Politik

Anhörung zur Russland-Affäre Comey will Trump-Memo wohl bestätigen

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Wurde James Comey von US-Präsident Trump unter Druck gesetzt?

(Foto: AP)

Der Auftritt des Ex-FBI-Chefs vor dem Senat könnte unangenehm für den US-Präsidenten werden: Comey will laut CNN bestätigen, dass Trump ihn gedrängt habe, Ermittlungen zur Russland-Affäre einzustellen.

Der kürzlich entlassene FBI-Direktor James Comey will einem Medienbericht zufolge in der Russland-Affäre erhobene Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump bekräftigen. Comey habe vor, Berichte zu bestätigen, wonach Trump ihn gedrängt haben soll, eine Untersuchung der mutmaßlichen Russland-Kontakte des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn fallenzulassen. Dies meldete der Sender CNN unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Person. Das Gespräch mit Trump soll zunächst in einem Memo von Comey erwähnt worden sein, über das Medien berichtet hatten.

Nach Angaben des Geheimdienstausschusses des Senats soll Comey vor dem Gremium demnächst öffentlich aussagen. CNN zufolge könnte dies kommende Woche der Fall sein. Trump hatte Comey Anfang Mai gefeuert. Kritiker warfen ihm daraufhin eine versuchte Einflussnahme auf die Russland-Ermittlungen vor. Flynn ist in der Affäre eine der Schlüsselfiguren.

Trump fordert Vorladung von Ex-Berater

Gleichzeitig hat sich Trump persönlich in die Parlamentsuntersuchungen zur mutmaßlichen Beeinflussung der amerikanischen Wahl durch Russland eingeschaltet. Die Kongressabgeordneten sollten seinen früheren Berater Carter Page zu dem Fall befragen, forderte Trump auf Twitter. Dieser werde die Aussagen der Chefs der Bundespolizei FBI und des Geheimdienstes CIA widerlegen.

Page hatte Trump während des Wahlkampfes beraten und ist einer seiner Weggefährten, auf die sich die Kongressermittler konzentrieren. Der Präsident kritisierte, die Demokraten hätten Page heftig angegriffen und verweigerten nun einen Auftritt, in denen er die Aussagen der früheren Direktoren des FBI und der CIA, James Comey und John Brennan, widerlegen könne.

Die US-Geheimdienste waren zu dem Schluss gekommen, dass der russische Präsident Wladimir Putin persönlich die Anweisung gab, die US-Wahl zugunsten Trumps zu beeinflussen.

Flynn will Dokumente aushändigen

Im Senat kommen die Ermittlungen einem Insider zufolge unterdessen voran. Gleich mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob Russland im Präsidentschaftswahlkampf 2016 zugunsten Trumps Einfluss nahm und ob es Absprachen zwischen dessen Wahlkampfteam und Russland gab.

Auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner wird in diesem Zusammenhang durchleuchtet. Die Regierung in Moskau und der US-Präsident weisen die Vorwürfe zurück. Trump erneuerte seinen Vorwurf, dass es sich um eine "Hexenjagd" handele.

Auch Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Flynn selbst steht weiter im Mittelpunkt der Ermittlungen. Er werde - wie von einem Senatsausschuss gefordert - Dokumente aushändigen, verlautete aus der US-Regierung. Dies hätten Flynns Vertreter in einer E-Mail angekündigt. Flynn wurde im Februar nach nicht einmal einem Monat im Amt wegen falscher Angaben zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in Washington gefeuert.

Quelle: ntv.de, kst/rts