Panorama

Merkel am Unglücksort Trauer bestimmt Politikeragenda

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Kanzerlin und Außenminister bei der wöchentlichen Kabinettssitzung - Steinmeier war bereits am Unglücksort, Merkel macht sich nun auf den Weg dorthin.

(Foto: AP)

Einen Tag nach dem Absturz der Germanwings-Maschine ist an einen normalen Politikbetrieb in Deutschland nicht zu denken. Nicht nur die Kanzlerin ändert ihre Pläne. Auch Normalbürger haben die Möglichkeit ihr Mitgefühl auszudrücken.

Der verheerende Unfall der Germanwings-Maschine hat die sonst straff geplanten Terminkalender der deutschen Politiker außer Kraft gesetzt. Bundespräsident Joachim Gauck brach seine Lateinamerika-Reise ab. Der Präsident habe gestern von Peru aus seinen Amtskollegen in Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, angerufen, und seinen für heute und morgen geplanten Staatsbesuch kurzfristig abgesagt, teilte das Bundespräsidialamt mit. Von der peruanischen Hauptstadt Lima aus, flog Gauck zurück nach Berlin. Vor den öffentlichen Gebäuden wehen die Fahnen auf Halbmast.

Während Gauck gerade erst in Berlin eintraf, bricht Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits auf nach Frankreich. Sie wird gegen 14 Uhr nahe der Unglücksstelle erwartet, wo sie sich ein Bild von den Bergungsarbeiten machen will. "Wir werden ihnen Karten zeigen und erklären, was geschehen ist und was wir tun", sagte der französische Polizeigeneral David Galtier, der den Großeinsatz leitet. Am Einsatzort wird Merkel auch mit ihrem spanischen Amtskollegen Mariano Rajoy und mit Frankreichs Präsident François Hollande zusammentreffen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatten gestern schon den Einsatzort der Bergungskräfte in den Alpen besucht. Dobrindt will am Mittag den Mitgliedern des Verkehrsausschusses des Bundestags von seinen Eindrücken dort sowie von den neuesten Erkenntnissen über den Unfallhergang berichten.

Kondolenzbuch im Berliner Dom

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft will Bundeskanzlerin Merkel bei deren Besuch am Unglücksort begleiten. Das Bundesland war nicht nur mit dem Flughafen Düsseldorf Ziel des verunglückten Fluges. Aus Nordrhein-Westfalen stammen auch viele der Opfer.

Bestürzung herrscht vor allem am in Haltern am See im Norden des Ruhrgebiets. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in der Kleinstadt kamen an Bord der Unglücksmaschine um. Landesschulministerin Sylvia Löhrmann stattet derzeit der Schule einen Besuch ab.

Neben Politikern trauern auch zahlreiche Bürger um die Opfer und wollen den Angehörigen ihr Mitgefühl ausdrücken. Die evangelische Kirche legte im Berliner Dom ein Kondolenzbuch aus. Zudem soll den 150 Männern, Frauen und Kindern in der heutigen Mittagsandacht mit einer Fürbitte gedacht werden.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP/rts

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