Politik

Wird Scholz ein großer Kanzler? Deutsche stellen Ampel durchwachsenes Zeugnis aus

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Das Zeugnis der Bürgerinnen und Bürger könnte besser sein - bei genauem Hinsehen fällt es allerdings nicht so schlecht aus.

(Foto: dpa)

Ein Jahr nach Amtsantritt der Ampel ist nur eine Minderheit mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. Noch weniger glauben allerdings, dass die Union es besser machen würde. Eine große Mehrheit meint, das Regieren sei für die Ampel schwerer als für Vorgängerkoalitionen.

Nur eine Minderheit ist ein Jahr nach der Bildung der Ampelkoalition mit der Arbeit von Bundeskanzler Olaf Scholz zufrieden oder sehr zufrieden. Entsprechend äußern sich 36 Prozent der Bundesbürger. 63 Prozent sagen, sie seien weniger oder gar nicht zufrieden.

Im November lagen beide Werte noch einen Punkt darunter. Insgesamt aber ist die Zustimmung zu Scholz seit Anfang März deutlich gefallen. Damals kam er auf eine Zufriedenheit von 60 Prozent, nur 33 Prozent missfiel seine Arbeit.

Mehrheitlich zufrieden mit Scholz' Arbeit sind mittlerweile nur noch die Anhänger der SPD (76 Prozent). Von den Anhängern der Grünen sind hingegen 53 Prozent, von denen der FDP sogar 69 Prozent mit Scholz' Arbeit nicht zufrieden.

Neun von zehn Deutschen halten das Regieren aktuell für schwieriger als zu Merkels Zeit

Eine große Mehrheit von 88 Prozent der Deutschen ist zugleich allerdings der Auffassung, dass das Regieren für die jetzige Koalition angesichts der aktuellen Krisen schwieriger ist, als das für Vorgängerregierungen der Fall war. 27 Prozent meinen, das Regieren für die aktuelle Regierung sei "sehr viel schwieriger", 32 Prozent halten es für "viel schwieriger" und 29 Prozent zumindest für "etwas schwieriger" als für die Vorgängerregierungen.

Nur 9 Prozent haben den Eindruck, das Regieren für die jetzige Bundesregierung sei nicht schwieriger als für frühere Regierungen.

Insbesondere die Anhänger der SPD sind der Meinung, dass das Regieren für die Ampelkoalition schwieriger sei als für frühere Regierungen - 39 Prozent der SPD-Anhänger sagen, das Regieren sei "sehr viel schwieriger" geworden, 37 Prozent, es sei "viel schwieriger" geworden. Aber auch insgesamt 60 Prozent der Unionsanhänger sagen, das Regierung sei für die Ampel "sehr viel schwieriger" oder "viel schwieriger".

Mehrheit glaubt, dass Merz es auch nicht besser machen würde

Wie bereits im August glaubt auch aktuell nur eine Minderheit der Bundesbürger (23 Prozent), dass eine von der Union geführte Bundesregierung mit CDU-Chef Friedrich Merz an der Spitze die derzeitigen Krisen besser bewältigen könnte als die Ampel. Eine große Mehrheit von 63 Prozent glaubt das nicht. 14 Prozent trauen sich keine Einschätzung zu.

Auch unter den Anhängern von CDU/CSU glaubt mit 49 Prozent nur knapp die Hälfte, eine unionsgeführte Bundesregierung würde die aktuellen Krisen besser bewältigen. 38 Prozent der Unionsanhänger glaubt das nicht. Unter den FDP-Anhängern sagen 33 Prozent, eine CDU/CSU-geführte Bundesregierung könne die derzeitigen Krisen besser bewältigen. 64 Prozent der FDP-Anhänger sind nicht dieser Ansicht.

Nur Minderheit sieht in der Ampel weniger Streit als in der Groko

41 Prozent der Bundesbürger haben den Eindruck, dass es zwischen den jetzigen Regierungsparteien der Ampelkoalition mehr Streit gibt als zwischen CDU/CSU und SPD in der früheren Regierungskoalition. Nur 10 Prozent meinen, in der jetzigen Koalition gebe es weniger Zoff als seinerzeit in der Großen Koalition. 40 Prozent sehen in diesem Punkt keinen Unterschied zwischen den beiden Regierungsbündnissen.

Dass es in der Ampel mehr Auseinandersetzungen gebe als in der Vorgängerregierung aus Union und SPD, meint auch ein recht großer Teil der Anhänger der Grünen und der FDP - jeweils 41 Prozent sind dieser Ansicht. 16 Prozent der Grünen-Anhänger und 8 Prozent der FDP-Anhänger sehen in der aktuellen Koalition weniger Streit. Unter den SPD-Anhängern sehen 51 Prozent keinen Unterschied, 30 Prozent nehmen aktuell mehr Streit wahr.

Nur 11 Prozent sehen Scholz als potenziell großen Kanzler

Von Angela Merkel meinten in der vergangenen Woche 72 Prozent der Bundesbürger, dass sie zu den bedeutendsten Kanzlern in der Geschichte der Bundesrepublik gehöre. Dass Olaf Scholz das Zeug dazu hat, einmal zu einem der bedeutendsten Kanzler der Bundesrepublik zu werden, glauben aktuell nur 11 Prozent der Bundesbürger. 84 Prozent aller Deutschen trauen Scholz das hingegen nicht zu. Nur 5 Prozent haben zu dieser Frage keine Meinung.

Auch eine Mehrheit der SPD-Anhänger, 62 Prozent, glaubt nicht, dass Scholz das Zeug dazu hat, einmal in die Reihe der bedeutenden Regierungschefs des Landes aufzurücken. Nur 32 Prozent der SPD-Anhänger glauben dies.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 2. und 5. Dezember 2022 erhoben. Datenbasis: 1004 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

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Quelle: ntv.de, hvo

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