Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Baerbock festigt Vorsprung - Laschet und Scholz abgeschlagen

Der Höhenflug der Grünen dauert an, die Union kann nur einen Punkt zulegen. Auch in der Kanzlerfrage hält Annalena Baerbock ihren Mitbewerber von der CDU auf Abstand.

Auch im neuen Trendbarometer bleiben die Grünen mit 28 Prozent stärkste politische Kraft, sechs Prozentpunkte vor der Union. Die Werte der Parteipräferenzen ändern sich nur minimal: Die Union kann einen Prozentpunkt zulegen, die sonstigen kleineren Parteien verlieren einen Prozentpunkt. Für die übrigen Parteien ändert sich nichts. Das Stimmungsbild entspricht damit dem der Vorwoche, das unmittelbar nach den Entscheidungen für die Kanzlerkandidatur bei Union und Grünen erhoben worden war.

Wenn der Bundestag jetzt neu gewählt würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 22 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9 Prozent), SPD 13 Prozent (20,5), FDP 12 Prozent (10,7), Grüne 28 Prozent (8,9), Linke 7 Prozent (9,2), AfD 11 Prozent (12,6). Auf die sonstigen Parteien entfielen 7 Prozent (5,2). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen wäre mit 25 Prozent weiterhin etwas größer als der Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent).

Würde jetzt gewählt, zögen 707 Abgeordnete in den neuen Bundestag ein. Im Vergleich zur vorhergehenden Bundestagswahl würden die Grünen 145 und die FDP 11 zusätzliche Sitze erobern. Alle anderen Parteien würden Mandate verlieren, am meisten die Union: minus 76. Die Sitzverteilung im neuen Bundestag: Grüne 212, Union 170, SPD 98, FDP 91, Linke 53 und AfD 83.

Für eine regierungsfähige Mehrheit werden 354 Sitze benötigt. Demnach sind derzeit vier Koalitionsregierungen denkbar: Grün-Schwarz (zusammen 382 Mandate), Ampel (401 Mandate), Grün-Rot-Rot (363 Mandate) sowie eine Koalition aus Union, SPD und FDP (359 Mandate). Die derzeit regierende schwarz-rote Koalition käme nur noch auf zusammen 268 Mandate und könnte keine Regierung mehr bilden.

Viele Abwanderer von Union und SPD wollen grün wählen

Derzeit wenden sich viele Wähler, die 2017 noch Union oder SPD gewählt haben, von den Regierungsparteien ab. Nur 42 Prozent der SPD-Wähler von damals würden jetzt erneut sozialdemokratisch wählen. Der größte Teil der Abwanderer (28 Prozent) würde jetzt die Grünen wählen. 10 Prozent würden zur Union wechseln, 12 Prozent gar nicht wählen. 8 Prozent würden eine der anderen Parteien wählen.

Auch von den CDU-Wählern von 2017 würden nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) heute wieder christdemokratisch wählen. Fünf Monate vor der nächsten Bundestagswahl würden 16 Prozent der CDU-Wähler von damals zu den Grünen wechseln. 8 Prozent würden FDP wählen, 18 Prozent würden derzeit gar nicht zur Wahl gehen. 10 Prozent würden eine der anderen Parteien wählen.

Die CSU kann deutlich mehr Wähler an sich binden als die größere Schwesterpartei. 61 von 100 CSU-Wählern von 2017 würden auch derzeit wieder christsozial wählen. 12 Prozent würden lieber die Grünen, 6 Prozent lieber FDP wählen. 15 Prozent wollen momentan nicht wählen. 6 Prozent würden eine der anderen Parteien wählen.

Baerbock in der Kanzlerfrage vorn

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Auch die Kanzlerpräferenz der Bundesbürger ändert sich in der Woche nach der Kandidaten-Entscheidung kaum. Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler selbst wählen könnten, würden sich unverändert 32 Prozent für Grünen-Chefin Annalena Baerbock und 15 Prozent für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet entscheiden. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verliert zwei Prozentpunkte; für ihn würden sich momentan 13 Prozent der Bürger entscheiden.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 20. bis 26. April 2021 erhoben. Datenbasis: 2507 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, hvo

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