Panorama

Statistik der Gewalttaten Trennung der Eltern wird Kindern gefährlich

Die Zahl der getöteten Kinder ist in Deutschland seit Jahren ungefähr gleich hoch. Dabei erweist sich besonders eine Lebenssituation als besonderes Risiko.

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Auch wenn Gewalt in der Erziehung mittlerweile sozial geächtet ist - viele Kinder erfahren diese noch immer in der sensibelsten Phase ihres Lebens.

(Foto: imago/Roland Mühlanger)

Jede Woche sterben in Deutschland nach Expertenangaben drei Kinder an den Folgen von Gewalt - in der Regel im häuslichen Umfeld. Es sei wichtig, acht zu geben, wenn irgendwo eine Trennung anstehe und der Streit um Kinder beginne, sagte Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, in Berlin. "Das sind die Zeiten, wo die Kinder besonders gefährdet sind."

Becker stützte sich dabei auf eine Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik 2016. Rund ein Viertel dieser Kinder stirbt demnach im Zusammenhang mit einer Trennung der Erziehungsberechtigten oder mit dem Streit um das Sorgerecht.

Becker forderte zudem eine Anpassung der Begriffe im Strafgesetzbuch. Zu mehr Ehrlichkeit beim Kinder- und Jugendschutz gehöre auch eine Anpassung der noch immer verharmlosenden Sprache, sagte er.

Statt als Kindesmisshandlung oder sexueller Missbrauch sollten die entsprechenden Taten im Strafgesetzbuch als schwere Gewalt gegen Kinder oder sexuelle Gewalt gegen Kinder bezeichnet werden. Außerdem müssten die angedrohten Strafen verschärft werden. Es dürfe nicht sein, dass für einen Einbruch eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft, bei Kindesmissbrauch aber nur ein halbes Jahr angedroht werde.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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