Panorama

Dritter Tagesrückgang in Folge Zahl der Infektionen nähert sich 60.000

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Ein Coronapatient aus Frankreich kommt am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als 58.000 Menschen sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert, das sind 4400 mehr als am Samstag. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen geht schon den dritten Tag in Folge weiter zurück. Die Vollständigkeit der Datensätze ist allerdings nicht gesichert.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt in Deutschland weiter spürbar an. Bundesweit gibt es mit Stand Sonntagabend laut ntv.de-Berechnungen 58.639 bestätigte Infektionen und 455 Todesfälle. Das sind rund 10.000 Infizierte und 139 Todesfälle mehr als noch am Freitagabend.

Die Zahl der Neuinfektionen geht damit den dritten Tag in Folge leicht zurück: Meldeten die Behörden von Mittwoch zu Donnerstag noch 5900 neue Fälle, waren es von Samstag zu Sonntag nur noch 4400. Die Vollständigkeit der Datensätze ist allerdings nicht gesichert: Unter anderem Mecklenburg-Vorpommern gibt ab, dass es durch die dünnere Personaldecke am Wochenende gegebenenfalls zu Nachmeldungen zu Wochenbeginn kommen kann.

Auch Experten warnen, dass der Wendepunkt der Epidemie in Deutschland noch nicht erreicht ist. Nach Einschätzung des Chefs des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, droht auch das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenzen zu geraten. "Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte Wieler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Zustände wie in Italien seien auch in Deutschland möglich: "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben."

*Datenschutz

Dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den von der Virusinfektion betroffenen Patienten, betonte der RKI-Chef. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."

Lichtblicke sind auch in Spanien und Italien zu erkennen, den beiden europaweit am schlimmsten von dem Ausbruch betroffenen Ländern: Dort scheint der Anstieg ebenfalls langsamer zu werden. Dennoch vermeldete das spanische Gesundheitsministerium am Sonntag 838 weitere Todesfälle und damit so viele wie an noch keinem anderen Tag. Insgesamt sind in Spanien bereits mehr als 6500 Menschen an dem Coronavirus gestorben, in Italien gibt es 10.779 Todesopfer.

Weltweit waren nach Auskunft der Johns-Hopkins-Universität bis Sonntagabend weltweit mehr als 32.000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben. Den Angaben zufolge haben sich rund 686.000 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 146.000 infizierte Menschen seien inzwischen genesen. Experten gehen weltweit von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gebe in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa