Politik
Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak: Ein Kampfpilot der Royal Australian Air Force (RAAF) an Bord seiner F/A-18F "Super Hornet".
Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak: Ein Kampfpilot der Royal Australian Air Force (RAAF) an Bord seiner F/A-18F "Super Hornet".(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 31. August 2015

Syrien und die Flüchtlingskrise: Australien fordert Bomben gegen IS

Können Luftschläge die Ursache der Flüchtlingsströme aus Syrien beseitigen? Die australische Außenministerin fordert indirekt auch Deutschland dazu auf, sich an den Angriffen gegen IS-Milizen im Irak und in Syrien zu beteiligen.

Mehr Bomben auf Stellungen der IS-Miliz im Irak und Syrien können nach Auffassung der australischen Regierung die Flüchtlingsströme nach Europa stoppen. Australien ist Teil der internationalen Allianz, die seit Monaten Luftangriffe gegen IS-Stellungen fliegt.

Tödliche Gewalt gegen die Auslöser der Flüchtlingskrise: Eine F/A-18F der australischen Luftwaffe auf dem Stützpunkt Al-Minhad Air Base in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Tödliche Gewalt gegen die Auslöser der Flüchtlingskrise: Eine F/A-18F der australischen Luftwaffe auf dem Stützpunkt Al-Minhad Air Base in den Vereinigten Arabischen Emiraten.(Foto: picture alliance / dpa)

Außenministerin Julie Bishop rief die Europäer im Interview mit der Zeitung "The Australian" dazu auf, sich wie Australien an den Bombenangriffen gegen die Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS) zu beteiligen. "Die Europäer müssen bei der Koalition in Syrien und im Irak dabei sein", sagte Bishop.

Ihren Angaben zufolge operieren rund 30.000 IS-Kämpfer aus Ortschaften und Städten heraus. Das mache Bombardierungen schwierig, weil zivile Opfer nicht ausgeschlossen werden könnten. Wie genau hier Piloten aus Europa helfen könnten, ließ Bishop offen.

"Super Hornets" gegen Fanatiker

Die australische Regierung prüft derzeit eine Anfrage aus den USA, das Einsatzgebiet der australischen Kampfjets vom Irak auf Syrien auszuweiten. Australien hat sechs Kampfflugzeuge vom Typ F/A-18F "Super Hornet" im Einsatz.

Insgesamt umfasst das australische Kontingent im Irak 200 Mann. An der Anti-IS-Koalition sind bislang bereits militärische Einheiten aus mehr als 20 Ländern beteiligt, darunter neben den USA und Australien Großbritannien, Frankreich, die Niederlande sowie eine Reihe arabischer Staaten. Zuletzt trat die Türkei der Anti-IS-Allianz bei. Seitdem fliegt die türkische Luftwaffe mit Kampfjets und Kampfhubschrauber Angriffe im südlichen Nachbarland Syrien.

Da mit Paris und London bereits zwei europäische Militärmächte eigene Kräfte in den Luftkrieg gegen die fanatischen Islamisten entsandt haben, lässt sich Bishops Aufforderung an die "Europäer" vor allem als unverhüllte Botschaft Richtung Berlin verstehen. Deutschland hält sich im militärischen Kampf gegen den IS bislang zurück. Die Bundeswehr ist nicht an den Luftangriffen beteiligt.

Quelle: n-tv.de