Panorama

Gütersloh: Virus übergesprungen Weiterer Schlachthof meldet Corona-Fälle

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In dem Schlachthof im niedersächsischen Essen im Kreis Cloppenburg sind drei Mitarbeiter infiziert.

(Foto: imago images/Sven Eckelkamp)

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies verzeichnet der Kreis Gütersloh bereits 32 Infektionen, die nichts mit dem Fleischproduzenten zu tun haben. In Niedersachsen meldet nach Wiesenhof noch ein zweiter Schlachthof einen Ausbruch des Virus.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der nachweislich Infizierten im Kreis Gütersloh weiter gestiegen. Es gebe nun 2054 positive Befunde, am Vortag lag diese Zahl noch bei 1952, teilte der Kreis mit. Davon gilt etwa ein Drittel als genesen, gut 1300 seien noch infiziert. Allerdings sind den Behörden zufolge im Kreis Gütersloh aktuell 32 Infektionen nachgewiesen worden, die keinen Bezug zum Unternehmen Tönnies haben.

Im Kreis Gütersloh stieg die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage stetig auf nun 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf liegt er inzwischen bei 66,2. Bund und Länder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Kreise Gütersloh und Warendorf verkündet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Betroffen sind insgesamt rund 640.000 Einwohner.

Nach Wiesenhof: Nächster Schlachthof in Niedersachen betroffen

Nach dem Ausbruch in einer Putenschlachterei des Wiesenhof-Konzerns im niedersächsischen Wildeshausen sind in einem weiteren Schlachthof im Nordwesten Niedersachsens neue Corona-Fälle bekannt geworden: Einem Bericht des NDR zufolge handelt sich dabei um einen Betrieb in Essen im Landkreis Cloppenburg. Nach Angaben eines Sprechers von Danish Crown gibt es in dem Schlachthof drei infizierte Mitarbeiter, die in der vorherigen Woche noch negativ auf das Coronavirus getestet worden waren. Außerdem sei ein neuer Mitarbeiter infiziert, der aber noch nicht im Schlachthof angefangen hatte, hieß es in dem Bericht. Danish Crown will nach Angaben des Sprechers heute 350 Mitarbeiter in dem Schlachthof testen, die in den Abteilungen der drei Infizierten gearbeitet haben. Die Testergebnisse sollen am späten Abend vorliegen. Insgesamt arbeiten bei Danish Crown im niedersächsischen Essen 1500 Mitarbeiter.

*Datenschutz

In dem Wiesenhof-Betrieb stieg die Zahl infizierter Mitarbeiter nach einem Corona-Massentest auf 35. Bis zum Nachmittag wurden nach Angaben der Wiesenhof-Mutter PHW 341 Menschen in dem Betrieb in Wildeshausen getestet. Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. In Absprache mit den Behörden seien die Beschäftigten sowie Kontaktpersonen umgehend ermittelt worden und befänden sich in Quarantäne. Bis Freitag sollen alle Mitarbeiter des Betriebs getestet worden sein. Alle 35 positiv Getesteten haben sich dem Unternehmen zufolge privat eine Unterkunft angemietet, nur eine der Personen wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach Angaben eines Sprechers des Landkreis Oldenburg wohnen die Betroffenen in diesem Landkreis sowie den Nachbarkreisen Cloppenburg, Diepholz, Vechta sowie in Delmenhorst.

Aufgeschreckt von dem Corona-Ausbruch bei Tönnies ordnete Rheinland-Pfalz an, die gesamte Belegschaft in allen sechs fleischverarbeitenden Betrieben durchzutesten. Die Reihentestungen seien ab nächster Woche geplant, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Landtag in Mainz. In Rheinland-Pfalz gebe es zwei große Betriebe mit mehreren hundert Beschäftigten und vier weitere mit 20 bis 100 Mitarbeitern.

Quelle: ntv.de, mau/dpa