Panorama

Ermittlungen wegen Falschgeld NRW gelingt Schlag gegen italienische Mafia

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Innenministern Herbert Reul spricht von einem empfindlichen Schlag gegen die italienische Mafia in Nordrhein-Westfalen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit gut zwei Jahren ermittelt das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen gegen einen Geldfälscherring. Bei zahlreichen Razzien in Deutschland und Italien gelingt den Ermittlern ein Erfolg. Sie nehmen mehrere Beschuldigte fest, beschlagnahmen Technik und Unterlagen und finden eine Menge Bargeld.

Gegen einen internationalen Falschgeldring mit Bezug zur italienischen Mafiagruppierung Camorra ist dem Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen ein bedeutender Schlag gelungen. Ermittler durchsuchten 18 Wohnungen in NRW und in Neapel, wie LKA-Kriminalhauptkommissar Oliver Huth bei einer Pressekonferenz erklärte. Demnach wurden vier Tatverdächtige festgenommen. Insgesamt werde gegen 80 Beschuldigte in Deutschland und im europäischen Ausland ermittelt.

Ihnen werden neben der Produktion von Falschgeld auch Waffenhandel und Autohehlerei sowie "Fälschungsdelikte jeglicher Couleur" vorgeworfen. Ein gefälschter 50-Euro-Schein von "höchster Qualität" und ein Hinweis aus dem Milieu hätten die Ermittler von Nordrhein-Westfalen nach Italien geführt. Mit der Unterstützung von Europol seien die Ermittlungen in Richtung Frankreich und Belgien ausgedehnt worden.

"Wir haben also heute der italienischen Mafia in Nordrhein-Westfalen einen empfindlichen Schaden zugeführt", sagte Innenminister Herbert Reul. Die organisierte Kriminalität sei da getroffen worden, wo es am meisten schmerze. Zwei Jahre "harter und beharrlicher" Ermittlungsarbeit seien damit zum Abschluss gekommen. "In Nordrhein-Westfalen kann die organisierte Kriminalität nichts gewinnen - nicht die Clans, nicht die Rocker, aber auch nicht die italienische Mafia", sagte Reul. Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen sei jedoch noch lange nicht am Ende und bleibe eine "Daueraufgabe".

Italiener soll auch mit Drogen, Autos und Dokumenten gehandelt haben

Im Fokus des Verfahrens steht laut LKA und Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ein 56-jähriger italienischer Staatsbürger aus dem Raum Neapel, der in Düsseldorf festgenommen wurde. Er stehe unter dringendem Verdacht, "hochprofessionell" mit Falschgeld, Drogen, Autos und gefälschten Dokumenten gehandelt zu haben.

Dafür schloss er sich den Ermittlern zufolge mit zwei Tatverdächtigen in Neapel zusammen, die Bezüge zur neapolitanischen Mafia haben sollen. Der Vater von drei Kindern lebe von Sozialleistungen und habe wegen Drogenhandel bereits eine vierjährige Haftstrafe verbüßt. Im Jahr 2014 sei er schon einmal mit Falschgeld in Verbindung gebracht worden.

Bei den anderen Tatverdächtigen handle es sich um einen 62-jährigen Deutschen, einen 50 Jahre alten Italiener aus Neapel sowie einen 62-Jährigen aus Sizilien, der in Ratingen festgenommen wurde.

Bei der Razzia wurden Wohnungen in Düsseldorf, Lüdenscheid, Dormagen, Kaarst, Neuss, Bonn und Mönchengladbach durchsucht. Beschlagnahmt wurden demnach 45.000 Euro sowie zahlreiche IT-Asservate und Buchungsunterlagen. Auch an den Durchsuchungen in Neapel seien NRW-Polizisten beteiligt gewesen.

Die Ermittlungskommissionen "Alleanza" und "Blanko" ermitteln laut LKA bereits seit März 2019 gegen den Geldfälscherring. Im Lauf des Verfahrens seien mehrere Autos, falsche Passpapiere, gefälschte Führerscheine, Kokain und eine Schusswaffe beschlagnahmt worden. Zudem entdeckten die Beamten rund 160.000 Euro Falschgeld.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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