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Heftige Kämpfe im Grenzgebiet Israel bereitet sich auf verletzte Syrer vor

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Ein Foto der oppositionellen Nabaa Media zeigt Rauch über der Stadt Daraa im Süden Syriens.

(Foto: AP)

Das israelische Militär zeigt sich beunruhigt über die Gewalt in der Region Daraa im südlichen Syrien und schickt zusätzliche Panzer in die Golanhöhen. Zugleich treffen die Israelis Vorkehrungen für die erwartete Zahl an Flüchtlingen aus dem Kampfgebiet.

Mit Blick auf die instabile Lage im syrisch-israelischen Grenzgebiet haben die israelische Streitkräfte weitere Truppen auf die Golanhöhen verlegt. Die für die Syrien-Grenze zuständige Division sei mit Panzer- und Artillerietruppen verstärkt worden, teilte die Armee mit. Israel hatte die syrischen Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert.

Angesichts der heftigen Kämpfe im Süden Syriens stellt sich die israelische Armee zudem auf die Behandlung zahlreicher Verletzter aus dem feindlichen Nachbarland ein. "Wir bereiten uns darauf vor, dass mehr Verletzte kommen werden", sagte der Kommandeur des Hilfsprogramms "Gute Nachbarschaft". Binnen anderthalb Wochen seien Tausende syrische Flüchtlinge in das Gebiet nahe der Grenze zu Israel gekommen, sagte der Oberstleutnant. Es handele sich um etwa 1800 Familien.

Das israelische Militär sei auf mögliche Entwicklungen auf den Golanhöhen vorbereitet, hieß es weiter. "Die Armee wird ihre Politik der Nichteinmischung in den Syrienkonflikt fortsetzen, aber entschlossen reagieren, sollten die israelische Souveränität verletzt oder israelische Zivilisten bedroht werden", erklärte ein Sprecher. Die humanitäre Hilfe Israels für syrische Zivilisten werde fortgesetzt.

Konflikt mit Iran auf syrischem Boden

Nach den letzten Angriffen im Süden Syriens haben Rebellen mehrere Orte kampflos an regierungstreue Truppen übergeben. Für mindestens acht Orte im Osten der umkämpften Provinz Daara seien Abkommen unter Vermittlung Russlands erzielt worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Stadt Daraa gilt als Wiege des Aufstands gegen Assad, der im März 2011 begann. Die Region um die Stadt gehört zu den letzten Rebellengebieten. Russland als Verbündeter der Regierung sowie die USA und Jordanien hatten sich vor einem Jahr auf eine Deeskalationszone für die Region geeinigt. Armee und Verbündete begannen jedoch vor mehr als zehn Tage mit Angriffen. Nach Angaben der Menschenrechtler kamen seitdem mehr als 125 Zivilisten ums Leben, vor allem bei syrischen und russischen Luftangriffen. Die UN schätzen mittlerweile, dass dort rund 160.000 Menschen auf der Flucht sind.

Auch Israels Luftwaffe hat in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Die Bombardierungen richten sich Beobachtern zufolge gegen iranische Einheiten und andere Kräfte, die wie die schiitische Hisbollah von Teheran unterstützt werden. Der mit Israel verfeindete Iran ist ein Verbündeter der syrischen Regierung. Israel hat immer wieder betont, man werde eine militärische Etablierung des Irans in Syrien nicht dulden.

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Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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