Panorama

Edeka-Filiale rationiert Seife Klöckner warnt vor Hamsterkäufen

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Unnötige Hamsterkäufe führen dazu, dass am Ende Lebensmittel weggeworfen werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Angesichts der Verbreitung des Coronavirus decken sich viele Menschen mit Vorräten ein. Dabei gibt es laut Landwirtschaftsministerin Klöckner keine Versorgungsengpässe. Eine Edeka-Filiale appelliert an die Fairness der Kunden - und rationiert bestimmte Produkte.

Landwirtschafts- und Ernährungsministerin Julia Klöckner hat vor Hamsterkäufen in Deutschland gewarnt. Wegen der Coronakrise sei es vielerorts dazu gekommen, jedoch gebe es "keinen Anlass" für Hamsterkäufe, mahnte die CDU-Politikerin in Berlin. In Deutschland gebe es aktuell keine Versorgungsengpässe. Die Ministerin rief alle Bürger auf, ihre Vorräte "mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufzustocken". Dann sei auch genügend für alle da.

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In einer Edeka-Filiale in Hamburg gelten ab sofort Mengenbeschränkungen.

(Foto: RTL/ntv)

Gerade mit Blick auf die derzeitige Situation sei nicht nur die Solidarität der Verbraucher untereinander gefragt, sondern auch "Maß und Mitte", fügte Klöckner hinzu. Wichtig sei, nur das zu lagern, "was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht wird, um nicht Lebensmittel und wichtige Ressourcen zu verschwenden". Denn unnötige Hamsterkäufe führten leider häufig dazu, "dass Lebensmittel letztlich in der Tonne landen". Wer dennoch zu viel gekauft habe, könne einwandfreie Waren zur Weitergabe an die Tafeln spenden.

Eine Edeka-Filiale in Hamburg-Rotherbaum reagierte bereits auf das Kaufverhalten der Kunden. Auf einem Aushang ist zu lesen, dass für bestimmte Produkte ab sofort Mengenbeschränkungen gelten. So darf jeder Kunde nur noch jeweils eine Packung Toilettenpapier, Zwieback und Knäckebrot kaufen und jeweils zwei Packungen Zucker, Mehl Nudeln, Reis, Konserven, Fertigprodukte und Seife. "Bitte bleiben Sie fair und verzichten auf unnötige Bevorratung", heißt es weiter.

"Kein Grund zur Sorge"

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland ebenfalls gesichert. Er habe sich am Freitag mit Vertretern der Lebensmitteldiscounter getroffen. "Es besteht kein Grund zur Sorge, dass wir irgendwo Knappheiten haben. Es haben zwar alle bestätigt, dass sie logistische Schwierigkeiten haben; aber die Lager sind so bestückt, dass keiner Angst haben muss, dass etwas ausgeht", sagte der Minister der "Bild"-Zeitung. Es gebe für panische Reaktionen und Hamsterkäufe keinen Anlass.

"Trotzdem arbeiten wir gemeinsam mit den Discountern und Supermärkten daran, auch in schwierigeren Situationen genug Versorgung zu haben", fügte Scheuer hinzu. Es gebe Pläne für den Fall, dass sich die Situation zuspitze. Wenn zum Beispiel Polen die Grenzen schließe, habe das direkte Auswirkungen auf die Versorgungslage in Deutschland. Viele Lkw-Fahrer kämen aus Polen, wenn sie fehlten, "haben wir ein echtes Problem. Wenn wir dann zu Engpässen kommen, kann die Bundeswehr die Versorgung auffangen". Das sei aber ein Szenario für den schlimmsten Fall, "soweit sind wir noch nicht", stellte Scheuer fest.

Erhöhte Nachfrage nach Nudeln und Reis

Die Supermarktkette Rewe stellt seit Mittwoch eine deutlich erhöhten Nachfrage fest. Das betreffe vor allem Trockenlebensmittel wie Nudeln und Reis sowie Konserven und Drogerieartikel, teilte ein Sprecher des Konzerns in Köln mit. Es gebe aber kein Problem bei der Warenversorgung. Die Hersteller lieferten weiterhin und die Regale würden zügig nachgefüllt.

"Die Mitarbeiter im Markt und in der Logistik machen einen großartigen Job", sagte der Sprecher. "Es wäre nur sinnvoll, wenn die Leute, denen es möglich ist, den Einkauf auf die Woche verteilen, und nicht nur Freitagnachmittag und Samstagmorgen einkaufen." Dann hätten Mitarbeiter auch die Chance, die Regale schnell genug wieder zu befüllen. Wie viel jeder Kunde kaufen darf, bestimmt nach Worten des Pressesprechers jeder Marktleiter selbst. Es gelte jedoch wie sonst auch die Vorgabe von haushaltsüblichen Mengen. Zum Rewe-Konzern gehört auch die Discountkette Penny.

Der Discounter Aldi will nach eigenen Angaben alle Kunden mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs "so gut wie möglich" versorgen. "Sollten dennoch bestimmte Artikel vorübergehend vergriffen sein, bitten wir dies zu entschuldigen - Nachschub ist unterwegs!", versicherte ein Sprecher von Aldi Süd.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/AFP