Politik

Anschlag auf Generalstaatsanwalt Ägyptische Journalisten kriegen Maulkorb

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Beerdigung des bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommenen ägyptischen Generalstaatsanwalts.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der ägyptische Generalstaatsanwalt kommt bei einem Bombenanschlag ums Leben. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, sollen die Medien nicht mehr darüber berichten. Die Muslimbruderschaft weist derweil jede Schuld von sich.

Die Medien in Ägypten sollen auf Anweisung der Regierung nicht mehr über Ermittlungen zum Bombenanschlag auf den Generalstaatsanwalt berichten. In- und ausländische Medien dürften nichts mehr zum Stand der Untersuchungen veröffentlichen, bis diese abgeschlossen seien, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Mena mit. Es sei künftig nur noch erlaubt, offizielle Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft zu verbreiten. Die Maßnahme sei angeordnet worden, um die Ermittlungen zu schützen.

Generalstaatsanwalt Hischam Barakat war am Montag bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden. Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hatte daraufhin angekündigt, Prozesse künftig beschleunigen zu wollen - als Teil seines Kampfes gegen die verbotene Muslimbruderschaft, die die Regierung für diesen und andere Anschläge verantwortlich macht. Die Bruderschaft bestreitet, an Gewalttaten beteiligt zu sein.

Muslimbrüder weisen Schuld von sich

Die Muslimbrüder beschuldigten derweil die Regierung, neun ihrer Mitglieder am Mittwoch bei einer Razzia "kaltblütig" ermordet zu haben. Unter den Opfern sei auch der ehemalige Parlamentsabgeordnete Nasser al-Hafi. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte hatte den Vorfall so dargestellt, dass Polizisten bei der versuchten Festnahme der "gesuchten Terroristen" unter Beschuss gerieten und das Feuer erwiderten.

Ägypten wird seit einigen Tagen vermehrt von Terror und Bombenexplosionen erschüttert. Fast 120 Menschen waren am Mittwoch bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Posten der Armee und anschließenden Gefechten auf der Sinai-Halbinsel getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen.

Quelle: ntv.de, spt/dpa