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Dienstag, 13. Oktober 2015

Studie offenbart Offenheit: Jugendliche haben keine Angst vor Migranten

Die neue Shell-Jugendstudie zeigt, dass die 12- bis 25-Jährigen in Deutschland sich nicht von ihrer positiven Grundhaltung abbringen lassen. Angst haben die jungen Leute eher vor Fremdenfeindlichkeit als vor Zuwanderung.

Deutsche Jugendliche stehen Zuwanderern deutlich offener gegenüber als noch vor einigen Jahren. Das ist das Ergebnis der jüngsten Shell-Jugendstudie. Demnach sprachen sich 39 Prozent der 12- bis 25-Jährigen dafür aus, dass künftig genauso viele Menschen aus dem Ausland zuwandern dürfen wie bisher. 15 Prozent der Befragten befürworteten sogar mehr Zuwanderung. Zum Vergleich: 2006 sprachen sich noch 58 Prozent dafür aus, Zuwanderung zu verringern. Aktuell ist dieser Anteil auf 37 Prozent gesunken. Der großen Mehrheit der Jugendlichen sei es wichtig, "die Vielfalt der Menschen anzuerkennen und zu respektieren".

Den Untersuchungsergebnissen zufolge interessierten sich immer mehr Jugendliche für Politik. Die Hälfte der Befragten antwortete auf entsprechende Fragen, sie seien daran interessiert oder sogar stark interessiert. Konkret äußert sich ihr Engagement dadurch, dass sie bestimmte Waren aus ethischen oder politischen Gründen boykottieren oder indem sie an Onlinepetitionen oder Unterschriftensammlungen teilnehmen. "Die junge Generation befindet sich im Aufbruch. Sie ist anspruchsvoll, will mitgestalten und neue Horizonte erschließen", sagt Studienleiter Professor Dr. Mathias Albert von der Universität Bielefeld.

Ein Job und vielleicht eine Familie

Insgesamt sind Jugendliche in Deutschland zuversichtlich. Sechs von zehn jungen Leuten blicken optimistisch in die Zukunft. Eine Mehrheit von 52 Prozent beurteilt auch die gesamtgesellschaftliche Zukunft positiv. Die allermeisten (95 Prozent) wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz, nur noch sechs von zehn Befragten halten eine eigene Familie für das Lebensglück für notwendig.  

Für die Erhebung werden seit 1953 alle drei bis fünf Jahre rund 2500 Jugendliche zu ihren Einstellungen befragt. Die jüngste Befragung fand von Anfang Januar bis Anfang März statt. Dafür wurden 2558 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren von Infratest-Interviewern auf Basis eines standardisierten Fragebogens befragt. Hinzu kamen vertiefende Interviews mit 21 Jugendlichen.

Seit 1953 wird die Shell-Jugendstudie im Abstand von drei bis fünf Jahren regelmäßig veröffentlicht. Sie präsentiert mit ihren Ergebnissen nicht nur eine aktuelle Sicht auf die Jugendgeneration, sondern soll will auch konkrete gesellschaftspolitische Denk- und Diskussionsanstöße geben.

Quelle: n-tv.de