Politik

Luftangriffe zeigen Wirkung IS-Spitze zieht sich nach Mossul zurück

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Russische Kampfflugzeuge über Syrien.

(Foto: REUTERS)

Die Führung des sogenannten Islamischen Staates (IS) fühlt sich im syrischen Rakka nicht mehr sicher. Mit ihren Familien lassen sich IS-Anführer im nordirakischen Mossul nieder. Rakka war in den vergangenen Tagen massiv angegriffen worden.

Die Führung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zieht sich nach Angaben von Beobachtern aus der syrischen Stadt Rakka zurück. Die Kämpfer ließen sich nun in der irakischen Metropole Mossul nieder, hieß es. Dutzende Familien hochrangiger IS-Anführer seien wegen der Angriffe aus Rakka gebracht worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Bei Luftschlägen Frankreichs und anderer Länder sind in den vergangenen drei Tagen nach Angaben von Beobachtern mindestens 33 IS-Kämpfer getötet worden. Französische und russische Kampfflugzeuge flogen schwere Angriffe auf die bisherige IS-Hochburg Rakka.

Die Präsidenten Frankreichs und Russlands, Francois Hollande und Wladimir Putin, hatten am Dienstag eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Moskau hatte Rakka zuletzt sogar mit Marschflugkörpern angegriffen. Russland fliegt bereits seit September ebenso wie eine US-geführte Koalition Angriffe gegen den IS in Syrien.

US-Experte rät zu Flugverbotszonen

Der Kampf gegen die Terrormiliz ließe sich nach Ansicht eines US-Militärexperten möglicherweise mit Flugverbotszonen und der Entsendung weiterer Ausbilder gewinnen. Gemeinsam mit Fliegerleitoffizieren, die Luftschläge am Boden koordinieren, könne das einen wichtigen Unterschied machen, sagte Michael O'Hanlon vom Washingtoner Brookings-Institut.

"Kurz gesagt haben wir nicht wirklich versucht, sie am Boden zu schlagen", sagte O'Hanlon mit Blick auf die IS-Miliz. "Daher ist der Erfolg dort so gering." Er kritisierte die Zurückhaltung von US-Präsident Barack Obama und die bislang gescheiterte Ausbildung von Kämpfern der moderaten syrischen Opposition, die immer noch eine "kunterbunte Truppe" sei: "Wir haben es bislang nicht ernst genug gemeint damit, sie zu ordnen, auszubilden, zu erweitern und auszurüsten."

Quelle: ntv.de, wne/dpa/rts