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Bespitzelung von Steuerfahndern BKA nimmt Schweizer Spion fest

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Immer wieder erwarben deutsche Bundesländer in der Vergangenheit in der Schweiz CDs mit den Daten von Steuersündern.

(Foto: imago/blickwinkel)

Immer wieder kaufen deutsche Bundesländer sogenannte Steuer-CDs aus der Schweiz, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Den Eidgenossen stößt die umstrittene Praktik dermaßen auf, dass sie ihren Geheimdienst einschalten.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge gegen einen mutmaßlichen Spion des Schweizer Geheimdienstes wegen der Bespitzelung von deutschen Steuerfahndern. Der Agent sei aufgrund der Ankäufe von sogenannten Steuer-CDs in Deutschland eingesetzt worden, berichtet die Zeitung "Die Welt" in ihrer Online-Ausgabe.

Demnach wurde der 54-jährige Schweizer Daniel M. am vergangenen Freitag in Frankfurt am Main von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) wegen des Verdachts der "geheimdienstlichen Agententätigkeit" festgenommen. Ein Hotelzimmer, Wohnungen und mehrere Geschäftsräume seien durchsucht worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft stehe M. im Verdacht, seit Anfang 2012 für eine "fremde Macht" spioniert zu haben.

Daniel M. soll für den Nachrichtendienst des Bundes (NDB), den Schweizer Geheimdienst, gearbeitet haben. Er sei als Spion im deutschen Finanzsektor und Bankenwesen unter anderem aufgrund der von deutschen Behörden angekauften Schweizer Steuer-CDs eingesetzt worden. Sein Auftrag war es demnach, deutsche Steuerfahnder zu identifizieren, die am Ankauf der Daten beteiligt waren.

Seit Januar 2006 haben mehrere Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, sogenannte Steuersünder-CDs aus der Schweiz und Liechtenstein gekauft. Dies sorgte für Verstimmungen in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP

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