Politik

Erfurter Demo im Dunkeln AfD-Chef Höcke krank, Licht aus im Dom

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Dann machen sie eben mit ihren Handy Licht.

(Foto: AP)

Im Schatten der Flüchtlingskrise erhält die AfD Zulauf - allerdings nicht so stark, wie von den Rechtspopulisten selbst erwartet. Auf einer Demo in Erfurt wollte die Partei Stimmung machen gegen Zuwanderer und für geschlossene Grenzen. Es blieb bei dem Vorhaben.

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Es gibt Leute, die finden das witzig.

(Foto: AP)

Die mittlerweile dritte Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) auf dem Erfurter Domplatz fand wieder im Dunkeln statt. Aus Protest gegen die Demo der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" ließ Bischof Ulrich Neymeyr die sonst übliche Abendbeleuchtung des Doms ausschalten. Das Bistum Erfurt erklärt dazu, es wolle diesen Veranstaltungen "keine prächtige Kulisse bieten". Für seine Haltung war Neymeyr bei den vergangenen AfD-Kundgebungen stets auf das Schärfste beschimpft worden.

Das war aber nicht die einzige Unwägbarkeit für die Partei: Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke konnte wegen Krankheit nicht an der Kundgebung teilnehmen. Eigentlich hatte er zum Thema  "Asyl-Krise beenden! Grenzen sichern!" auf dem Erfurter Domplatz auftreten wollen. Die Veranstaltung wurde stattdessen vom Thüringer AfD-Sprecher Stefan Möller und dem Landtagsabgeordneten Stephan Brandner geleitet.

Immer weniger sind interessiert

Während die Partei in den beiden Vorwochen noch jeweils 4200 Menschen mobilisieren konnte, waren es am Abend laut Polizei nur rund 2100. Ihnen standen den Angaben zufolge etwa 1200 Gegendemonstranten verschiedener Initiativen gegenüber. Laut Polizei kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen.

Seit Mitte September ruft die AfD zu den Versammlungen gegen die Asylpolitik der Bundes- und Landesregierung in Erfurt auf. Zu Spitzenzeiten hatte die Polizei die Zahl der Versammelten mit bis zu 8000 angegeben.

Bistum erzeugt Mitgefühl

Das Bistum erklärt, es handele es sich bei der Verdunkelung weder um einen Eingriff in die Meinungsfreiheit, noch verbinde sich damit Protest gegen Personen oder Parteien. "Mit seiner Aktion mahnt das Bistum Erfurt Mitgefühl, Mitleid sowie Solidarität mit den Menschen an, die aus den Bürgerkriegsgebieten nach Deutschland geflüchtet sind. Diese Menschen müssen, wie jeden Tag aus den Nachrichten und bei Begegnungen mit Flüchtlingen zu erfahren ist, in ihren Heimatländern berechtigte Angst um ihr Leben haben", so der Bistumssprecher. Auf den bisherigen Kundgebungen auf dem Domplatz sei dagegen "kein Wort des Mitgefühls und des Mitleids gefallen". Zu Beginn der AfD-Demo läuteten Kirchenglocken in der thüringischen Landeshauptstadt für Mitmenschlichkeit und Frieden.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa