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Die Höhe des Zusatzbeitrags liegt im Ermessen der Kassen.
Die Höhe des Zusatzbeitrags liegt im Ermessen der Kassen.(Foto: picture alliance/dpa)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Krankenversicherung günstiger: Experten raten zu niedrigerem Zusatzbeitrag

Die Abgaben zur Gesetzlichen Krankenversicherung sinken für die meisten Arbeitnehmer im kommenden Jahr. Grund ist die Rückkehr zur paritätischen Teilung des Zusatzbeitrages. Und der könnte nun zusätzlich gesenkt werden.

Für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung steht im kommenden Jahr im Schnitt eine leichte Beitragssenkung ins Haus. Der Schätzerkreis der Krankenversicherung gab als Ergebnis seiner zweitägigen Beratungen bekannt, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2019 um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent sinken könne. Gesundheitsminister Jens Spahn muss nun bis zum 1. November den Beitragssatz im Bundesanzeiger bekannt geben. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der CDU-Politiker, dass er 0,9 Prozent anstrebt.

Die Wirtschaft laufe gut, was weiterhin zu Überschüssen in der Krankenversicherung führe. "Daher können wir den durchschnittlichen Zusatzbeitrag um 0,1 Punkte senken", sagte Spahn. Das gebe auch Spielraum für die notwendige Erhöhung des Pflegebeitrags. Hier hatte das Kabinett am Vortag eine Anhebung des Beitrags um 0,5 Prozentpunkte beschlossen.

Insgesamt erwartet der aus Experten des Gesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamts und des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bestehende Schätzerkreis im nächsten Jahr Einnahmen der Kassen in Höhe von 231,1 Milliarden Euro und Ausgaben von 244,4 Milliarden Euro.

Zusatzbeitrag ist Sache der Kassen

Allerdings kann jede Kasse den Zusatzbeitrag je nach ihrer Finanzlage individuell festsetzen. Die Entscheidung des Ministers setzt die Kassen gleichwohl unter Druck, ihre Beiträge zu senken und im Wettbewerb mit anderen nicht über dem Durchschnitt zu liegen.

Die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, sagte, das Schätzergebnis spiegele die insgesamt gute finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung wider. Allerdings sei die konkrete Finanzsituation von Kasse zu Kasse unterschiedlich und der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz eine kalkulatorische Rechengröße. "Die Verwaltungsräte der einzelnen Krankenkassen werden in den kommenden Wochen über die tatsächlichen Zusatzbeitragssätze der verschiedenen Krankenkassen entscheiden", betonte Pfeiffer. Bereits in diesem Jahr hätten zahlreiche Kassen ihren Zusatzbeitrag gesenkt, wovon 16,6 Millionen Mitglieder profitiert hätten.

Noch zahlen den Zusatzbeitrag nur die Beschäftigten, ab 2019 soll er per Gesetzesänderung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam getragen werden. Hinzu kommt stets der allgemeine Beitragssatz, der per Gesetz bei 14,6 Prozent des Bruttolohns festgeschrieben ist. Diesen teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer ohnehin.

Quelle: n-tv.de