktober massive Ausgangsbeschränkungen und die Schließung von Hotels und Gaststätten verfügt, zwei Wochen vor dem Rest Deutschlands. Das bayerische Gesundheitsministerium hatte schon in der vergangenen Woche betont, es dauere "üblicherweise bis zu zwei Wochen, bis sich verstärkte Maßnahmen in den Infektionszahlen niederschlagen".

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Die Entwicklung könnte ein Hinweis darauf sein, wie schnell sich der "Lockdown light" bundesweit auswirken kann. Zwar hat sich die Zahl der neuen Positiv-Tests stabilisiert, ist aber bisher nicht nachhaltig zurückgegangen. Im Berchtesgadener Land war die Inzidenz früher in die Höhe geschossen als in anderen Regionen. Als ein Grund dafür wurde die Lage an der Grenze zu Österreich genannt, wo die Infektionsquoten deutlich höher sind als in Bayern.

Inzwischen liegt der Nachbar-Landkreis Traunstein, der ebenfalls an das Bundesland Salzburg grenzt, mit einer Inzidenz von 383 bundesweit in der Spitze. Auch im Landkreis Rottal-Inn, über den ebenfalls vorzeitig ein Lockdown verhängt worden war, sinkt die Zahl der neuen Positiv-Tests. Die Inzidenz, die zeitweise bei mehr als 300 Fällen auf 100.000 Einwohner gelegen hatte, sank zuletzt laut RKI auf 178,6.

Nur noch 13 Regionen unter Warnschwelle

In Deutschland überschreiten aktuell 370 Regionen den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Laut dem RKI-Lagebericht sind das fünf weniger als noch am Dienstag. Von den 412 Regionen, die das RKI ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), liegen nur noch 13 unter der Warnschwelle von 35 Neuinfektionen. Anzeichen einer Trendwende sind hier nicht zu sehen.

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Den höchsten Inzidenzwert haben den Daten zufolge neben dem besagten Traunstein die bayerischen Städte Augsburg (314,2) und Rosenheim (311,6). Den niedrigsten Wert weisen der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (19,4), der niedersächsische Landkreis Holzminden (19,9) und der thüringische Wartburgkreis (21,0) auf.

Quelle: ntv.de, fzö/rts