Panorama

"Wütend, ratlos, fassungslos" Vorsätzlicher Absturz ist höchstes Trauma

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Blick in das Cockpit des verunglückten Airbus A320 mit der Kennung D-AIPX der Fluggesellschaft Germanwings. Das Bild entstand am 22.03.2015 auf dem Flughafen in Düsseldorf nach einem der letzten Flüge vor dem Absturz der Maschine in Frankreich.

(Foto: dpa)

"Das macht uns fassungslos", sagt Lufthansa-Chef Spohr. Schulleiter Wessel aus Haltern berichtet: "Es ist noch viel, viel schlimmer, als wir gedacht haben." Tatsächlich gehört ein vorsätzlicher Absturz zur schlimmsten Art von Katastrophen.

Der Copilot der verunglückten Germanwings-Maschine, Andreas Lubitz, hat den Airbus mit 150 Menschen an Bord offensichtlich mit Absicht in die Katastrophe gesteuert. Über seine Beweggründe ist noch nichts bekannt.

Psychologen weisen daraufhin, dass ein mit Vorsatz herbeigeführter Absturz ein extremes Trauma bei den Angehörigen auslöst. "Das ist für sie die schlimmste Art von Katastrophe", sagte der Psychologe Steffen Fliege. Diese Information würde für die Betroffene nach dem Absturz in Frankreich nochmals eine Steigerung bedeuten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Flughafen Köln/Bonn gesagt: "Wenn ein Mensch 149 Menschen mit in den Tod nimmt, ist das ein anderes Wort als Selbstmord."

Nach Einschätzung des Psychologen aus Münster seien die Folgen für die Angehörigen von Katastrophen in verschiedene Kategorien einzuordnen. Demnach löst ein schweres Unglück zum Beispiel bei einer Naturkatastrophe wie einer Lawine bei den Menschen ein Trauma aus. In Stufen verschlimmere sich dieses dann aber bei Unglücken mit technischer Ursache gefolgt vom menschlichem Versagen und dann Fahrlässigkeit. Werde eine Katastrophe mutwillig, absichtlich - und damit geplant - ausgelöst, habe das die schlimmsten Folgen für die Psyche von Opfern und Angehörigen.

Schulleiter Ulrich Wessel vom Joseph-König-Gymnasiums in Haltern äußerte sich entsprechend: "Es ist noch viel, viel schlimmer, als wir gedacht haben. Es macht uns wütend, ratlos und fassungslos." Ebenso wie der Schulleiter zeigte sich Bürgermeister Bodo Klimpel entsetzt über die Ursache der Katastrophe. "Ich frage mich, wann der Alptraum endlich aufhört", sagte Klimpel.

Bei der absichtlich herbeigeführten Katastrophe in den französischen Alpen waren 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern ums Leben gekommen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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