Politik

Weniger Ausreisen zum IS Deutscher Dschihad-Tourismus flaut ab

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Der Terror des Islamischen Staats übt eine große Anziehungskraft auf einige junge Deutsche aus.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Vor einem Jahr ruft die Extremistenmiliz IS das Kalifat aus - seitdem sind rund 720 Deutsche nach Syrien und in den Irak gereist, um im Dschihad zu kämpfen. Zwar wird die Zahl der Abwanderer immer geringer. Die Gefahr ist jedoch noch lange nicht gebannt.

Rund ein Jahr nach dem Beginn der großen Ausreisewelle junger Islamisten aus Deutschland in den Dschihad verlangsamt sich die Abwanderung nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes derzeit. "In diesem Jahr hat die Zahl der Ausreisenden zwar auch zugenommen, aber nicht mehr in diesem Maße", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen.

Im vergangenen Jahr war nach der Ausrufung des Kalifats durch die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Zahl der jungen Islamisten, die sich zum Kampf in den Nahen Osten absetzten, dramatisch in die Höhe geschnellt. "Derzeit liegen wir bei rund 720 Personen, die nach Syrien und in den Irak ausgereist sind", erklärte Maaßen.

"Das ist das Hellfeld, die Dunkelziffer kennen wir nicht, wir müssen davon ausgehen, dass es noch mehr sind." Eine Trendwende sei noch lange nicht erreicht. "Wir gehen davon aus, dass die Zahlen weiter zunehmen werden - wahrscheinlich nicht mehr so dramatisch, wie wir es im vergangenen Jahr erlebt haben", sagte der Geheimdienst-Chef.

Aber der IS, Syrien und der Irak seien nach wie vor attraktiv für junge Leute aus Deutschland, die im Dschihad kämpfen wollten. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten aber auch viele Ausreisen verhindert. In mehr als hundert Fällen seien Ausreiseverbote verhängt worden, erklärte Maaßen. "Deutsche Behörden sind nicht machtlos oder wehrlos gegen die Propaganda des IS", betonte er. "Allerdings ist zu beachten, dass von einem Ausreiseverbot belegte Islamisten in Deutschland weiterhin nicht ungefährlich sind."

Quelle: ntv.de, hla/rts