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Der Verlag Nase vojsko (Unsere Armee) bezeichnet die Tassen als "Sammlereditionen".
Der Verlag Nase vojsko (Unsere Armee) bezeichnet die Tassen als "Sammlereditionen".(Foto: AP)
Freitag, 03. August 2018

Tschechisches Gericht urteilt: Verlag darf weiter Hitler-Tassen verkaufen

In Deutschland fällt das Kopfbild Hitlers unter das Verbot von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In Tschechien gilt dieses Gesetz nicht: Trotz massiver Kritik darf ein Verlag weiterhin Tassen mit den Konterfeis verschiedener Nazi-Größen verkaufen.

Ein tschechisches Unternehmen darf weiter Tassen und T-Shirts mit dem Konterfei Adolf Hitlers und anderer Nazi-Größen verkaufen. Die Polizei habe den Fall zu den Akten gelegt, berichtete die Zeitung "MF Dnes". Es habe nicht bewiesen werden können, dass der Verlag "Nase vojsko" (Unsere Armee) aus Prag ein anderes Motiv als "die Gewinnerzielung im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit" verfolgt habe, teilte ein Sprecher mit.

Der Verlag selbst bezeichnete die Tassen mit dem Bild Hitlers oder des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich als sogenannte "Sammlereditionen". Die Föderation jüdischer Gemeinden in Tschechien und das Jüdische Museum in Prag hatte den Verkauf der Waren als "offene Glorifizierung des Nazi-Regimes" scharf verurteilt. Sie verwiesen in ihrer Kritik darauf, dass derselbe Verlag auch das Buch "Der Nürnberger Prozess" des britischen Holocaust-Leugners David Irving in tschechischer Übersetzung vertreibt.

In Deutschland fällt das sogenannte Kopfbild Adolf Hitlers unter das Verbot von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zur Begründung führten die Gerichte in ihrer Rechtsprechung an, dass es während des Nationalsozialismus massenhaft als Symbol der NSDAP und des NS-Staats verwendet worden sei. Das nationalsozialistische Deutschland war im März 1939 in Prag einmarschiert und hatte im sogenannten "Protektorat Böhmen und Mähren" ein hartes Besatzungsregime errichtet.

Quelle: n-tv.de