Politik

Der Siegeszug des IS Geheime Papiere zeigen Terror-Strategie

AP558587369559 (1).jpg

Triumphzug von IS-Kämpfern im Juni 2014.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Es beginnt mit Spionage und Überwachung, dann kommen die Morde, schließlich die Angriffe. Mit einer ausgeklügelten Strategie reißt die Terrororganisation IS in weiten Teilen Syriens die Macht an sich, wie Dokumente aus dem innersten Führungskreis zeigen.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat ihren Siegeszug in Syrien mit den Methoden eines hochkomplexen Geheimdienststaates angetreten. Dies enthüllten Strategie- und Organisationspläne aus der innersten IS-Führung, berichtet der "Spiegel".

Es habe mit flächendeckender Ausspionierung, Überwachung und mit Morden begonnen. Unter dem Deckmantel islamischer Missionierungsbüros seien in Städten und Dörfern Nordsyriens als Prediger getarnte Spione ausgebildet worden. Sie sollten Machtverhältnisse und Schwachstellen der jeweiligen Orte in Erfahrung bringen.

In einem nächsten Schritt sollten charismatische Führungsfiguren und Rebellenführer von speziell etablierten Einheiten für "Ermordungen" und "Entführungen" beseitigt werden, um potenziellen Widerstand frühzeitig zu ersticken. Erst dann sollten militärische Angriffe erfolgen, unterstützt von "Schläferzellen" mit Waffen und Kämpfern.

Die Pläne sind offenbar exakt umgesetzt worden. Dies ergaben monatelange Recherchen in verschiedenen Provinzen Nordsyriens sowie ein zweiter Aktenfund aus dem Anfang 2014 verlassenen IS-Hauptquartier in Aleppo, berichtet der "Spiegel". Darin fänden sich auf Hunderten Seiten die Protokolle, wie die eroberten Gebiete ausspioniert, überwacht und unterworfen wurden.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa