Politik

USA liefern Panzerabwehrgeschütze IS erobert erneut Teile von Palmyra

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Die syrische Armee greift die Stellungen des IS an - doch dieser kann wieder vorrücken.

(Foto: dpa)

Zwischenzeitlich konnte die syrische Armee den Islamischen Staat aus Palmyra zurückdrängen. Doch die terroristische Miliz liefert sich weiter Kämpfe mit den Truppen Assads - und steht nun kurz vor den historischen Anlagen der Stadt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen des Assad-Regimes in Teile der historischen Oasenstadt Palmyra in Zentralsyrien eingerückt. Die Extremisten hätten im Norden ein Drittel der Stadt eingenommen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, die Dschihadisten hätten ein Gebäude der Sicherheitskräfte nur "wenige hundert Meter entfernt" von der Unesco-Weltkulturerbestätte erobert. Der IS-Vormarsch bringt auch die gut erhaltenen Ruinen aus den ersten Jahrhunderten nach Christus in Gefahr. Sie liegen im Südwesten der Stadt.

Kulturstätten zerstört

Ein ehemaliger General der syrischen Armee mit Kontakten zu den Streitkräften sagte, das Assad-Regime wolle weitere Kämpfer nach Palmyra schicken, um die demoralisierten Truppen vor Ort gegen den heftigen Ansturm des IS zu verstärken. Die Regierungskämpfer hätten Probleme, ihre Stellungen in der Stadt zu halten. Mit einer möglichen Eroberung Palmyras wäre für die IS-Kämpfer auch der Weg in die größtenteils vom Regime gehaltene Stadt Homs frei.

Die ehemalige Handelsmetropole gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten. Im Nordirak hatten IS-Anhänger im Frühjahr schon einmalige Kulturstätten zerstört, darunter die Ruinen der Jahrtausende alte Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive.

Nach Berichten der Beobachtungsstelle starben bei den anhaltenden und erbitterten Gefechten zahlreiche Kämpfer auf beiden Seiten. Die syrische Luftwaffe fliege Angriffe auf IS-Stellungen.

"Ein unersetzlicher Verlust

"Die Lage ist sehr schlimm", sagte der Leiter der syrischen Altertümerverwaltung, Mamun Abdelkarim. "Wenn nur fünf IS-Kämpfer die antiken Stätten betreten, werden sie alles zerstören." Hunderte Statuen des örtlichen Museums wurden bereits aus der Stadt geschafft, andere Exponate wie antike Gräber können hingegen nicht abtransportiert werden.

Falls Palmyra vom IS zerstört werden sollte, wäre dies "ein unersetzlicher Verlust für die Menschheitsgeschichte" und auch für das syrische Volk, sagte der Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin, Markus Hilgert. Schließlich sei die Oasenstadt nicht nur "Identitätsort" für die Bevölkerung, sondern potenziell auch ein zentrales touristisches Ziel in dem Land.

USA liefern Waffen

Nach der Eroberung der irakischen Stadt Ramadi durch den IS wollen derweil die USA die Regierungstruppen im Irak mit tausend Panzerabwehrgeschützen unterstützen. Der Einsatz von Autobomben habe bei dem Vormarsch der Extremisten eine "verheerende" Rolle gespielt, sagte ein ranghoher Vertreter des US-Außenministeriums in Washington. Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi habe kürzlich bei einem Besuch in den USA um die Lieferung von Waffensystemen zur Abwehr solcher Angriffe gebeten.

Der US-Regierungsvertreter kündigte außerdem an, die Strategie der US-Armee im Kampf gegen die Dschihadisten nach der Niederlage der regierungstreuen Kämpfer einer genauen Überprüfung zu unterziehen. Die USA würden den irakischen Truppen dabei helfen, Ramadi "so schnell wie möglich zurückzuerobern". Die USA unterstützen die Streitkräfte mit Luftangriffen gegen den IS, der ganze Landesteile kontrolliert.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP

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