Panorama

"Perfekter Sturm für Herbst" Lauterbach warnt vor Delta-Variante

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Lauterbach zitiert aus einer Studie der Uni Oxford - demnach ist die Delta-Variante ansteckender und führt zu schwereren Verläufen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Wochen werden dem RKI weniger Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Doch was wird im Herbst sein? Kommt dann die vierte Welle? SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach warnt nun vor der Delta-Variante. Doch es gibt auch Hoffnung.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. "Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden", sagte Lauterbach am Dienstagabend im RBB. Bisher tritt die aus Indien stammende Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. "Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt." Die Impfbereitschaft sinke allerdings, schrieb Lauterbach auf Twitter. "Da baut sich leider ein perfekter Sturm für den Herbst auf." Derzeit sind in Deutschland gut 22 Millionen Menschen oder knapp 27 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft. Die Erstimpfung haben fast 49 Prozent erhalten.

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte im RBB, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. "Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit." Die Ständige Impfkommission hatte dagegen keine Impfempfehlung für Kinder ausgesprochen. Sie argumentierte, dass Covid-19 in der Altersgruppe nur sehr selten einen schweren Verlauf nimmt und daher eine Impfung die Risiken durch mögliche Nebenwirkungen nicht überwiegen.

Schon am Dienstag hatten die Gesundheitsminister der Bundesländer vor der Delta-Variante gewarnt. In einem Beschlussentwurf der Gesundheitsministerkonferenz wurden daher die Einreiseregeln für Risikogebiete als zu lasch kritisiert. Die Minister regten laut "Business Insider" an, einen zweiten Test fünf Tage nach der Einreise zur Pflicht zu machen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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